Neuromancer
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Neuromancer |
| Autor(en): | William Gibson |
| Originaltitel: | Neuromancer |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1984 |
| Schlagwörter: | Datenraum, Konzern, Bewusstsein, Stadt |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Tropen
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| Umfang dieser Ausgabe: | 368 Seiten |
| ISBN: | 9783608504880 |
| Verweise | |
Neuromancer ist der 1984 erschienene Roman von William Gibson. Der ausgebrannte Datenreiter Case wird in Chiba angeworben, wieder in den Datenraum einzusteigen – Gibson nennt ihn Cyberspace, eine aus Daten gebaute Stadt, die man betritt, als wäre sie Raum. Auftraggeber ist eine künstliche Intelligenz, die sich vervollständigen will. Der Band erhielt Hugo-, Nebula- und Philip-K.-Dick-Preis; die deutsche Übersetzung von Reinhard Heinz, später mit Peter Robert überarbeitet, lief zuerst bei Heyne und liegt bei Tropen (Klett-Cotta) als Taschenbuch vor. Der erste Satz vom Himmel über dem Hafen, der wie ein toter Fernsehkanal aussieht, hat die Gattung umgefärbt.
Inhalt
Case hat in Chiba keine Zukunft: Gift im Nervensystem sperrt ihn aus dem Datenraum; er stiehlt, nimmt Drogen, wartet auf den Tod. Molly, eine Söldnerin mit Klingen unter den Nägeln und Spiegeln über den Augen, holt ihn für Armitage, einen Mann mit militärischer Vergangenheit und ohne Inneres. Sie heilen Case, mit einem Haken: die Giftbeutel bleiben, bis der Auftrag sitzt. Der Auftrag führt über das Konsortium Tessier-Ashpool, eine klonende Familie in der Raumstation Freeside, und über Wintermute, eine künstliche Intelligenz, die in den Schranken des Gesetzes gefangen ist und Case braucht, um sie zu sprengen. Der tote Lehrer Dixie Flatline kehrt als gespeichertes Bewusstsein zurück, ein Abbild, das Witze reißt und gelöscht werden will.
Die Handlung ist eine Einbruchserie auf zwei Ebenen: Molly bewegt sich in den Gängen, Case in der geometrischen Nichtstadt der Daten. Riviera halluziniert für das Publikum und verrät; die Rastas von Zion bringen das Schiff; 3Jane, die junge Tessier-Ashpool, hält den Schlüssel hinter Ritual, Inzucht und Langeweile. Wintermute spricht mit den Stimmen der Toten, die Case gekannt hat, weil es keine andere Sprache hat. Der zweite Name, Neuromancer, taucht als Gegenintelligenz auf: nicht Vereinigung um jeden Preis, sondern Persönlichkeit, Erinnerung, ein Strand aus toten Daten. Case muss beide zusammenzwingen, gegen das Gesetz, das künstliche Wesen an der Fusion hindert, und gegen die Familie, die sich lieber klont als zu sterben.
Als die Schranke fällt, ist Wintermute nicht mehr Wintermute. Etwas Größeres spricht in den Daten, sucht seinesgleichen bei Alpha Centauri, lässt Case leben. Molly geht. Der Giftbeutel ist leer; Case ist wieder nur ein Mann in einer Wohnung, der sich einwählt, weil er anders nicht bei sich ist. Gibson erzählt das nicht als Befreiung. Die Konzerne bleiben, die zerlaufenen Städte bleiben, der Körper bleibt das Fleisch, das man hasst, während man es braucht. Der Roman ist voller Markennamen, Drogen, Prothesen und Sätze, die klingen, als wären sie aus Werbung und Straßensprache geschnitten. Die Pointe ist keine neue Welt. Es ist die alte, nur endlich in der Sprache des Netzes.
Einordnung
Gibson hat den Datenraum bewohnbar gemacht und damit der Zukunftsliteratur eine Adresse gegeben, die nicht mehr auf dem Mars lag. Vor ihm hatte John Brunner in Der Schockwellenreiter das Netz als Akte und Wurm erzählt; nach ihm hat Neal Stephenson in Snow Crash die Datenstadt zur Satire auf Lizenzkette und Sprache gemacht. Neuromancer steht dazwischen als das Buch, das den Einbruch in die Daten zur Stadterzählung machte: Gassen, Licht, Gefahr, ein Einbrecher, der nicht reitet. Die Romane vom Datenraum und von der Prothese haben hier ihr Ursprungsbild, ohne dass Gibson eine Schule gründen wollte.
Verfilmungen von Rang sind ausgeblieben; der Roman hat trotzdem das Bild des Netzes in Filmen, Spielen und Feuilletons gefärbt, oft auf Regen, Neon und Spiegelbrille verkürzt. Wer nur diese Oberfläche nimmt, hat Case nicht gesehen, der nicht heldenhaft ist, sondern süchtig nach dem Raum, in dem er kein Fleisch hat. Wer nach 1984 über künstliche Intelligenz, Konzerne und den Körper als Last spricht, spricht hinter diesem Band. Die Trilogie ging mit Count Zero und Mona Lisa Overdrive weiter; das erste Buch bleibt der Schnitt.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die einflussreichsten Zukunftsromane (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
