Oliver Twist
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Oliver Twist |
| Autor(en): | Charles Dickens |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1838 |
| Seitenanzahl: | 608 Seiten |
| Originaltitel: | Oliver Twist; or, The Parish Boy’s Progress |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 315020528X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150205280 |
| Schlagwörter: | Armenhaus, London, Diebe, Kind |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Oliver Twist ist der zweite Roman von Charles Dickens, 1837 bis 1839 in Fortsetzungen erschienen, 1838 als Buch. Ein Waisenjunge kommt aus dem Armenhaus nach London, fällt unter Diebe und wird wieder herausgezogen, ohne dass die Stadt dadurch besser würde. Dickens hat das Neue Armengesetz von 1834 vor Augen: Hunger als Verwaltung, das Kind als Kostenposten. Der Untertitel nennt einen Fortschritt des Gemeindejungen, und der Fortschritt ist bitter. Neben Ein Weihnachtslied bleibt dies das Buch, in dem Mitleid und Anklage noch nicht in die Festtagsform gegossen sind.
Inhalt
Oliver wird im Armenhaus geboren, die Mutter stirbt, der Name ist eine Erfindung des Beamten, der die Waisen der Reihe nach durch das Alphabet tauft. Er wächst auf bei Hunger, Prügel und der Lehre, dankbar zu sein. Als er um Nachschlag bittet – „Bitte, Sir, ich möchte mehr“ –, ist das kein Witz, sondern ein Amtsvergehen. Man gibt ihn in die Lehre zu einem Sargmacher, er flieht zu Fuß nach London, siebzig Meilen, und trifft Jack Dawkins, den Artful Dodger, der ihn zu Fagin bringt. Fagin hält eine Schule der Taschendiebe: Kinder, Taschentücher, ein warmer Herd, und die Drohung, wer versagt, hängt. Oliver versteht die Lektion nicht und wird beim ersten Versuch gefasst.
Der Herr, den man bestehlen wollte, Mr. Brownlow, glaubt dem Gesicht des Jungen mehr als der Polizei und nimmt ihn auf. Fagin und der Einbrecher Bill Sikes holen ihn zurück; Nancy, Sikes’ Gefährtin, schwankt zwischen der Bande und dem Kind. Dickens führt parallel die Armenhäuser, die Diebesküche, das bürgerliche Haus und die Gerichte, in denen Armut als Schuld verhandelt wird. Oliver soll bei einem Einbruch helfen, wird angeschossen, bleibt bei den Opfern, und die Bande versucht ein letztes Mal, ihn als Eigentum zu behandeln. Hinter der Handlung sitzt eine Erbschaft, eine Halbschwester, ein Ungeheuer namens Monks, das den Jungen um den Namen bringen will. Das Feuilleton braucht diesen Knoten; die Kraft des Buches liegt nicht in ihm.
Nancy verrät den Aufenthalt, Sikes erschlägt sie, die Stadt hetzt ihn über die Dächer, er stürzt mit der Schlinge. Fagin endet im Newgate, wartend auf den Strick, in einem Kapitel, das Dickens ohne Scherz geschrieben hat. Oliver erbt, Brownlow adoptiert ihn, das Armenhaus bleibt stehen. Der Schluss rettet ein Kind und lässt das Gesetz, das Kinder hungern lässt, unberührt. Dickens hat das gewusst: Die Rührung gilt Oliver, die Anklage den Anstalten, und beides schließt sich nicht zur Reform. Wer nur den geretteten Jungen behält, hat Fagin in der Zelle nicht gesehen.
Einordnung
Der Roman hat das viktorianische London als Diebes- und Armenviertel festgesetzt, bevor die Sozialstatistik es nachmaß. Cruikshanks Bilder, die Theater, später die Filme und das Musical haben Fagin zur Nummer gemacht; im Buch ist er kälter, und die Debatte, wie Dickens das Jüdische gezeichnet hat, gehört zur Wirkungsgeschichte, nicht neben sie. Friedrich Engels hat in Die Lage der arbeitenden Klasse in England den Ton der Pauperismusliteratur genannt, zu der auch dieser Band zählt, und zugleich festgehalten, dass Dickens bei der Beseitigung der Missstände nicht stehenbleibt – und doch nicht zur Klasse kommt. Neben David Copperfield und Große Erwartungen ist Oliver Twist das frühe, schärfere Buch: weniger Autobiographie, mehr Anstalt. Wer nach 1838 über das hungrige Kind in der reichen Stadt spricht, spricht hinter diesem Roman.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
