Seelen
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Seelen |
| Autor(en): | Stephenie Meyer |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Carlsen |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2008 |
| Seitenanzahl: | 912 Seiten |
| Originaltitel: | The Host |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 355131036X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783551310361 |
| Schlagwörter: | Besetzung, Wüste, Körper, Widerstand |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Seelen ist ein Roman von Stephenie Meyer, 2008 unter dem Titel The Host erschienen, deutsch bei Carlsen. Nach den Bella-Bänden schrieb Meyer hier keine Vampirgeschichte, sondern eine Zukunft, in der körperlose Wesen, im Buch Seelen genannt, die Menschheit als Wirte übernommen haben. Erzählt wird aus der Sicht der Seele Wanderer, die in den Körper der Widerständigen Melanie Stryder gesetzt wird und merkt, dass die Vorbesitzerin nicht weicht. Das Buch ist lang, gefühlsgenau in der Doppelung eines Körpers und politisch nur soweit, als Eroberung als sanfte Ordnung auftritt. Es fand ein großes Jugend- und Erwachsenenpublikum und eine Verfilmung, die den Stoff glättete.
Inhalt
Die Erde ist fast vollständig „geheilt“: Die Seelen leben friedlich in menschlichen Körpern, erinnern sich an viele Planeten und halten Gewalt für eine Krankheit der alten Wirte. Wanderer, eine erfahrene Seele, erhält den Körper der gefangenen Melanie, weil Melanie das Versteck noch lebender Menschen kennen könnte. Doch Melanie bleibt als Stimme, Gedächtnis und Wille im Kopf. Sie liebt Jared, sie sucht den kleinen Bruder Jamie, und diese Liebe steckt Wanderer an, die einen Mann begehrt, den sie nie gesehen hat. Die Sucherin, eine Seele in der Gestalt einer Ermittlerin, bedrängt Wanderer, die Erinnerungen herauszupressen; Wanderer flieht stattdessen in die Wüste Arizonas, von Melanies Wissen geführt, halb gegen den eigenen Auftrag.
Im unterirdischen Versteck des Onkels Jeb leben die letzten Freien: misstrauisch, bewaffnet, bereit, eine Seele mit dem Körper zu töten. Jared erkennt Melanies Gang und Stimme und hasst das Wesen darin; Ian beginnt, Wanderer als Person zu sehen, nicht als Parasit. Der Roman dehnt das Zusammenleben: Arbeit in den Höhlen, Rationen, Ausflüge, die Frage, ob man einer Seele trauen darf, die den Feind kennt. Melanie und Wanderer teilen Träume, Hunger, Scham; keine der beiden gibt den Körper frei. Wanderer lernt, Menschen zu achten, und verrät doch, indem sie atmet, das eigene Volk. Die Höhle wird zum Ort einer dreifachen Bindung: Melanie-Jared, Wanderer-Ian, und die Freundschaft der beiden Bewohnerinnen desselben Fleisches.
Die Lösung, die Meyer findet, ist chirurgisch und moralisch: Wanderer will sich opfern, den Körper Melanie zurückgeben und sterben oder weiterziehen; die Menschen, die sie hassen gelernt haben, lassen das nicht zu. Ein anderer, fast leerer Körper wird gefunden, Wanderer darin gesetzt, Melanie und Jared vereint, Ian an der Seite der Seele, die nun sichtbar sie selbst ist. Der Schluss versöhnt, was der Anfang als unmöglich behauptet hat: Koexistenz auf kleinem Raum, ohne die Erde zurückzuerobern. Jamie überlebt, Jeb hat recht behalten, dass Reden besser sei als Erschießen, und die Sucherin bleibt die Figur des Systems, das keine Doppelung duldet. Der Roman endet bei den Lebenden in der Wüste, nicht bei den Palästen der Seelen in den Städten.
Einordnung
Meyer hat das Motiv der Körperbesetzung, bekannt aus älteren Zukunftsromanen, in eine Gefühlserzählung gewendet: Die politische Frage, wem der Planet gehört, tritt hinter die Frage zurück, wem ein Körper gehört, wenn zwei Ichs darin wohnen. Carlsen hat den Band als Jugendbuch großer Reichweite geführt; der englische Erstdruck zielte breiter. Die Verfilmung von 2013 mit Saoirse Ronan kürzte und glättete, wie das bei solchen Stoffen üblich ist, und machte aus der Höhle ein klareres Liebesviereck. Wer Meyers Bella-Bücher ablehnt, findet hier denselben Ernst der Bindung, nur ohne Vampire, mit Wüste und Getreidevorrat.
Gegen die kälteren Klassiker der Übernahme – Körper als Hülle, Menschheit als Rest – setzt Seelen auf Empathie als Ansteckung in beide Richtungen. Das ist rührend und angreifbar: Die Eroberer sind zu höflich, die Lösung zu gerecht, die Länge zu geduldig. Trotzdem bleibt die Doppelstimme im Kopf das, was das Buch trägt. Wer nach 2008 über geteilte Körper und über Jugendromane nach den Vampirbüchern sprach, sprach auch hinter diesem Band, selbst wenn er das Wort Seelen für zu weich hielt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
