Monadologie

Gottfried Wilhelm Leibniz · 1714 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Monadologie
Autor(en): Gottfried Wilhelm Leibniz
Originaltitel: Monadologie
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1714
Schlagwörter: Monade, Harmonie, Spiegel, Entelechie
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Meiner
Serie: Philosophische Bibliothek
Umfang dieser Ausgabe: 247 Seiten
ISBN: 9783787318261
Verweise


Die Monadologie ist die 1714 für den Prinzen Eugen von Savoyen verfasste knappe Darstellung der Metaphysik von Gottfried Wilhelm Leibniz, zu Lebzeiten ungedruckt, 1720 deutsch, 1840 nach der französischen Handschrift. Neunzig Paragraphen: die Welt aus einfachen Substanzen, die nicht aufeinander wirken und doch eine Ordnung bilden, weil Gott sie im voraus abgestimmt hat. Was Die Theodizee weiträumig rechtfertigt, steht hier als Ontologie. Die Infobox folgt der Meiner-Ausgabe mit den anderen metaphysischen Schriften.

Inhalt

Leibniz setzt bei den einfachen Dingen an. Zusammengesetztes setzt Einfaches voraus; das Einfache hat keine Teile und kann nicht durch Teilung entstehen oder vergehen. Diese Einfachen heißen Monaden. Sie sind nicht ausgedehnte Atome, denn Ausdehnung ist schon Vielheit. Sie haben keine Fenster, durch die etwas hinein- oder hinausginge; Veränderung kommt aus einem inneren Prinzip. Jede Monade ist Entelechie: sie hat Wahrnehmung, abgestuft vom dumpfen Streben der niedrigsten bis zur Apperzeption der Geister, die Ich sagen und Gott denken können. Keine gleicht der anderen; sonst gäbe es keinen Grund, warum Gott beide geschaffen hätte. Jede spiegelt das Universum von ihrem Ort, dunkel oder deutlich. Die Welt ist die Menge dieser Spiegel, nicht ein Kasten mit Dingen darin.

Wie aber Ordnung, wenn nichts aufeinander wirkt? Die prästabilierte Harmonie. Gott hat die Monaden so geschaffen, dass ihre inneren Abläufe zusammenstimmen, wie zwei Uhren, die derselbe Uhrmacher gestellt hat. Seele und Leib sind der Sonderfall: kein Einfluss des einen auf das andere, keine Gelegenheit, die Gott jedesmal nachhelfen müsste, sondern Entsprechung von Anfang an. Raum und Zeit sind Relationen, keine Behälter. Kraft sitzt in den Substanzen, nicht in einem toten Ausgedehnten. Die Geister bilden die Stadt Gottes, das vollkommenste Gemeinwesen unter dem vollkommensten Monarchen. Gnade und Natur laufen parallel; Wunder durchbrechen die Ordnung nicht, sie gehören zu einer höheren. Die Monadologie verdichtet, was in Briefen und Entwürfen zerstreut war: gegen Descartes’ zwei Substanzen, gegen Spinozas eine, gegen Newtons leeren Raum.

Die Form ist Lehrsatzfolge ohne geometrische Strenge Spinozas. Jeder Paragraph schiebt nach, oft mit einem „daher“, das mehr verlangt, als er bewiesen hat. Wer eine Physik sucht, findet Metaphysik, die Physik tragen soll. Wer eine Seele sucht, die den Körper stößt, findet Spiegel ohne Fenster. Der Ton ist ruhig, fast höfisch, und in der Sache radikal: die gewöhnliche Vorstellung von Stoß und Einfluss wird Illusion, gut für den Alltag, falsch für die letzte Rede. Leibniz schreibt für einen Prinzen und für die Gelehrten Europas zugleich. Die Kürze hat das System berühmt und angreifbar gemacht. Die Beweise sitzen oft in anderen Schriften; hier steht die Ansicht.

Einordnung

Die Monadologie ist das Gegenstück zur Ethik des Baruch de Spinoza: viele Substanzen statt einer, Harmonie statt Notwendigkeit der einzigen Natur. René Descartes hatte in den Meditationen Geist und Körper getrennt und die Zirbeldrüse bemüht; Leibniz streicht den Einfluss. George Berkeley wird in der Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis die Materie anders auflösen, als Idee in Geistern. Immanuel Kant setzt in der Kritik der reinen Vernunft die Monaden unter die Antinomien der Metaphysik, die keine Erfahrung entscheidet. Wer nach Leibniz über Einfaches, Spiegel der Welt und vorherbestimmte Übereinstimmung spricht, spricht hinter diesen neunzig Sätzen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.