Tauben im Gras
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Tauben im Gras |
| Autor(en): | Wolfgang Koeppen |
| Originaltitel: | Tauben im Gras |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1951 |
| Schlagwörter: | München, Nachkrieg, ein Tag, Montage |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 228 Seiten |
| ISBN: | 9783518371015 |
| Verweise | |
Tauben im Gras ist ein Roman von Wolfgang Koeppen, 1951 bei Scherz & Goverts erschienen. Er erzählt einen einzigen Tag im München der Nachkriegszeit, besetzt, voller Trümmer, Amerikaner, Schwarzmarkt und alter Sätze, die den Nationalsozialismus überlebt haben. Koeppen montiert Dutzende Figuren, Innenstimmen, Schlagzeilen und Geräusche, näher bei Döblins Berlin Alexanderplatz als bei der glatten Erzählung der Stunde Null. Der Titel meint die Zufälligkeit: Die Leute sind da wie Vögel im Gras, keiner weiß, warum. Marcel Reich-Ranicki hat das Buch später zum wichtigsten deutschen Roman nach 1945 gerechnet.
Inhalt
Der Filmschauspieler Alexander fährt am Morgen nach einer durchzechten Nacht ins Atelier, während seine Frau Messalina Gäste und Gelüste sammelt und die Kinderfrau die Tochter zur Messe schleppt, um sie von den Sünden der Eltern zu reinigen. Der Schriftsteller Philipp kann den großen Roman nicht beginnen, lebt von Gelegenheitsartikeln und vom Schmuckverkauf seiner Frau Emilia, einer Erbin, die trinkt und die Villa ausräumt. Emilia trifft im Antiquariat den berühmten amerikanischen Dichter Edwin, der eine Rede über den europäischen Geist halten will; Philipp soll ihn für eine Zeitung befragen und wird im Hotel mit Edwin verwechselt. Die junge Amerikanerin Kay aus einer Lehrerinnenreise folgt Philipp neugierig in sein elendes Zimmer und flieht vor der Armut. Dazwischen schneidet Koeppen Kneipen, Ateliers, Cafés und Kinderstimmen, ohne eine Figur zum Maß aller anderen zu machen.
Der schwarze Soldat Washington Price liebt die Kriegerwitwe Carla; ihre Mutter Frau Behrend schimpft die Verbindung als Schande und nimmt die Geschenke trotzdem. Carla ist von Washington schwanger und denkt an Abtreibung, weil die Stadt das Kind nicht ertragen werde; Washington denkt an Paris. Ihr Sohn Heinz schwankt zwischen Bewunderung für den Baseballspieler und den Rassenhass der Jungenbande. Der Tourist Odysseus Cotton mietet den Dienstmann Josef, trinkt, würfelt, sucht eine Frau; Susanne stiehlt ihm das Geld, eine Schlägerei entsteht, Steine fliegen, Josef stirbt. Gerüchte machen aus dem Unfall Mord und hetzen die Menge gegen die schwarzen Soldaten im Jazzlokal.
Am Abend spricht Edwin im Amerikahaus; die Technik knackt, das Publikum schläft, Philipp erkennt Größe und Folgenlosigkeit. Vor dem Bräuhaus und dem Klub eskaliert die Jagd: Richard Kirsch und andere stellen sich der Menge entgegen, Washington wird mit Carla und Heinz von Steinen getroffen, Odysseus entkommt mit Susanne. Koeppen lässt den Tag nicht in einer Lösung enden. Die Figuren gehen weiter, zufällig, verletzt, betrunken, berühmt, arm. Der Krieg in Korea tönt aus den Nachrichten, der nächste Krieg liegt als Angst über der Stadt. Die Tauben fliegen auf, die Leute gehen weiter.
Einordnung
Koeppen hat den Nachkriegsroman von der Bewältigung auf die Gleichzeitigkeit umgestellt: kein Held, der sich läutert, sondern ein Netz aus Stimmen. Die Montage holt Schlager, Gebete, Vorurteile, Reklame in denselben Satz; München wird durchsichtig auf Berlin, New York, das alte Rom der Spitznamen Messalina und Odysseus. Das Treibhaus und Der Tod in Rom bildeten mit diesem Buch eine lose Trilogie der Bundesrepublik im Rohzustand. Lange galt Koeppen als Außenseiter; Reich-Ranickis Loblied und spätere Werkausgaben holten ihn in den Kanon.
Neben Döblin und neben Dos Passos steht hier eine deutsche Stadt, die 1945 nicht bei null begann. Der Rassismus der Nachkriegsgesellschaft, der Alkohol, das Kino als Vergessen, der Dichter, den niemand versteht: Das sind keine Thesen, sondern Tonlagen. Suhrkamp hält den schmalen Taschenbuchband; er liest sich schnell und bleibt schwer. Wer nach 1951 über Literatur der Bundesrepublik spricht, ohne diese Tauben, spricht an einem der genauesten Bücher der Besatzungszeit vorbei. Der Zufall, den der Titel nennt, ist keine Entlastung der Täter, sondern die Form der Angst.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
