Die Eroberung Amerikas

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Eroberung Amerikas
Autor(en): Tzvetan Todorov
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie: edition suhrkamp
Erscheinungsjahr: 1982
Seitenanzahl: 312 Seiten
Originaltitel: La Conquête de l'Amérique
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3518112139
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518112137
Schlagwörter: Anderes, Cortés, Zeichen, Vernichtung
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen
Umschlag

Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen erschien 1982, deutsch 1985. Tzvetan Todorov liest die spanische Landnahme nicht zuerst als Gold und Gewehre, sondern als Sieg im Lesen von Zeichen: Cortés versteht die Azteken besser, als sie ihn verstehen – und vernichtet sie.

Inhalt

Kolumbus entdeckt ein Land und verfehlt die Menschen: Er sucht das Bekannte, das Gold, die Inseln der Bibel. Cortés dagegen lernt Sprachen, sammelt Dolmetscher, nutzt Spaltungen, spielt Götterfurcht gegen Politik aus. Todorov, vom Strukturalismus her, macht daraus eine Semiotik der Eroberung. Wer die Zeichen des anderen beherrscht, beherrscht den anderen. Moctezuma zögert, deutet Vorzeichen, verliert die Zeit, die Cortés braucht. Die Conquista ist ein Ungleichgewicht der Wahrnehmung, bevor sie eines der Waffen ist.

Das Buch lässt die Opfer nicht stumm. Las Casas, Sahagún, die aztekischen Berichte der Niederlage: Stimmen, in denen das Andere sich selbst zu schreiben beginnt. Todorov fragt, ob Verstehen schon Achtung ist, und antwortet nein. Cortés versteht, um zu siegen. Die humanitäre Gegenstimme des Las Casas rettet Seelen und liefert denselben Kontinent der christlichen Ordnung aus. Am Ende steht die Vernichtung – Seuchen, Krieg, Zwangsarbeit – und die Geburt eines Diskurses über den Wilden, der Europa seither begleitet.

Todorov schreibt klar, fast lehrhaft, mit der Kälte dessen, der Zeichen analysiert, wo Blut floss. Die Kritik nannte das zu literarisch, zu wenig ökonomisch, die Azteken zu sehr als Text. Die Pointe bleibt unbequem: Neugier ist keine Unschuld.

Einordnung

Neben Saids Orientalismus und Diamonds Waffen, Keime und Stahl – Wissen als Macht, Keime als Waffe – steht Todorov als der Dritte: die Eroberung als Lektüre. McNeills Seuchen und Völker erklärt, warum die Körper brachen; Todorov, warum die Deutung brach. Wer 1492 nur als Begegnung erzählt, hat das Buch nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.