Narziß und Goldmund

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Narziß und Goldmund
Autor(en): Hermann Hesse
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1930
Seitenanzahl: 305 Seiten
Originaltitel: Narziß und Goldmund
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518367749
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518367742
Schlagwörter: Kloster, Wanderung, Geist, Leben
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Narziß und Goldmund von Hermann Hesse erschien 1930, zwischen Steppenwolf und dem späteren Glasperlenspiel, und erzählt zwei Lebensformen als Freundschaft: den Denker im Kloster und den Bildner auf der Landstraße. Narziß bleibt, Goldmund geht; am Ende kehrt der Wanderer sterbend zurück, und der Abt erkennt, dass er ohne ihn nur halb gelebt hat. Hesse verlegt die Geschichte ins späte Mittelalter, in das erfundene Kloster Mariabronn, ohne Historie zu schreiben. Es ist ein Ideenroman in erzählter Fülle: Pest, Liebe, Galgen, Holz. Der Titel nennt beide, nicht den einen Helden.

Inhalt

Goldmund kommt als Knabe ins Kloster, dem Vater zur Sühne für die verschwundene Mutter übergeben. Narziß, schon Lehrer, erkennt in ihm das Gegenbild: Sinne gegen Geist, Mutter gegen Vater. Er löst Goldmund aus der Klosterbahn, nicht aus Verrat, sondern weil er ihn kennt. Goldmund flieht nach einer Begegnung mit dem Mädchen Lise, wandert, liebt, tötet in Notwehr, lernt bei Meister Niklaus die Bildschnitzerei. Er will die Mutter, die er kaum gekannt hat, in Figuren finden: Eva, Madonna, die Urmutter. Jahre führen ihn durch Städte und Wälder, zu Lydia, der Burgtochter, die er küsst und verlässt, zu Lene, die in der Pest stirbt, zu fahrenden Weibern und zu einer Gräfin.

Die Pest entvölkert das Land; Goldmund sieht Wagen voller Toter, tanzt, schnitzt, entkommt dem Tod und dem Gericht, dem Narziß – inzwischen Abt – ihn entreißt. Im Kloster schnitzt er das große Marienwerk, wird unruhig, zieht noch einmal fort, gerät in eine Liebesaffäre am bischöflichen Hof, tötet den Nebenbuhler, wird zum Galgen geführt. Narziß rettet ihn ein zweites Mal. Goldmund, verbraucht, kehrt endgültig zurück, arbeitet am Standbild und stirbt mit der Frage, ob Narziß ihn je habe lieben können, und mit dem Satz, man müsse die Mutter suchen. Narziß bleibt mit der Einsicht zurück, dass der Geist ohne die Sinne verdorrt.

Hesse gibt Goldmund die Fülle der Kapitel, Narziß die knappe, klare Rede. Die Frauen bleiben oft Stationen einer Mutter-Suche, was die Kritik als Schwäche gelesen hat. Die Pestkapitel gehören zum Stärksten: Kunst gegen Verwesung, ohne dass die Kunst siegt. Das Kloster ist nicht Kerker, sondern eine der beiden Wahrheiten; die Straße ist nicht Freiheit, sondern die andere. Freundschaft hält sie zusammen, erotisch unterlegt und nie vollzogen. Goldmunds Kunstwerke – die Lisen-Madonna, die Narziß-Figur – sind die Versöhnung, die das Leben nicht leistet, und sie überdauern den Mann, der sie geschnitzt hat.

Einordnung

Das Buch wurde Hesses meistgelesener Roman, geliebt von Lesern, die Goldmunds Wanderung als Freibrief nahmen, und getadelt als glatte Gegensatzlehre. Neben Siddhartha und Demian steht hier das Paar statt des einzelnen Suchers. Thomas Mann schätzte Hesse; eine jüngere Kritik fand die Frauenbilder und die Mittelalterkulisse ungenau. Verfilmungen haben die Landstraße und die Körper bevorzugt, die Klostergespräche gekürzt. Suhrkamp hält den Text im Taschenbuch neben den Werkausgaben. Die anhaltende Beliebtheit ändert nichts an der Härte der Pestkapitel, die viele Schwärmer überschlagen.

Wer Geist und Leben als Feinde denkt, findet in Hesse die Behauptung, sie seien Freunde, die einander nicht folgen können. Das ist tröstlich und bequem, wenn man die Pest und den Galgen überspringt. Der Roman überspringt sie nicht. Er lässt Goldmund sterben, nicht als Heiligen und nicht als Wüstling, sondern als Mann, der Bilder gemacht hat und die Mutter nicht gefunden. Narziß schließt ihm die Augen. Die deutsche Nachkriegslektüre hat daraus oft eine Jugendweihe gemacht; der Text ist älter, dunkler und genauer in der Freundschaft zweier Ungleicher.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.