Texte der russischen Formalisten

- · 1969 · Sachbuch, Literaturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Texte der russischen Formalisten
Autor(en):
Herausgeber: Jurij Striedter
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1969
Schlagwörter: Formalismus, Methode, Übersetzung, Kanon
Sachgebiete: Sachbuch, Literaturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fink


Umfang dieser Ausgabe: 453 Seiten
ISBN: 9783770512346
Verweise


Texte der russischen Formalisten ist die 1969 und 1971 in zwei Bänden bei Fink erschienene, von Jurij Striedter herausgegebene Anthologie, die den Formalismus im deutschen Sprachraum erst als Corpus lesbar machte. Schklowski, Eichenbaum, Tynjanow, Jakobson, die Thesen, die Polemiken: nicht ein Autor, sondern die Schule als Konstellation. Das Sammelwerk steht in dieser Reihe, weil ohne diese Übersetzung die einzelnen Bücher oft nur Namen geblieben wären.

Inhalt

Striedter ordnet, übersetzt, kommentiert. Der erste Band gilt der Erzähltheorie, der zweite der Vers- und Sprachtheorie; die Einleitungen machen aus verstreuten Aufsätzen eine Geschichte der Methode. Wer 1969 in Deutschland Formalismus sagte, sagte oft diesen Fink-Band. Die Auswahl setzt Schwerpunkte, lässt Lücken, kanonisiert. Genau das ist die Wirkung eines Sammelwerks: Es entscheidet, welche Sätze die Schule sind.

Die Anthologie fällt in die Jahre, in denen die westdeutsche Literaturwissenschaft den Strukturalismus aufnahm. Die Formalisten erscheinen als Vorläufer und als Alternative zu Paris. Die Kritik hat die Glättung, die germanistische Zurichtung, das Fehlen später sowjetischer Kontexte genannt. Geblieben ist der Zugang. Wer nur Schklowski im Originalkreis kennt, unterschlägt, dass die deutsche Schule über Striedter lief.

Der Herausgeber bleibt Herausgeber: keine eigene Theorie neben den Texten, eine philologische Arbeit, die eine Rezeption gesteuert hat. Bachtin steht bewusst am Rand dieser Bände; die Dialogizität kam auf anderen Wegen. Die Anthologie ist der Formalismus als deutsches Buch.

Einordnung

Ohne Striedters Bände wären Theorie der Prosa, Morphologie und Jakobson im Seminar isolierte Titel. Das Sammelwerk hält die acht zusammen, indem es sie nebeneinander legt. Die Literaturwissenschaft der Bundesrepublik hat den Formalismus hier gelernt, oft bevor sie Russisch konnte. Wer die Schule nur als Moskauer zwanziger Jahre kennt, hat die Münchner Ausgabe nicht als Akteur gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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