Pseudo-Chrysostomos ist der Sammelname für unbekannte Verfasser von Texten, die man Johannes Chrysostomos zulegte. Das Unvollständige Werk über Matthäus ist der folgenreichste Fall: ein arianischer Matthäuskommentar des fünften Jahrhunderts, den das Mittelalter als goldenen Mund las.
Leben
Ein Leben des Verfassers lässt sich nicht erzählen. Der Kommentar stammt von einem lateinisch schreibenden Kleriker, der Griechisch beherrschte, vermutlich in einer Kontaktzone beider Sprachen, etwa auf dem Balkan, vor oder unter Kaiser Theodosius II. Kandidaten – der arianische Priester Timotheus, Bischof Maximinus, der Diakon Anianus von Celeda – bleiben ungesichert. Unvollständig heißt das Werk, weil Lücken klaffen und Passion und Ostern fehlen.
Wirkung
Die Zuschreibung an Chrysostomos hat einem Ketzer die Kanzel des Mittelalters gegeben. Thomas von Aquin soll gesagt haben, er hätte lieber eine vollständige Ausgabe dieses unvollständigen Kommentars als das Amt des Bürgermeisters von Paris; Abaelard, Bonaventura, John Wyclif und Jan Hus haben daraus geschöpft. Arianische Sätze stehen an einzelnen Stellen, nicht als Programm über dem Ganzen; wer sie überlas, hielt einen Kirchenlehrer in der Hand.
1530 wies Erasmus von Rotterdam nach, dass der Verfasser ein anonymer Arianer war. Danach verstummte die Wirkung. Wer das Buch nur als Irrtum führt, verfehlt die exegetische Praxis des fünften Jahrhunderts; wer nur den goldenen Mund hört, verfehlt die vier Stellen, an denen der Sohn dem Vater untergeordnet wird. Die Lücken haben den Ruhm nicht gemindert, solange der Name darüber stand.
Werke
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.