Sociolinguistic Patterns

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Das Werk
Deutscher Titel: Sociolinguistic Patterns
Autor(en): William Labov
Originaltitel: -
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1972
Schlagwörter: Variation, Dialekt, Klasse, Lautwandel
Sachgebiete: Sachbuch, Sprachwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: University of Pennsylvania Press


Umfang dieser Ausgabe: 344 Seiten
ISBN: 9780812210521
Rezensionen
Umschlag

Sociolinguistic Patterns ist die 1972 erschienene Sammlung von William Labov. Labov macht aus der Variation, die ältere Grammatiken als Fehler oder als reinen Zufall führten, eine Ordnung: nach Klasse, Alter, Stil und Stadtviertel, messbar und doch erzählbar.

Inhalt

Labov zeigt an New York, an Martha’s Vineyard und an den Erzählungen schwarzer Jugendlicher in Harlem, dass Laute sich verschieben, während die Sprecher leben. Der Kaufhauslaut, der auf den oberen Stockwerken von Saks anders liegt als unten bei Klein, ist kein Versehen und keine Nachlässigkeit. Er ist Distinktion, ohne dass jemand sie als Plan ausgibt: Wer das r in fourth floor spricht oder verschluckt, markiert Zugehörigkeit zu einer Lage in der Stadt, die Zählung sichtbar macht. Wandel ist deshalb messbar, weil er sozial ist, nicht obwohl er sozial ist. Die ältere Dialektologie suchte den reinen Ortsdialekt und strich die Streuung als Störung; Labov nimmt die Streuung als den Gegenstand. Variable Regeln beschreiben, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Form unter welchen Bedingungen erscheint, statt eine einzige richtige Kette zu fordern.

Das Buch verbindet Zählung und Erzählung und macht aus beidem Werkzeuge. Die Gefahr im Alltag lockert die Kontrolle über den Laut; das förmliche Vorlesen zieht ihn nach oben; dazwischen liegt der Stilwechsel, den dieselben Sprecher beherrschen. Das Paradox des Beobachters besteht darin, dass schon das Zuhören den Stil hebt und die gesuchte Alltagsrede vertreibt; Labov erfindet Wege, trotzdem an sie heranzukommen, etwa über die Frage nach einer Situation, in der es um Leben und Tod ging. Gegen den idealen Sprecher Noam Chomskys, der in einer gleichförmigen Gemeinschaft fehlerfrei redet, setzt er die Feststellung, dass es solche Gemeinschaften nicht gibt. Es gibt Sprecher, die zwischen Stilen wechseln, und Gruppen, in denen der Wechsel selbst die Regel ist. Die nichtstandardsprachliche Varietät schwarzer Sprecher erscheint dabei nicht als verdorbenes Englisch, sondern als grammatisches System mit eigener Logik der Verneinung, der Erzählung und der Bewertung.

Der Ton ist empirisch, amerikanisch, ohne Verachtung für die Rede, die die Schule als falsch streicht. Genau darin lag der politische Kern, auch wo Labov ihn nicht als Streitschrift vorträgt: Wer den Nichtstandard als Unvermögen liest, verwechselt Grammatik mit Prestige. Die Aufsätze zur Logik des nichtstandardsprachlichen Englisch und zur Erzählung in Harlem gehören deshalb in dieselbe Sammlung wie die Kaufhausstudie. Labov schreibt gegen die Defizithypothese, ohne die Schule zu schonen, die den Unterschied zur Hochsprache als Mangel an Denken ausgibt. Die Variable, die sich zählen lässt, und die Geschichte, die jemand erzählt, tragen dieselbe Behauptung. Sprache ist sozial geordnetes Wissen, nicht das Echo eines reinen Vermögens.

Einordnung

Mit dieser Sammlung von 1972 gilt die variationistische Soziolinguistik als gegründet: die Lehre, dass Streuung regelhaft ist und Wandel sich im Leben der Sprecher beobachten lässt. Chomsky hatte die Kompetenz isoliert; Labov holte die Rede zurück, ohne die Regel aufzugeben, und zeigte, dass man zählen kann, ohne den Satz zur bloßen Häufigkeit zu machen. Basil Bernstein dachte Schicht vom Code her, Labov vom Laut und vom Stil; die Germanistik hat beides oft vermischt und dabei Labovs Pointe verdünnt, dass der Nichtstandard keine Denksperre ist. Die Kritik nennt die Quantifizierung zu glatt und die amerikanische Großstadt zu schnell zum Modell. Geblieben ist ein Verfahren, ohne das Dialekt, Klasse und Lautwandel kaum noch getrennt von Prestige beschrieben werden, und die Erlaubnis, die Alltagsrede ernst zu nehmen, ohne sie zu romantisieren.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.