Michel aus Lönneberga
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Michel aus Lönneberga |
| Autor(en): | Astrid Lindgren |
| Originaltitel: | Emil i Lönneberga |
| Originalsprache: | schwedisch |
| Erstveröffentlichung: | 1963 |
| Schlagwörter: | Småland, Hof, Streich, Kindheit |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Oetinger
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| Umfang dieser Ausgabe: | 400 Seiten |
| ISBN: | 9783751203531 |
| Verweise | |
Michel aus Lönneberga ist der Sammelname für die drei Kinderbücher von Astrid Lindgren um den Jungen auf dem Hof Katthult, deren erster Band 1963 in Schweden erschien. Deutsch liegen die Geschichten bei Oetinger vor, in der Übertragung von Karl Kurt Peters, mit den Zeichnungen von Björn Berg. Michel ist fünf, blond und kräftig; wenn er schläft, sieht er aus wie ein Engel, und wenn er wach ist, hat er mehr Unsinn im Kopf als irgendein anderer Junge in Småland. Lindgren hat die Streiche nicht als Lausbubensammlung angelegt, sondern als Chronik eines Hofes, auf dem Arbeit, Fest und Strafe denselben Raum teilen. Die drei Bände – Michel in der Suppenschüssel, Michel muss mehr Männchen machen und Michel bringt die Welt in Ordnung – gehören zusammen.
Inhalt
Michel Nilsson lebt mit Vater Anton, Mutter Alma, der kleinen Schwester Ida sowie Magd Lina und Knecht Alfred auf Katthult in Lönneberga. Der Vater führt ein Heft, in das er Michels Untaten einträgt, und sperrt den Sohn zur Strafe in die Schuppenkammer; dort schnitzt Michel Männchen, bis die Zahl der Strafen selbst zum Witz wird. Die Streiche entstehen aus Hilfsbereitschaft, die das Maß verfehlt: Er setzt Ida in die Suppenschüssel, um sie zu wiegen, und kann sie nicht mehr herausheben; er schießt Alfred mit der Armbrust ins Ohrläppchen, weil er den Knecht als Zielscheibe braucht; er hisst die Fahne auf dem Schuppendach, während man ihn eingeschlossen hat, und ganz Lönneberga sieht, dass Katthult einen Gefangenen hält. Die Nachbarn zählen mit, die Magd schimpft, und doch kommt jeder Abend wieder an denselben Tisch. Alma weint und lacht in einem Atem, Anton rechnet in Talern und Schande, und der Hof bleibt ein Ort, an dem man den Jungen nicht fortgibt.
Im zweiten Band verdichtet sich dasselbe Muster, ohne sich zu wiederholen. Michel will Lina die Zahnschmerzen nehmen und zieht den Zahn mit einer Zange, die für ganz andere Zwecke gedacht war; er veranstaltet ein Fest für die Armen aus dem Armenhaus, weil Weihnachten ohne Gäste kein Fest ist, und bringt den Vater um den sorgsam gehüteten Schinken. Die Nachbarn, namentlich die Frau aus Backhorva, warten auf den nächsten Beweis, dass Katthult kein ordentlicher Hof sei. Lindgren lässt die Erwachsenen nicht dumm erscheinen: Anton hat recht, wenn er den Schaden sieht, und unrecht, wenn er glaubt, Schnitzen allein mache aus einem Kind einen stillen Sohn. Alfred, der ruhige Knecht, hält zu Michel, ohne die Streiche zu loben; zwischen beiden entsteht eine Zuneigung, die das Buch gegen jede bloße Ulkstimmung stellt. Ida will werden wie der Bruder und merkt, dass Nachahmen nicht dasselbe ist wie dessen Mut.
Der dritte Band führt Michel an den Rand der Dorfökonomie. Bei der Auktion in Backhorva bietet er im Namen des Vaters auf alles, was ihm gefällt, und Katthult steht plötzlich voller unnützer Herrlichkeiten; der Vater tobt, die Mutter rechnet, und irgendwie wird aus dem Unglück wieder ein Fest. Michel rettet Alfred, als der Knecht an einer Blutvergiftung zu sterben droht, indem er den Arzt holt und die Nacht durchwacht; hier hört der Unfug auf, und es bleibt die Treue. Die Geschichten enden nicht mit einer Bekehrung. Michel bleibt Michel, die Männchen werden mehr, Alma schreibt weiter an die Verwandtschaft nach Amerika, und Lönneberga gewöhnt sich an den Jungen, den es nicht loswird. Lindgren hat den letzten Band so gebaut, dass die Liebe des Hofes sichtbarer wird als der Schaden.
Einordnung
Lindgren hat nach Pippi und vor Ronja ein Kinderbuch geschrieben, das auf einem wirklichen Hof in Småland steht. Die Streiche sind Episoden, der Hof ist die Form. Gegen die Idylle der Bullerbü-Bücher setzt Michel den Lärm der Strafkammer; gegen die dunklen Die Brüder Löwenherz setzt er die Zuversicht, dass aus Unfug keine Tragödie werden muss. Björn Bergs Zeichnungen haben den runden Kopf und die Fahne festgesetzt; der Text nimmt den Körper des Kindes ernst. In der schwedischen Kinderliteratur der sechziger Jahre war das ein Gegenentwurf zum artigen Vorlesebuch: ein Junge, der nicht besser werden soll, sondern verstanden.
Die Verfilmungen von Olle Hellbom mit Jan Ohlsson haben den Stoff in Deutschland so bekannt gemacht, dass viele den Film für das Buch halten. Der Film kürzt, der Text zählt Taler, Schinken und die Namen der Nachbarn. Wer Lindgren nur als heitere Stimme kennt, findet hier denselben Ernst der Arbeit, der in Ronja Räubertochter den Wald trägt, nur in der Stube und im Stall. Die drei Bände gehören zu den Büchern, nach denen man über Kindheit auf dem Land nicht mehr unschuldig spricht: nicht weil Michel böse wäre, sondern weil der Hof eine Ordnung ist, die ein Kind sprengen kann, ohne sie zu hassen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
