Picknick am Wegesrand
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Picknick am Wegesrand |
| Autor(en): | Arkadi Strugazki, Boris Strugazki |
| Originaltitel: | Пикник на обочине |
| Originalsprache: | russisch |
| Erstveröffentlichung: | 1972 |
| Schlagwörter: | Zone, Artefakte, Wunsch, Besuch |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 189 Seiten |
| ISBN: | 9783518371701 |
| Verweise | |
Picknick am Wegesrand ist der 1972 auf Russisch erschienene Zukunftsroman von Arkadi Strugazki und Boris Strugazki, deutsch 1975 im Verlag Das Neue Berlin, 1981 bei Suhrkamp in der Übersetzung von Aljonna Möckel mit einem Nachwort von Stanisław Lem. Außerirdische haben die Erde an sechs Stellen „besucht“ und Zonen hinterlassen, voller gefährlicher, unverstandener Dinge. Der Titel meint: Wie nach einem Halt am Straßenrand bleibt Müll zurück, den Insekten nicht deuten können, der sie aber tötet. Die Schatzgräber, im Original Stalker, gehen trotzdem hinein. Der Roman ist kurz, hart und philosophisch, ohne Heldenpathos.
Inhalt
Die Stadt Harmont liegt am Rand einer Zone. Militär und Wissenschaft riegeln ab, Artefakte sind verboten und trotzdem Alltag: Schmuck, Antrieb, Ware auf dem Schwarzmarkt. Roderic Schuchart, genannt Red, ist Schatzgräber, einer der Männer, die nachts über den Zaun steigen, Fallen aus außerirdischer Physik umgehen und Funde verkaufen. Der erste Abschnitt zeigt ihn noch bei offiziellen Expeditionen, in der Ich-Form; später, illegal, wechselt die Erzählung. Freunde sterben, Roboter übernehmen Bergungen, die alten Schmuggler werden weniger. Schucharts Tochter, von der Zone gezeichnet, und die Frau binden ihn an Harmont, das von der Zone lebt und sie hasst.
Wissenschaftler stellen Thesen auf: Experiment mit weißen Mäusen, Unfall unbemannter Schiffe, Gleichgültigkeit der Besucher, die die Menschheit nicht einmal bemerkt haben. Schuchart interessiert das weniger als die nächste Tour und die nächste Rechnung, denn die Zone zahlt in bar und in Toten. Sie hat Gesetze, die keine Moral sind: Gravitationsfallen, Fleischwolf, Schleim, Dinge, die Wünsche zu erfüllen scheinen, ohne zu fragen, ob der Wünschende sich kennt. Einmal bringt er Funde heraus und merkt, dass Harmont von eben diesen Dingen lebt, die es gesetzlich verfemt. Lem hat später widersprochen, der Abfallcharakter passe nicht zur märchenhaften goldenen Kugel; im Buch steht beides beieinander, das Zufällige und das Begehren. Die Brüder lassen die Thesen stehen, ohne eine zu krönen.
Schuchart geht ein letztes Mal hinein, der goldenen Kugel wegen, der nachgesagt wird, sie erfülle jeden Wunsch. Der Weg verlangt Opfer; ein Gefährte muss sterben, damit ein anderer weiterkommt. Vor der Kugel merkt Schuchart, dass er keinen eigenen Wunsch hat, nur Wut, Schuld und die Sehnsucht, nicht leer zu bleiben. Er sagt, mit sich im Unreinen: Glück für alle, umsonst, niemand solle erniedrigt fortgehen. Der Roman endet in diesem Satz, nicht in der Erfüllung. Die Brüder Strugazki halten die Außerirdischen unsichtbar; sichtbar sind Harmont, der Schwarzmarkt, die kaputten Körper und ein Mann, der das Große nicht formulieren kann und es trotzdem hinlegt.
Einordnung
Lem las ein Gedankenexperiment der Geschichtsforschung, näher an Solaris als an Weltraumabenteuern: das Unverständliche bleibt unverständlich, der Mensch projiziert Märchen darauf. Istvan Csicsery-Ronay sah eine Fabel der Intelligenzija der sechziger Jahre, der die Reform genommen war. Die französische Übersetzung erhielt 1981 einen Preis in Metz. Andrei Tarkowskis Film Stalker von 1979, Drehbuch der Brüder, ersetzt die Kugel durch ein Zimmer, das Wünsche erfüllt, und streicht fast die ganze Handlung; übrig bleibt die Zone als Prüfung. Spätere Spiele und Romane haben den Schatzgräber-Namen übernommen und nach Tschernobyl verlegt.
Die unzensierte Fassung, von Erik Simon nachgetragen, und die Neuübersetzung unter dem Filmtitel Stalker bei Heyne haben den Text neu zugänglich gemacht; das Lemma bleibt der Picknick-Titel, weil er die Pointe trägt. Wer Außerirdische als Lehrer oder Eroberer erwartet, trifft Gleichgültigkeit. Neben Solaris steht dieser Band als ostslawische Antwort auf den Besuch, der keiner war: Wir sortieren den Müll und wünschen das Glück, das wir nicht definieren können. Die Kürze ist keine Schwäche, sondern die Form der Verweigerung, das Unverständliche auszuerzählen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
