Testo Junkie

Paul B. Preciado · 2008 · Sachbuch, Kulturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Testo Junkie
Autor(en): Paul B. Preciado
Originaltitel: Testo Yonqui
Originalsprache: spanisch
Erstveröffentlichung: 2008
Schlagwörter: Testosteron, Körper, Biopolitik, Geschlecht
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Wagenbach


Umfang dieser Ausgabe: 432 Seiten
ISBN:
Verweise


Testo Junkie. Sex, Drogen und Biopolitik in der Ära der Pharmapornografie erschien 2008, deutsch später bei Wagenbach. Paul B. Preciado verbindet das Protokoll einer Testosteronnahme mit einer Theorie der Gegenwart: Körper würden durch Pharmazie, Pornografie und Verträge als Geschlecht hergestellt, nicht vorgefunden. Das Buch ist Kulturwissenschaft als Selbstversuch, kein Ratgeber der Behandlung.

Inhalt

Preciado beschreibt Gel, Dosis, Tagebuch, die Veränderung von Begehren und Stimme, und bricht in Kapitel, die Foucault, die Pille, die Pornoindustrie, die Klinik lesen. Pharmapornografie meint eine Ordnung, in der Erregung und Medikament denselben Markt teilen. Geschlecht erscheint als Technologie, die man anwenden, unterlaufen, umbauen kann. Der Ton wechselt zwischen Theorie und Protokoll, absichtlich unrein, gegen die saubere Trennung von Wissenschaft und Leben.

Unsicher bleibt, wie weit der eigene Körper als Beweis trägt. Kritik nannte Narzissmus, Unterbestimmung von Klasse, die Gefahr, aus einem Versuch ein Gesetz zu machen. Preciado hält an der Mischung fest, weil die Klinik dieselbe Mischung schon vollzieht, nur ohne es zu sagen. Die Stärke ist die Entnaturalisierung, die nicht bei der Sprache stehen bleibt. Die Schwäche ist die Überfülle, die Foucault, Pornografie und Gel in einem Satz will.

Wer nur Identität sucht, findet Technik. Wer nur Technik sucht, findet ein Tagebuch. Das Buch hat die Geschlechterforschung und Feuilletons verändert, ohne ein Lehrbuch der Medizin zu sein. Lesen heißt den Selbstversuch als Theorie aushalten, nicht als Anleitung.

Einordnung

Neben Butler und der späteren Transdebatte steht Preciado als der, der den Stoff in die Theorie holt. Wer nach 2008 über Geschlecht spricht, ohne nur Inneres zu meinen, trifft oft dieses Gel. Kulturwissenschaft heißt hier: der Körper als Protokoll einer Industrie – und als Ort des Widerstands gegen sie, ohne Unschuld.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.