Politische Theologie
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Politische Theologie |
| Autor(en): | Carl Schmitt
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1922 |
| Schlagwörter: | Souverän, Ausnahme, Dezision, Theologie |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Duncker & Humblot
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| Umfang dieser Ausgabe: | 70 Seiten |
| ISBN: | 9783428132164 |
| Verweise | |
Politische Theologie ist die 1922 erschienene Schrift von Carl Schmitt über Souveränität als Entscheidung über den Ausnahmezustand. Vier Jahre vor der Verfassungslehre und zehn vor dem Begriff des Politischen steht hier der Satz, der sein Werk trägt: Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet. 1933 trat Schmitt in die NSDAP ein und stellte die Dezision, die er beschreibt, auf die Seite der Nationalsozialisten.
Inhalt
Schmitt reißt die Souveränität aus der Norm. Wer das Recht als lückenloses System von Sätzen denkt – der Gegner heißt hier Hans Kelsen –, hat für den Fall, der nicht vorgesehen ist, nichts als Analogie und Verlegenheit. Der Ausnahmezustand ist dieser Fall: Die Norm gilt nicht, und trotzdem muss jemand gelten, der sagt, dass Ausnahme ist und was nun gilt. Souveränität ist keine Kompetenz unter anderen, sie ist die Kompetenz, Kompetenzen zu setzen und auszusetzen. Die Entscheidung kommt der Norm zuvor. Schmitt nennt das Dezisionismus und hält ihn nicht für einen Mangel der Theorie, sondern für die Wahrheit der Politik. Wo diskutiert wird, bis die Lage sich von selbst fügt, ist niemand souverän.
Das zweite Argument hängt die Staatslehre an die Theologie. Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe: Allmacht Gottes wird zur Allmacht des Gesetzgebers, das Wunder zur Ausnahme, die Entscheidung aus dem Nichts zur Schöpfung. Das achtzehnte Jahrhundert dachte deistisch: Der Uhrmacher zieht sich zurück, die Maschine läuft. Das neunzehnte dachte immanent: Gott und Souverän verschwinden in Verfahren, Ökonomie, Naturgesetz. Schmitt schreibt gegen beides. Er will die Transzendenz der Entscheidung zurück, nicht den Gott der Kirchen, sondern die Stelle, an der jemand ja oder nein sagt, ohne dass eine Norm ihn trägt. Donoso Cortés, de Maistre, die katholische Gegenrevolution liefern die Zeugen; der Liberalismus liefert den Feind, der alles verhandelt und nichts entscheidet.
Die Schrift ist kurz, polemisch, ohne den Apparat eines Lehrbuchs. 1934 hat Schmitt eine zweite Auflage mit drei neuen Kapiteln versehen, in der die Spitze gegen den Gesetzesstaat der Weimarer Zeit noch schärfer steht. Wer den Text von 1922 als reine Begriffsarbeit liest, tut, was Schmitt später selbst getan hat: die Dezision von der Partei trennen, die sie ergriff. 1933 lieferte er der Machtübernahme die juristische Sprache, rechtfertigte den Röhm-Mord als Entscheidung des Führers, schrieb antisemitisch gegen jüdische Kollegen im Recht. 1936 stellte die SS ihn kalt, gereinigt wurde er nicht. Die Ausnahme, über die der Souverän entscheidet, war in Deutschland der Weg in die Diktatur, nicht ein Gedankenexperiment. Das Buch erklärt, warum Schmitt das für juristisch folgerichtig halten konnte. Es entschuldigt es nicht.
Einordnung
Politische Theologie gehört zur Vorgeschichte der Diktatur, die Schmitt gerechtfertigt und mitgetragen hat, und sie bleibt in der politischen Theorie, weil Ausnahme und Entscheidung sich nicht dadurch erledigen, dass man den Autor verwirft. Der Dezisionismus ist die Lehre, dass Geltung aus dem Akt kommt, nicht aus der Norm – und diese Lehre hat 1933 eine Adresse gefunden. Hans Kelsens Reine Rechtslehre steht als der Gegner, den Schmitt braucht; Hannah Arendts Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft liest die offene Ordnung gegen genau diese Entscheidung. Die Linke hat Schmitt später gegen den Liberalismus gewendet, die Rechte als Kronzeugen genommen. Beides bestätigt die Gefahr. Wer ihn nur als scharfsinnigen Juristen rettet, unterschlägt die Partei; wer ihn nur als Parteimann entsorgt, unterschlägt, warum der Satz über den Souverän weiterwirkt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
