Peter Camenzind
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Peter Camenzind |
| Autor(en): | Hermann Hesse |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1904 |
| Seitenanzahl: | 192 Seiten |
| Originaltitel: | Peter Camenzind |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3518366610 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783518366615 |
| Schlagwörter: | Dorf, Dichtung, Natur, Rückkehr |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Peter Camenzind ist der erste Roman von Hermann Hesse, 1903 in der Neuen Rundschau vorabgedruckt, 1904 bei S. Fischer als Buch erschienen, Ludwig Finckh gewidmet. Ein Bauernjunge aus dem erdachten Nimikon will Dichter werden, geht in die Städte, scheitert an Liebe und Beruf und kehrt zum Vater zurück. Hesse, Buchhändler in Basel, Italienfahrer, hat aus eigenem Aufbruch einen Bildungsroman geschrieben, der Gottfried Kellers Der grüne Heinrich nachfolgt, ohne München und ohne Tod. Das Buch machte ihn bekannt und frei. Es trägt schon die Themen, die später Demian und Narziß und Goldmund groß machen: Geist und Leben, Natur und Mensch, der Weg, der nach Hause führt.
Inhalt
Peter Camenzind wächst im geschlossenen Bergdorf auf, wo ein Viertel Camenzind heißt, von Vater und Mutter wenig beachtet, von Wolken, See und Sturm erzogen. Ein Pater schickt ihn aufs Gymnasium; Peter schreibt Verse, findet keinen Freund, verliebt sich aus der Ferne in Rösi Girtanner und legt Alpenrosen auf ihre Treppe. Die Mutter stirbt in einer Nacht, in der er den Priester nicht holt; der Vater zürnt, Peter geht nach Zürich, Philologie zu studieren. Dort bindet ihn die Freundschaft mit dem Pianisten Richard, der eine Novelle an eine Zeitung bringt. Peter wird Feuilletonist, liebt die Malerin Erminia Aglietti, die einen anderen liebt, und betäubt die Kränkung mit Wein. Eine Reise nach Umbrien, auf den Spuren Franz von Assisis, endet damit, dass Richard in einem Fluss ertrinkt. Peter treibt steuerlos.
Er redigiert in Deutschland, geht nach Paris, denkt an Selbsttötung, gerät in Basel in einen Gelehrtenkreis, den er als Fassade durchschaut. Nur die Malerin Elisabeth scheint ihn zu verstehen; als er heiraten will, ist sie verlobt. In Nimikon pflegt er den Vater, der lieber ins Wirtshaus geht. In Assisi wohnt er bei der Witwe Annunziata Nardini, sitzt abends mit Nachbarn beim Wein und lernt, dass das Leben der Kleinen wärmer ist als das der Glänzenden. Zurück verdient er mit Besprechungen, predigt in Skizzen die Liebe zur Natur und findet Stoff nicht im Salon, sondern beim Schreiner, dessen Kind stirbt. Der gelähmte Boppi, Bruder der Meisterfrau, ekelt ihn zuerst; dann nimmt Peter ihn in die Wohnung, fährt ihn in den Garten, liest Keller, lässt sich vom Kranken lehren, was Leiden aus einem Menschen brennt.
Boppi stirbt im Spital. Peter will wieder nach Italien, wird zum kranken Vater gerufen, richtet das Haus, schreibt nach einer Föhnkatastrophe Hilfsberichte fürs Dorf. Ob aus einem Nimikoner Camenzind je ein Weltmensch wird, bezweifelt er; ob er die große Dichtung schreiben wird, weiß er nicht. Die Menschenbilder von Rösi bis Boppi wögen den Ruhm nicht auf. Hesse lässt ihn im Dorf, Mitglied der Gesellschaft, skeptisch gegen Gemeinderat und Gastwirtschaft, die Schreiberhände zerschlissen vom Dach. Der Ich-Erzähler hat die Natur zur Schwester genommen und die Menschen spät, über den Buckligen, lieben gelernt. Der Roman endet vor dem Werk, beim Leben.
Einordnung
Hesse hat den deutschen Bildungsroman ins Schweizer Oberland geholt, nach Keller und gegen die Stadt. Zeitgenossen lasen Naturschilderung und Jugend; später sah man das Schema, das Demian gnostisch und Narziß und Goldmund mittelalterlich weiterbaut: der eine Weg des Geistes, der andere des Lebens, und Peter, der beide verfehlt, indem er sie nacheinander versucht. Der Wein, der heilige Franz, die Krüppelpflege sind Motive der Reife, die noch fromm klingen, bevor Hesse Indien und C. G. Jung liest. Das Debüt bleibt darin ehrlicher als die späteren Weihen, weil es den Ruhm nicht einlöst und das Dorf nicht verklärt.
Suhrkamp hält das schmale Taschenbuch, 192 Seiten, st 161, das Debüt neben Siddhartha und dem Steppenwolf. Wer Hesse nur aus den berühmteren Büchern kennt, findet hier den Ton schon: hymnisch, beichtend, ironisch gegen den eigenen Pathos. Das Buch hat den Autor ernährt und festgelegt. Die Rückkehr ins Dorf ist keine Idylle; sie ist die Einsicht, dass die Fische ins Wasser gehören. Wer nach 1904 über Werden und Scheitern auf Deutsch sprach, hatte diesen Camenzind, der Dichter sein wollte und Dachdecker wurde, ohne eines von beiden ganz zu sein.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
