Simulacron-3

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Simulacron-3
Autor(en): Daniel F. Galouye
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Heyne
Serie:
Erscheinungsjahr: 1964
Seitenanzahl: 222 Seiten
Originaltitel: Simulacron-3
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3453309049
ISBN-13/

EAN-Code:

9783453309043
Schlagwörter: Simulation, Wirklichkeit, Abbild, Bewusstsein
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Simulacron-3 ist der 1964 erschienene Zukunftsroman von Daniel F. Galouye, im britischen Druck auch Counterfeit World, deutsch zuerst 1965 als Welt am Draht. Eine Firma betreibt eine simulierte Großstadt zu Zwecken der Marktforschung; die gespeicherten Bewohner haben Bewusstsein und wissen nicht, dass sie Programme sind. Der technische Leiter beginnt zu zweifeln, ob seine eigene Welt die oberste ist. Galouye hat damit eine der frühen literarischen Beschreibungen der simulierten Wirklichkeit geschrieben, lange bevor das Bild in Filme wanderte. Der Titel nennt das Trugbild, lateinisch Simulacrum, und die dritte Stufe der Nachbildung.

Inhalt

Douglas Hall leitet bei der TEAG, der Test-AG, die Anlage, in deren Speichern Tausende von Stadtbewohnern leben, deren Alltag bis ins Kleinste gestaltet ist. Die Simulation dient der Vorhersage von Kaufverhalten. Halls Vorgesetzter Hannon Fuller kommt um; es sieht nach Unfall aus, riecht nach Mord. Fuller hat in der simulierten Stadt eine Nachricht hinterlassen. Hall steigt in die künstliche Welt ein und findet Spuren, die über Marktstudien hinausgehen. Einer der simulierten Menschen, der Wissenschaftler Siskins, beginnt zu ahnen, dass seine Umgebung nicht die letzte Wirklichkeit ist; genau diese Ahnung macht ihn für die Betreiber gefährlich.

Hall selbst stolpert über Lücken in seiner Welt: verschwundene Bekannte, die niemand sonst erinnert, Wände, hinter denen nichts ist, die Unmöglichkeit, bestimmte Fragen zu Ende zu denken. Er zieht den Schluss, den der Leser schon fürchtet: Auch Halls Ebene ist eine Simulation, betrieben von einer höheren Anlage, deren Techniker in seine Welt hineingreifen wie er in die untere. Jinx, eine Administratorin der oberen Wirklichkeit, steigt herab. Zwischen ihr und Hall entsteht eine behutsame Bindung. Oben plant der Große Simulatroniker, Halls Welt zu löschen, wenn sie unbequem wird – so wie Halls Firma unbequeme Simulanten löschen würde.

Mit Jinx’ Hilfe rettet Hall die eigene Ebene vor der Zerstörung und überträgt seinen Geist in den Körper des Großen Simulatronikers, der dem seinen nachgebildet ist; den Simulatroniker schleudert er in die untere Simulation, wo ein Aufstand gegen den Missbrauch der TEAG den alten Körper vernichtet. Die Liebe zu Jinx trägt die letzte Wendung. Galouye erzählt langsam und rechnerisch; Descartes’ Satz, dass das Denken das Dasein bezeugt, wird im Text selbst zum Werkzeug. Die gerettete Wirklichkeit, in die Hall aufsteigt, ist grauer als die Illusion. Der Pessimismus sitzt nicht in der Maschine, er sitzt in der oberen Welt, die sich als Enttäuschung entpuppt.

Einordnung

Galouye hat Platons Höhle in einen Rechner der sechziger Jahre gestellt, ohne Philosophie zu dozieren. Die Marktforschung als Grund der Schöpfung ist die Pointe: Nicht ein Demiurg, ein Konzern hat die Stadt gebaut, und die nächsthöhere Ebene ist kaum besser. Rainer Werner Fassbinders zweiteiliger Fernsehfilm Welt am Draht von 1973 hat dem Stoff Melancholie und Widerstand gegeben, die der Roman so nicht feiert. Josef Rusnaks The 13th Floor von 1999, von Roland Emmerich produziert, holte die Idee ins Kino der Jahrtausendwende; die Matrix-Filme übernahmen das Trugbild als Knechtschaft, nicht als Testmarkt. Uwe Anton hat Galouye neben Philip K. Dick gestellt: die Wirklichkeit als Schein, das Schicksal unanfechtbar.

Gegenüber Stanisław Lems Solaris, wo das Fremde den Verstand prüft, ist Galouyes Fremdes eine Firma. Heyne hat den Text 1983 als Simulacron-Drei in einer Bibliotheksreihe der phantastischen Literatur gebracht; Goldmann hatte ihn als Welt am Draht eingeführt, später erschien eine Ausgabe zum Film. Das Lemma hält den Originaltitel. Wer nur die Filme kennt, kennt oft den Aufstieg und nicht die Enttäuschung der oberen Farbe. Galouye bleibt der kältere Erzähler: Hall denkt sich frei und kommt in einer Welt an, die weniger wert ist als die, die er verlassen hat. Genau das hält den Roman wach, nachdem die Bilder ihn berühmt gemacht haben.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.