Ringwelt
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Ringwelt |
| Autor(en): | Larry Niven |
| Originaltitel: | Ringworld |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1970 |
| Schlagwörter: | Ring, Expedition, Artefakt, All |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Bastei Lübbe
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| Umfang dieser Ausgabe: | 445 Seiten |
| ISBN: | 9783404242382 |
| Verweise | |
Ringwelt ist der 1970 erschienene Zukunftsroman von Larry Niven, im Original Ringworld, deutsch zuerst 1972. Ein ringförmiges Bauwerk umgibt einen Stern in Erdbahnabstand, eineinhalb Millionen Kilometer breit, mit Wällen, die die Luft halten; die Fläche entspricht etwa dem Dreimillionenfachen der Erde. Niven hat die harte Phantastik – Zahlen, Materialien, Bahnen – zum Abenteuer gemacht und dafür den Hugo-, den Nebula- und den Locuspreis bekommen. Das Buch eröffnete den Zyklus um den Bekannten Raum und eine Reihe von Fortsetzungen, die nachlieferten, was Physiker an der Konstruktion auszusetzen hatten. Es erzählt keine Rettung der Galaxis, sondern vier ungleiche Reisende, die auf einem Artefakt stranden, das sie nicht begreifen.
Inhalt
Louis Wu, zweihundert Jahre alt und der sinnentleerten Feste des neunundzwanzigsten Jahrhunderts überdrüssig, lässt sich von dem dreiköpfigen Nessus anheuern, einem Wesen der Puppenspieler, das als wahnsinnig gilt, weil es Risiko sucht. Mit dabei sind Teela Brown, eine junge Frau, deren Blutlinie die Puppenspieler auf Glück hin gezüchtet haben, und Sprecher-zu-Tieren, ein Kzin, Angehöriger eines Kriegervolks, das die Menschen einst bekriegte. Das Schiff, die Lügende Memme, nähert sich dem Ring und wird von der automatischen Meteorenabwehr getroffen. Die vier stürzen auf die Innenfläche. Das Schiff ist beschädigt, der Rückweg versperrt, die Welt unter ihnen scheint leer und ist es nicht.
Sie reisen mit einem fliegenden Gebäude, das die Erbauer hinterlassen haben, über Meere und Ebenen, deren Maßstab jeden irdischen Vergleich sprengt. Tag und Nacht erzeugt ein innerer Ring aus Schattenblenden; die Sonne steht immer im Zenit. Die Bewohner sind Menschen oder menschenähnlich, in Stämme und Stadtstaaten zerfallen, die Technik der Erbauer verloren. Eine Katastrophe hat die Zivilisation auf mittelalterliche Zustände zurückgeworfen. Die Reisenden treffen Halrloprillalar, eine Überlebende einer älteren Hochkultur, die den Ring noch anders gekannt hat. Sprecher-zu-Tieren will kämpfen, Nessus will verstehen und überleben, Teela folgt einem Glück, das andere in Gefahr bringt, Louis will nach Hause und begreift, dass Heimat hier keine Richtung hat.
Die Suche nach einem Weg hinauf zu den Randwällen, wo Schiffe starten könnten, wird zur Durchquerung einer Welt, die keine Karte hat. Sie finden die Faust Gottes, einen hohlen Berg, den ein Einschlag von unten aufgeworfen hat, und Ruinen, deren Zweck niemand mehr kennt. Am Ende gelingt die Flucht, aber nicht als Triumph: Der Ring bleibt zurück, bewohnt, instabil in der Bahn, ein Rätsel, das die Fortsetzungen weiterdrehen. Niven erzählt die Wunder der Konstruktion und die Kleinheit der vier dagegen, ohne dass die Zahlen die Figuren ersetzen. Der Kzin lernt Achtung, der Puppenspieler zahlt mit dem Körper, Teelas Glück entpuppt sich als Falle für alle, die neben ihr gehen, Louis bleibt der Mensch, der zu lange gelebt hat, um noch zu staunen, und dennoch staunt.
Einordnung
Niven hat Mathematik und Physik studiert und die Ringwelt so angelegt, dass man nachrechnen kann: Masse, Drehung, künstliche Schwere, das Material Scrith, das die Zugkräfte aushalten müsste. Leser schrieben ihm, der Ring sei in der Bahnebene instabil; Ringwelt-Ingenieure (1980) antwortete darauf mit Triebwerken und einer drohenden Kollision. Das ist selten: ein Roman, der die Kritik in die Handlung der Fortsetzung baut. Im Bekannten Raum stehen Menschen, Kzin und Puppenspieler in einem Geflecht aus Kriegen und Feigheit; die Puppenspieler fliehen lieber mit ganzen Planeten, als zu kämpfen. Ringwelt holt diese Völker auf ein einziges Bauwerk, das älter ist als ihre Politik.
Die Nachwelt hat den Ring als Bild behalten, oft ohne das Buch: Spielwelten, andere Reihen, parodistische Scheiben bei Terry Pratchett. Wer nur das Artefakt kennt, kennt die Hälfte. Die andere Hälfte ist die Expedition als Charakterstudie unter Extrembedingungen, näher an der klassischen Entdeckungsfahrt als an der Schlacht im All. Gegenüber Stanisław Lems Solaris, wo der fremde Ozean den Verstand prüft, ist Nivens Ring tot und gebaut, und gerade deshalb unheimlich: Jemand hat das errichtet und ist gegangen oder gescheitert. Die deutsche Taschenbuchausgabe von Bastei Lübbe folgt der Übersetzung von Axel Merz, die den Text ungekürzt geben will. Der Zyklus ist gewachsen; der erste Band bleibt der Satz, mit dem die Idee in die Welt kam.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
