Seuchen und Völker

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Seuchen und Völker
Autor(en): William H. McNeill
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Edition Tiamat
Serie:
Erscheinungsjahr: 1976
Seitenanzahl: 334 Seiten
Originaltitel: Plagues and Peoples
Originalsprache: englisch
ISBN-10:
ISBN-13/

EAN-Code:

Schlagwörter: Seuche, Mikroparasit, Eroberung, Gleichgewicht
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen


Seuchen und Völker erschien 1976 als Plagues and Peoples; die erste deutsche Ausgabe trug den Titel Seuchen machen Geschichte. William H. McNeill schreibt Weltgeschichte von den Mikroparasiten her: Völker siegen und sterben, weil Erreger mitreisen, umkippen, ein Gleichgewicht finden oder zerbrechen.

Inhalt

McNeill unterscheidet den Menschen als Wirt von den kleinen Räubern in ihm und den großen Räubern um ihn. Stadt, Heer, Karawane, Schiff schaffen Dichte; Dichte schafft Seuchen. Die Pest im 14. Jahrhundert, die Pocken in Mexiko, die Blattern, die die Amerikas entvölkern, bevor Cortés den Rest macht: Eroberung ist oft Epidemiologie. Wer immun ist, hält das Land; wer es nicht ist, hinterlässt leere Felder, die wie Vorsehung aussehen.

Das Buch denkt in Gleichgewichten. Lange Phasen, in denen Wirt und Erreger sich aneinander gewöhnen; dann der Einbruch einer neuen Verbindung – die Steppe, der Atlantik, der Tropenwald. McNeill schreibt vor Aids und hat in späteren Vorworten nachgetragen, was nachkam. Die Stärke ist der Blick, der Könige und Keime in einem Satz hält. Die Grenze ist die Glätte: Kulturen werden zu Wirtsbevölkerungen, Politik zur Begleiterscheinung der Infektion.

Er erzählt nicht medizinisch im engeren Sinn. Er erzählt, wie Macht von unsichtbaren Verbündeten abhängt. Die Spanier in Mexiko, die Mongolen, die Pestzüge nach Europa: Immer ist die Seuche Mitspielerin, oft die ausschlaggebende.

Einordnung

Neben Diamonds Waffen, Keime und Stahl – das McNeills Keime zur Weltformel machte – und Todorovs Die Eroberung Amerikas steht hier die nüchterne Vorgabe: Ohne Pocken keine Conquista dieser Geschwindigkeit. Cline holt in 1177 v. Chr. den Gedanken in die Bronzezeit. Wer Weltgeschichte ohne Fieber schreibt, schreibt sie zu höfisch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.