Neue Wissenschaft

Giambattista Vico · 1744 · Sachbuch, Philosophie
Philosophie Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Neue Wissenschaft
Autor(en): Giambattista Vico
Originaltitel: Principi di Scienza Nuova
Originalsprache: italienisch
Erstveröffentlichung: 1744
Schlagwörter: Völker, Vorsehung, Kreislauf, Weisheit
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Meiner


Umfang dieser Ausgabe: 611 Seiten
ISBN: 9783787305483
Verweise


Neue Wissenschaft – im Original Principi di Scienza Nuova d'intorno alla comune natura delle nazioni – ist die 1744 in Neapel zuletzt gefasste Schrift von Giambattista Vico. Sie begründet eine Wissenschaft der Völker gegen die cartesianische Methode: Wir verstehen die Geschichte, weil Menschen sie gemacht haben.

Inhalt

Vico kehrt DescartesDiscours de la méthode um. Klare Ideen tragen die Physik nicht in die Herkunft der Nationen. Die Natur hat Gott gemacht, deshalb bleibt sie dem Menschen undurchdringlich; die bürgerliche Welt haben die Menschen gemacht, deshalb können sie sie wissen. Das ist der Satz vom Wahren und vom Gemachten. Die Zeugnisse dieser Welt sind Lieder, Götternamen, Gesetze, Wappen, Etymologien – die Philologie als Organon, nicht die Deduktion. Poetische Weisheit ist nicht Kindlichkeit, die die Vernunft später streicht. Sie ist die erste Metaphysik: Die Riesen der Vorzeit dichten Götter, weil sie den Himmel fürchten, und stiften so Ehe, Bestattung, Religion, die drei Grundsätze, ohne die keine Nation dauert.

Die Geschichte der Völker durchläuft drei Zeitalter: das der Götter, das der Helden, das der Menschen. Nach dem Verfall der menschlichen Ordnung droht die Rückkehr in die Barberei, ein neuer Lauf. Die Vorsehung ist keine Durchstreichung der Freiheit; sie ist der Sinn, den Vico im Wilden und im Irrtum noch am Werk sieht, damit aus Furcht Recht wird. Homer wird zur Stimme eines Zeitalters, nicht zum einzelnen Genie. Das zwölfte Buch und die Tafeln, die Ankündigungen und Wiederholungen machen das Werk unförmig. Die Fassung von 1744 verdichtet die früheren, ohne ein Lehrbuch daraus zu machen. Wer eine lineare Fortschrittsgeschichte sucht, findet Kreisläufe; wer nur Mythologie sucht, findet eine Theorie des Rechts.

Unsicher blieb die Aufnahme. Neapel las wenig, Europa lange nicht. Die Unform, das Lateinische im Italienischen, die Theologie der Vorsehung haben die Aufklärung abgestoßen, die denselben Vico später als Vorläufer brauchte. Wer nur den Gegner Descartes’ nimmt, unterschlägt die fromme Ordnung, ohne die seine Läufe nicht halten. Wer nur die Kreisläufe nimmt, unterschlägt den Satz vom Gemachten, der die Geschichtswissenschaft später begründet hat, oft ohne seinen Namen. Der Ton ist barock, wiederholend, feierlich. Die Wissenschaft heißt neu, weil sie die gemeinsame Natur der Völker trifft, nicht die Besonderheit einer Stadt.

Einordnung

Vor Herder und vor Hegels Phänomenologie des Geistes steht dieses Buch als die neuzeitliche Gründung einer Philosophie der Geschichte, die Mythen ernst nimmt, ohne sie zu glauben. Die Historiker des neunzehnten Jahrhunderts haben Vico entdeckt, nachdem sie Hegel schon hatten; die Kulturwissenschaft hat die poetische Weisheit wiedergefunden. Wer nach 1744 über den Ursprung der Nationen spricht, als wäre er Vertrag oder Klarheit, hat diese Wissenschaft nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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