Schwarze Nebel
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Schwarze Nebel |
| Autor(en): | Michael Crichton |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Knaur |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1976 |
| Seitenanzahl: | 255 Seiten |
| Originaltitel: | Eaters of the Dead |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 342660289X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783426602898 |
| Schlagwörter: | Wikinger, Reisebericht, Ungeheuer, Nebel |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Schwarze Nebel ist der 1976 erschienene Roman von Michael Crichton, im Original Eaters of the Dead. Der arabische Gesandte Ibn Fadlān reist im Jahr 922 nach Norden und gerät unter Nordmänner, die Ungeheuer aus dem Nebel bekämpfen sollen; Crichton hat den historischen Reisebericht des wirklichen Ahmad ibn Fadlān mit dem altenglischen Beowulf gekreuzt und den Ton der Chronik beibehalten, als wäre das Buch eine Quelle. Auf Deutsch hieß es zuerst Die ihre Toten essen, später Schwarze Nebel und nach dem Film Der 13. Krieger. Es ist ein schmaler, seltsamer Crichton: weniger Labor als Lagerfeuer, und gerade deshalb eines seiner hartnäckigsten Bücher.
Inhalt
Ibn Fadlān reist im Auftrag des Kalifen von Bagdad zum König der Saqaliba, über das Kaspische Meer und die Wolga. Bevor er ankommt, trifft er auf Buliwyf und dessen Leute und wohnt einer Schiffsbestattung bei: Sklavin, Lieder, das Schiff in Flammen – Szenen, die der echte Ibn Fadlān beschrieben hat und die Crichton fast urkundlich nachschreibt. Ein Bote König Rothgars berichtet von Wesen, die mit dem Nebel kommen und Menschen fressen. Eine Seherin sagt, nur dreizehn Krieger könnten das Unheil wenden, und der dreizehnte dürfe kein Wikinger sein. Ibn Fadlān, der sich für einen Diplomaten hält, nicht für einen Kämpfer, wird wider Willen der Dreizehnte.
Die Fahrt nach Rothgars Halle ist nass, kalt und voller Missverständnisse: Sprache, Reinlichkeit, Religion, der Körper des anderen. Ibn Fadlān lernt zu reiten, zu schweigen, Fleisch zu essen, das ihm widerstrebt. In der Halle herrscht Angst; die Angriffe kommen aus dem Nebel, nächtlich, mit einer Grausamkeit, die erst mythisch scheint. Crichton lässt lange offen, was die Wendol sind – Ungeheuer der Sage oder ein Volk in Bärenhäuten, das seine Toten isst. Buliwyf führt die dreizehn, Ibn Fadlān zählt und schreibt, ein Chronist wider Willen. Die Kämpfe folgen dem Beowulf-Bogen: Halle, Mutter der Ungeheuer, ein letzter Gang in die Höhle.
Buliwyf siegt und stirbt den Tod des Helden. Ibn Fadlān überlebt und kehrt in die Schrift zurück: Der Roman gibt sich als gefundene Handschrift, mit Anmerkungen eines Herausgebers, der die Authentizität betont und damit den Kunstgriff zeigt. Die Ungeheuer verlieren im Licht ihre Übernatur, ohne harmlos zu werden. Crichton hat die Mischung gewollt: der ethnographische Blick des Arabers auf die Nordleute, der germanische Heldenstoff, die moderne Vermutung, hinter dem Mythos stecke ein Volk. Ibn Fadlān bleibt fremd und wird doch der, ohne den die zwölf nicht dreizehn wären. Der Nebel behält das letzte Wort, auch wenn man ihn erklären kann.
Einordnung
Crichton, Arzt und Bestsellerautor der Labore und Parks, hat hier den Gestus des Gelehrtenroman gewählt, den Beowulf als verborgene Geschichte zu lesen. Der historische Ibn Fadlān lieferte die Wolga, die Bestattung, den fremden Blick; Buliwyf ist Beowulf, Rothgar Hrothgar, die Wendol die Nachfahren einer Deutung, die Ungeheuer zu Menschen macht. Das Verfahren ist unterhaltsam und anmaßend zugleich: Es erklärt die Sage, indem es sie nachspielt. 1999 verfilmte John McTiernan den Stoff als Der 13te Krieger mit Antonio Banderas; Crichton übernahm später die Regie, der Film wurde umgeschnitten, verspätet und zum Abenteuerbild, das den Chronikton des Buches kaum hält.
Die deutschen Titel haben das Buch verdoppelt, ohne es zu klären. Knaur brachte die Übersetzung von Georg Schmidt; die angegebene Ausgabe folgt dieser Linie unter dem älteren deutschen Titel der Totenesser, inhaltlich dasselbe Werk wie Schwarze Nebel. Wer Crichton nur von Dinosauriern kennt, findet hier den Autor als Fälscher von Quellen: genau, trocken, mit dem Vergnügen, den Leser zum Zeugen einer Ausgrabung zu machen, die er selbst arrangiert hat. Neben dem Beowulf-Epos ist der Roman die populäre Probe, ob man Heldenlied und Reisebericht ineinander schieben kann, ohne dass beide zerfallen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
