Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis

George Berkeley · 1710 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis
Autor(en): George Berkeley
Originaltitel: A Treatise Concerning the Principles of Human Knowledge
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1710
Schlagwörter: Idee, Wahrnehmung, Materie, Geist
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Meiner
Serie: Philosophische Bibliothek
Umfang dieser Ausgabe: 148 Seiten
ISBN: 9783787316380
Verweise


Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis ist das 1710 in Dublin erschienene Hauptstück der frühen Philosophie von George Berkeley. Der irische Geistliche, damals Mitte zwanzig, streicht die Materie als Träger hinter den Wahrnehmungen und behält Geister und Ideen. Sein zu sein heißt, wahrgenommen zu werden oder wahrzunehmen. Die Abhandlung sollte den Weg zu den Wissenschaften bahnen, die Skepsis widerlegen und den Atheismus an der Wurzel treffen, die er in der angenommenen toten Materie sah. Die Infobox folgt der Meiner-Ausgabe.

Inhalt

Berkeley setzt bei Locke an und kehrt ihn um. Ideen sind die Inhalte des Geistes: Sinnesempfindungen, Vorstellungen, die Verbindungen, die das Denken daraus macht. Ein allgemeines Ding „Materie“, das hinter den Ideen läge und sie verursachte, ohne selbst wahrnehmbar zu sein, ist ein leeres Wort. Wir kennen Farben, Töne, Widerstände; wir kennen nicht ein Unausgedehntes Ausgedehntes, das sie tragen soll. Die Unterscheidung von primären und sekundären Eigenschaften fällt: Größe und Gestalt sind so geistabhängig wie Wärme und Farbe. Ein nicht wahrgenommener Gegenstand ist ein Widerspruch, sobald man unter Gegenstand die Idee versteht. Bäume im Park, das Schreibpult im Studierzimmer bestehen weiter, sofern ein Geist sie wahrnimmt – der endliche oder, wo alle endlichen abwesend sind, Gott.

Daraus folgt keine Schwärmerei, die die Naturgesetze streicht. Die Natur ist die regelmäßige Folge der Ideen, die Gott uns gibt. Kausalität zwischen Körpern ist Zeichenfolge, nicht Stoß toter Massen. Die Wissenschaft bleibt: Sie liest die Sprache, in der Gott zu den Geistern spricht. Skeptiker, die fragen, ob die Welt draußen der Wahrnehmung gleiche, haben das Problem selbst erzeugt, indem sie ein Draußen hinter den Ideen setzten. Streicht man es, fällt die Kluft. Atheismus und Zweifel an Gott verlieren den Zufluchtsort einer selbständigen Materie. Berkeley kennt den Spott, der daraus einen Traum macht, und antwortet: Der Traum ist unregelmäßig; die Wachwelt hält Maß und Wiederkehr. Der andere Geist ist so gewiss wie der eigene, weil wir Zeichen von ihm empfangen – Sprache, Handlung –, die wir nicht uns zuschreiben.

Die Form ist Abhandlung mit Einleitung gegen die abstrakten Ideen. Berkeley bestreitet, dass man sich Farbe ohne bestimmte Farbe, Dreieck ohne gleichseitig oder ungleichseitig denken könne; die scholastischen und lockeschen Allgemeinheiten seien Missbrauch der Wörter. Der Ton ist klar, werbend, zuweilen scharf gegen die Freidenker. Wer nur den Satz esse est percipi behält, verfehlt die Theologie: Gott ist der dauernde Wahrnehmer, nicht ein Trick, die Möbel zu halten. Wer nur die Theologie behält, verfehlt die erkenntnistheoretische Pointe gegen eine Materie, die nichts erklärt und alles verdoppelt. Die Abhandlung ist kürzer als Lockes Versuch und angreifbarer, weil sie eine ganze Ontologie in einem Zug umstellt.

Einordnung

Berkeley führt den Versuch über den menschlichen Verstand des John Locke zu Ende, indem er die Materie streicht, die Locke noch brauchte. René Descartes hatte in den Meditationen die Außenwelt durch Gott verbürgt; Berkeley macht die Außenwelt zu Ideen in Geistern. Gottfried Wilhelm Leibniz lässt in der Monadologie Substanzen ohne Fenster; Berkeley lässt Geister mit Ideen. David Hume wird in Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand Geist und Kausalität weiter auflösen, ohne Berkeleys Gott als Halt. Immanuel Kant nennt das den dogmatischen Idealismus und setzt in der Kritik der reinen Vernunft Erscheinung gegen Ding an sich. Der Spott, Berkeley habe den Stein weggeleugnet, trifft den Text nicht: der Stein ist Idee, hart, schwer, regelmäßig – nur kein totes Etwas dahinter.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.