Schlafes Bruder
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Schlafes Bruder |
| Autor(en): | Robert Schneider |
| Originaltitel: | Schlafes Bruder |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1992 |
| Schlagwörter: | Orgel, Dorf, Gehör, Liebe |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 190 Seiten |
| ISBN: | 9783150208045 |
| Verweise | |
Schlafes Bruder ist der 1992 bei Reclam Leipzig erschienene Roman von Robert Schneider. Im vorarlbergischen Bergdorf Eschberg, wo nur zwei Nachnamen vorkommen, wächst ein Musiker heran, dessen Gehör die Welt zerreißt und dessen Liebe zur Cousine unerfüllt bleibt, bis er beschließt, nicht mehr zu schlafen. Schneider, in Götzis aufgewachsen, hat dem Ort Meschach den Namen Eschberg gegeben und eine Kunstsprache aus Dialekt, Archaismen und Klangwörtern gebaut. Der Band wurde in Dutzende Sprachen übersetzt. Der Titel zitiert den Choral »Komm, o Tod, du Schlafes Bruder« aus Bachs Kantate Ich will den Kreuzstab gerne tragen.
Inhalt
Johannes Elias Alder wird 1803 geboren, leiblicher Sohn des Kurats, aufgezogen im Haus des Seff Alder. Die Mutter schließt das Kind ein. Mit fünf Jahren überfällt ihn eine Schärfung des Gehörs: Er fällt in Trance, pubertiert vor der Zeit, die Iris wird gelb. Fortan hört er den Herzschlag eines ungeborenen Kindes im Dorf – es ist die Cousine Elsbeth. Elias übt die Stimme, bis er jede Lage und fast jeden Dorfbewohner nachahmen kann. Der gleichaltrige Cousin Peter, Elsbeths Bruder, ist von ihm angezogen und wird später sein Balgtreter, wenn Elias sich nachts in die Kirche schleicht und das Orgelspiel erlernt.
An Weihnachten, Elias ist zwölf, zündet Peter aus Wut über den Vater den Hof an. Elias rettet Elsbeth; der Föhn trägt das Feuer über das Dorf. Er schweigt, aus Liebe zu Peter. Nach dem Freitod des Organisten Oskar wird Elias Lehrer und Spieler, geachtet und fremd. Peter, eifersüchtig auf die Nähe zu Elsbeth, arrangiert ihre Heirat mit dem Bauernsohn Lukas, und Elsbeth fügt sich, wie sie sich ihr Leben lang gefügt hat. Elias klagt Gott an; eine Vision nimmt ihm die Liebe und das Gelb aus den Augen, und die Leere ist schlimmer als die Qual. Der Feldkircher Domorganist Goller hört ihn und lädt ihn zum Orgelfest nach Feldberg.
Dort extemporiert Elias über den Choral vom Bruder des Schlafes und entflammt neu. Auf dem Rückweg erinnert er sich eines Predigers: Wer wahrhaft liebt, schläft nicht. Er bleibt wach, Tage hindurch; Peter muss schweigen. Elias stirbt an den Tollkirschen, die das Wachen erzwingen sollten. Peter begräbt den Freund. Der Roman rahmt die Lebenszeit 1803 bis 1825 mit Kapiteln, die den Leser anreden, und mit zwei Feuern, die Eschberg fast vernichten. Der Erzähler kennt den Ausgang von der ersten Seite an und nennt Elias trotzdem, als lebte er noch, weil das Dorf ihn sonst verschweigen würde.
Einordnung
Schneider hat den Genie- und Dorfroman des neunzehnten Jahrhunderts in eine Sprache gelegt, die selbst wie eine Orgel registriert: Klangwetter, Klangstürme, Wiederholungen. Die Kritik schwankte zwischen Enthusiasmus und dem Vorwurf des Kalküls; Iris Radisch schrieb gegen die junge deutschsprachige Literatur, die ihr zu brav war, und traf damit auch die Naturseligkeit, die Schneider riskiert. Joseph Vilsmaiers Film von 1995 mit André Eisermann, Ben Becker und Dana Vávrová hat den Stoff ins Bild gebracht und den Text verkürzt. Eine Oper mit Schneiders Libretto folgte in Zürich.
Gegen Narziss und Goldmund ist die Kunst hier keine Wanderung, sondern ein Gehör, das das Dorf nicht erträgt. Eschberg bleibt ein Labor der Inzucht und der Doppelmoral, in dem Elias' Begabung keinen Raum hat außer der Kirche nachts. Peters Feuer und die Tollkirsche gehören zusammen: Die Liebe tötet, weil das Dorf ihr keine Form gibt. Die Musik ist kein Trost, sondern die letzte Steigerung vor dem Entschluss, nicht mehr zu schlafen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
