Fleisch und Stein

Richard Sennett · 1994 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Fleisch und Stein
Autor(en): Richard Sennett
Originaltitel: Flesh and Stone: The Body and the City in Western Civilization
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1994
Schlagwörter: Stadt, Körper, Zivilisation, Raum
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Berlin-Verlag
Erscheinungsort: Flesh and Stone: The Body and the City in Western Civilization
Umfang dieser Ausgabe: 523 Seiten
ISBN: 9783827000309
Verweise


Fleisch und Stein. Der Körper und die Stadt in der westlichen Zivilisation ist das 1994 in New York erschienene Buch von Richard Sennett. Die deutsche Ausgabe von 1995 im Berlin-Verlag, übersetzt von Linda Meissner, macht 523 Seiten. Es erzählt die Stadt nicht als Plan oder Klasse zuerst, sondern als Zurichtung der Sinne: was Körper in Gassen dürfen, riechen, berühren, wovor sie sich verstecken.

Inhalt

Sennett behauptet, dass Stein Haut formt. Die Stadt ist keine Kulisse, vor der Geschichte spielt; sie ist ein Training des Leibes, das vorschreibt, wer nackt erscheinen darf, wer spricht, wer sich berührt, wer unsichtbar bleibt. Fleisch meint den empfindenden Körper, Stein die gebaute Form, die ihn erzieht. Die westliche Stadtgeschichte wird so zu einer Geschichte der Sinne: Sehen, Hören, Riechen, die Scham, die Lust, die Angst vor dem Fremden in greifbarer Nähe. Modernes Bauen hat, so Sennett, den Körper zunehmend betäubt. Glas, Geschwindigkeit, Klimaanlage, die Furcht, aneinanderzustoßen: die Stadt als Maschine gegen Empfindung.

Der Weg führt von Athen nach New York, in langen Stationen, nicht als Katalog. Die Athener feierten die Nacktheit des Bürgers und banden die Stimme an die Agora, während Frauen und Unfreie draußen blieben. Rom unter Hadrian suchte geometrische Vollkommenheit des Leibes und ordnete das Reich danach. Das christliche Mittelalter schloss den Körper, machte ihn zum Ort der Sünde und die Stadt zum Innenraum der Gemeinde; Venedig erfand das Ghetto als Stein gewordene Trennung. Harveys Lehre vom Blutkreislauf fällt bei Sennett mit der Stadt der freien Bewegung zusammen: der Körper als Zirkulation, Paris der Aufklärung und der Revolution als Streit zwischen individuellem Durchqueren und gemeinsamem Platz. Die moderne Metropole, zuletzt Greenwich Village, baut Differenz und Gleichgültigkeit in dieselbe Straße. Vielfalt der Körper ist da, Begegnung oft nicht.

Die Gegenposition liegt bei Henri Lefebvre, für den Raum gesellschaftlich produziert wird, über Klasse und Alltag, nicht über die Haut zuerst; bei Jane Jacobs, für die Augen auf der Straße Sicherheit machen, ohne eine Zivilisationsgeschichte des Leibes zu brauchen; bei Marc Augé, dessen Nicht-Orte die Durchreise beschreiben, die Sennett als Empfindungslosigkeit erzählt. Die Kritik nannte das Buch zu essayistisch, zu westlich, zu sehr Metapher. Sennett hält dagegen, dass die Straße keine Metapher ist. Wer nur Pläne liest, hat den Körper übersprungen, der in ihnen gehen soll. Wer nur den Körper als Diskurs nimmt, hat den Stein übersprungen, an dem er sich stößt.

Einordnung

Die deutsche Ausgabe traf Institute, die um 2010 Stadt als Kulturwissenschaft lasen: Körpergeschichte, Raumwende, die Soziologie, die nicht nur den flexiblen Charakter wollte. Der flexible Mensch hat Sennett später die weitere Adresse gegeben; dieses Buch bleibt das längere, in dem die Stadt selbst der Gegenstand ist, nicht nur der Schauplatz der Arbeit. Im Essay zur Raumwende liegt es neben Lefebvre und Augé, auch wo der Pfad acht andere Titel setzt: hier der Leib, dort die Produktion, dort die Wartehalle. Seminare, die Sennett nur als Diagnose der neuen Arbeit kannten, hatten die Hälfte übersprungen.

Ideen

Stadt (zentral) · Körper (wichtig)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.