Postdemokratie

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Colin Crouch · 2004 · Sachbuch, Zeitdiagnose
Das Werk
Deutscher Titel: Postdemokratie
Autor(en): Colin Crouch
Originaltitel: Post-Democracy
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2004
Schlagwörter: Demokratie, Konzern, Lobby, Publikum
Sachgebiete: Sachbuch, Zeitdiagnose
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Erscheinungsort: Post-Democracy
Serie: edition suhrkamp
Umfang dieser Ausgabe: 159 Seiten
ISBN: 9783518125403
Verweise
Umschlag

Postdemokratie ist die 2004 erschienene Schrift von Colin Crouch, deutsch 2008 bei Suhrkamp. Sie beschreibt Demokratien, deren Formen intakt sind, während die Substanz an Konzerne und professionelle Politik abwandert. Der Titel wurde zum Wort der zehner Jahre.

Inhalt

Crouch zeichnet eine Parabel: die Demokratie steigt, erreicht eine Dichte der Beteiligung, fällt in eine Lage, in der Wahlen, Rechte, Parlamente weiterbestehen und doch die Agenda woanders gemacht wird. Globale Firmen, beratene Parteien, Bürger als Zuschauer. Postdemokratie ist kein Staatsstreich, sie ist Entleerung. Klassen verschwinden aus der Rede und bleiben in der Verteilung. Öffentliche Güter werden Märkte, als wäre Kauf dasselbe wie Entscheidung. Das Buch ist ein Essay, kurz, polemisch, mit Beispielen aus Großbritannien, Italien, den Vereinigten Staaten, lesbar als westeuropäische Diagnose.

Gegen Fukuyamas Ende der Geschichte setzt Crouch die Behauptung, dass der Liberalismus siegen kann, ohne demokratisch zu bleiben. Gegen die Rede vom Politikverdrossenen Bürger setzt er die Frage, wem die Verdrossenheit nützt. Parteien, die Mitglieder verloren haben, ersetzen sie durch Medien und Geld. Die Pointe ist nicht Nostalgie nach 1950, es ist die Warnung, dass Formalität täuscht. Kritik hat den Begriff für zu dehnbar, die Empirie für zu journalistisch, den Niedergang für zu glatt erzählt gehalten. Crouch hat nachgelegt, ohne den Kern zu ändern: Postdemokratie bleibt die Lage, in der man wählen darf und wenig zu sagen hat.

Die deutsche Aufnahme war heftig, weil sie eine Republik traf, die sich für die gelungene Demokratie hielt. Occupy, die Empörung über Banken, später die populistische Rechte haben den Titel benutzt, oft gegen den Strich. Wer nur Elitenkritik will, findet Sätze; wer nur Populismus sagen will, hat das Kapitel über die Firma nicht gelesen. Die Stärke ist der Name, der eine Leere bezeichnet, ohne gleich Diktatur zu schreien. Die Grenze ist derselbe Name, der jede Unzufriedenheit aufsaugt.

Einordnung

Ohne dieses Buch fehlt der Zeit nach 1989 das Wort für die hohle Demokratie. In Zeitdiagnosen nach 1989 steht es gegen Fukuyamas Sieg und neben Streecks gekaufter Zeit: Entleerung der Politik, Aufschub der Krise. Wer nur Ende der Geschichte kennt, hat die Kulisse nicht gesehen, die danach blieb.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.