Memoiren einer Tochter aus gutem Hause

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
Autor(en): Simone de Beauvoir
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie:
Erscheinungsjahr: 1958
Seitenanzahl: 496 Seiten
Originaltitel: Mémoires d'une jeune fille rangée
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3499110660
ISBN-13/

EAN-Code:

9783499110665
Schlagwörter: Kindheit, Bürgertum, Freundschaft, Befreiung
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Rezensionen
Umschlag

Memoiren einer Tochter aus gutem Hause (französisch Mémoires d'une jeune fille rangée) ist der erste Band der Lebenserinnerungen von Simone de Beauvoir, 1958 bei Gallimard erschienen. Das Buch führt von der katholischen Kinderstube im Pariser Bürgertum bis zur Begegnung mit Jean-Paul Sartre an der École normale – und erzählt dazwischen den Tod der Freundin Zaza, ohne den die Befreiung ein Triumph wäre, der ihr nicht zusteht. Beauvoir hat neun Jahre nach Das andere Geschlecht die eigene Lage beschrieben: wie man nicht als Frau zur Welt kommt, sondern dazu gemacht wird, und wie teuer der Ausbruch aus dem guten Hause ist.

Inhalt

Die Familie Beauvoir wohnt standesgemäß und verarmt nach dem Krieg durch Fehlspekulationen des Vaters. Der Vater liebt das Theater und die freie Rede, die Mutter den Glauben und die Ordnung; die Tochter Simone lernt früh, dass Geist und Frömmigkeit zwei Herren sind, denen man nicht zugleich genügt. Der Cours Désir, die katholische Mädchenschule, belohnt den Eifer und formt das Gewissen. Beauvoir schildert die Andacht, die Lektüre, den Stolz des Mädchens, das besser weiß als die Umgebung und dafür geliebt werden will. Die jüngere Schwester Hélène bleibt die Vertraute im Haus; die Welt draußen ist zuerst Literatur. Das gute Haus meint nicht Behaglichkeit. Es meint eine unsichtbare Schranke: Heirat, Anstand, der Beruf als Wartezeit auf den Mann.

Die Freundschaft mit Élisabeth Lacoin, genannt Zaza, ist das Herz des Bandes. Zaza kommt aus einem noch strengeren katholischen Haus, lebendiger, wärmer, in der Liebe zu einem Mann gefangen, den die Familie nicht will. Beauvoir setzt die eigene Flucht ins Studium gegen Zazas Versuch, Tochter zu bleiben und doch zu leben. Die Sorbonne, die Philosophie, die Männer, die das Denken als ihr Eigentum führen: Beauvoir arbeitet sich hinein, besteht, wird die Jüngste in einem Kreis, der sie zuerst als Kuriosum nimmt. Sartre erscheint spät, als der, der sie nicht zur Schülerin machen will. Die Begegnung ist keine Erlösung durch den Mann; sie ist die Entdeckung einer Arbeitsgemeinschaft, in der Denken zu zweit möglich scheint. Das Haus hat damit seine Macht über die Laufbahn verloren – nicht über das Gewissen.

Zaza stirbt, fünfundzwanzigjährig, nach dem Nervenfieber, das die Biographie oft an die zerrissene Verlobung knüpft. Beauvoir gibt der Medizin nicht das letzte Wort. Der Tod der Freundin steht als Preis da, den das gute Haus von der Tochter fordert, die nicht gehen durfte. Das Buch endet nicht mit dem Ruhm, den die Leserin kennt. Es endet mit einer Toten und einer Überlebenden, die das Studium gewählt hat und die Schuld nicht abstreifen kann, davongekommen zu sein. Die späteren Bände – In den besten Jahren, Der Lauf der Dinge, Alles in allem – haben das öffentliche Leben nachgetragen. Dieser erste Band bleibt die Urszene: Kindheit als Zurichtung, Freundschaft als Gegenwelt, Philosophie als Ausgang, und ein Grab, das die Emanzipation nicht versöhnt.

Einordnung

Beauvoir hat die Memoiren nicht als Schmuck zum Traktat geschrieben. Sie sind die Probe auf Das andere Geschlecht: Lage, nicht Natur; Werden, nicht Sein; und die Klasse, die das Werden teurer macht, als der Satz vom anderen Geschlecht allein trägt. Neben Sartres Die Wörter steht hier die weibliche Gegenrechnung derselben Stadt und desselben Jahrzehnts – er zerlegt den Mythos des Wunderkinds, sie zerlegt das gute Haus. Die französische Kritik hat den Band als Klassiker der Erinnerungsprosa genommen, die feministische Lektüre als Dokument eines Aufbruchs, der eine Freundin hinterlässt. Wer Beauvoir nur als Gefährtin Sartres liest, hat Zaza nicht gesehen. Wer sie nur als Heilige der Befreiung liest, hat das Grab am Ende nicht gelesen. Das Buch bleibt der Anfang der vier Memoirenbände und das persönlichste Argument dafür, dass Freiheit sich nicht vererbt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.