Strukturprobleme des kapitalistischen Staates

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Claus Offe · 1972 · Sachbuch, Soziologie
Das Werk
Deutscher Titel: Strukturprobleme des kapitalistischen Staates
Autor(en): Claus Offe


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1972
Schlagwörter: Staat, Spätkapitalismus, Legitimation, Krise
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: edition suhrkamp
Umfang dieser Ausgabe: 189 Seiten
ISBN: 9783518005491
Verweise
Umschlag

Strukturprobleme des kapitalistischen Staates. Aufsätze zur politischen Soziologie ist die 1972 bei Suhrkamp erschienene Sammlung von Claus Offe. Sie liest den westlichen Staat der Nachkriegsjahrzehnte als Apparat, der Akkumulation sichern und Zustimmung beschaffen muss – und an dieser Doppelaufgabe scheitert, ohne zusammenzubrechen.

Inhalt

Offe nimmt den Staat nicht als Ausschuss der Kapitalisten und nicht als neutralen Schiedsrichter. Er ist relativ eigenständig und trotzdem an die Verwertung gebunden: ohne Wachstum keine Steuern, ohne Steuern keine Sozialpolitik, ohne Sozialpolitik keine Legitimation, ohne Legitimation kein ruhiges Wachstum. Die Aufsätze beschreiben Selektivität – welche Konflikte der Staat zulässt, welche er abweist –, die Krise der Krisenverwaltung und die Grenzen des Wohlfahrtskompromisses. Gegen die Instrumentalisierungsthese setzt Offe die Eigenlogik der Bürokratie; gegen den Optimismus der sozialen Marktwirtschaft setzt er die Behauptung, dass der Spätkapitalismus seine Widersprüche administriert, nicht löst. Das Buch ist Theorie der Bundesrepublik, geschrieben im Jargon der siebziger Jahre, lesbar als Diagnose einer Maschine, die sich selbst beschäftigt.

Die Gefahr ist die Totalisierung: jeder Kompromiss erscheint als Verschleierung, jede Reform als Kauf von Zeit. Offe kennt den Einwand und hält an der Struktur fest, weil ohne sie Politik nur Gesinnung bleibt. Kritik hat den Spätkapitalismus für zu westdeutsch, die Systemsprache für zu starr, die Demokratie für eine Restgröße gehalten. Die Stärke ist die Frage, die bleibt: Was tut der Staat, wenn er weder herrschen noch dienen kann, ohne beides zu müssen. Wer nach Offe nur Neoliberalismus sagt, hat 1972 übersprungen. Wer nur 1972 kennt, unterschlägt, dass die spätere Marktöffnung die Krise nicht aufhob, sondern verlagerte.

Die Wirkung liegt in der Politiksoziologie, in der Staatstheorie der Linken, in Debatten über den Wohlfahrtsstaat, die das Buch oft gröber zitieren, als es argumentiert. Campus hat später eine revidierte Fassung nachgelegt. Habermas hatte Legitimation als Diskurs gedacht; Offe denkt sie als Verwaltungsproblem. Wer nur die Frankfurter Schule kennt, hat den Staat nicht gelesen, der die Schule finanzierte.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt die deutsche Soziologie nach Schelsky eine Zeitdiagnose ohne Staatsapparat. In Die einflussreichsten Werke der Soziologie: Deutschland steht es als das fehlende Stück nach Dahrendorf und vor Luhmann: Konflikt, der im Staat stecken bleibt. Luhmann hat Soziale Systeme ohne Subjekt gebaut; Offe den Staat, der Subjekte verwaltet. Wer nur Systeme kennt, hat 1972 nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.