Maß für Maß

William Shakespeare · 1604 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Maß für Maß
Autor(en): William Shakespeare
Originaltitel: Measure for Measure
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1604
Schlagwörter: Gnade, Strenge, Wien, Keuschheit
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 128 Seiten
ISBN: 9783150001967
Verweise


Maß für Maß ist die 1604 am Hof belegte Komödie von William Shakespeare, eines der Stücke, die sich der Gattung nicht fügen. Der Herzog von Wien übergibt die Strenge dem Statthalter Angelo, zieht sich als Mönch zurück und sieht zu, wie das Gesetz das Begehren nicht heilt. Das Stück misst Gnade mit derselben Elle, mit der es Strafe misst.

Inhalt

Wien hat die Gesetze gegen Unzucht schlafen lassen. Der Herzog, der das weiß und nicht als Tyrann erscheinen will, setzt Angelo ein, der keusch und unbestechlich gilt, und bleibt als Beichtvater in der Stadt. Angelo lässt den jungen Claudio zum Tode führen, weil er Julietta geschwängert hat – vor der kirchlichen Trauung, nach einem gültigen Versprechen. Claudios Schwester Isabella, Novizin, soll um Gnade bitten. Angelo gewährt sie gegen ihren Körper. Die Strenge kippt in dem Moment, in dem sie das Begehren trifft, das sie verfolgt. Isabella droht mit Anklage; er sagt, man werde ihr nicht glauben. Claudio bittet die Schwester, zu zahlen, und nimmt es zurück. Zwischen Bruderleben und Keuschheit bleibt kein Maß, das beide rettet.

Der Herzog als Mönch schiebt die Bettrückung ein: An Angelos Seite soll nachts Mariana liegen, die er einst verlobt und um die Mitgift gebracht hat. Angelo schläft mit der Frau, die das Recht auf ihn hat, hält sie für Isabella und schickt trotzdem den Befehl, Claudio zu köpfen. Der Kopf eines Toten wird untergeschoben. Die Komödie arbeitet mit List, Verkleidung, vertauschtem Fleisch – dem Gerät, das den versöhnlichen Schluss möglich macht, ohne Angelo zu bekehren. Isabella glaubt den Bruder tot. Der Herzog bereitet die öffentliche Szene, in der die Masken fallen sollen.

Vor den Toren klagt Isabella den Statthalter an; Mariana bestätigt den Beischlaf; Angelo leugnet, bis der Mönch sich als Herzog zeigt. Das Urteil folgt dem Titel: Angelo soll Mariana heiraten und dann sterben, Maß für Maß. Mariana und Isabella bitten um sein Leben; der Herzog schenkt es, schenkt Claudio zurück, der nicht tot war, und hält um Isabella an. Ob sie ja sagt, steht nicht im Text. Die Strafe der Zuhälter und Aufseher bleibt komisch; die Strafe der Mächtigen wird Gnade, weil der Herzog sie gewährt, der das Spiel gelenkt hat. Wien ist am Ende nicht keuscher. Es ist wieder in einer Hand.

Einordnung

Shakespeare hat die Komödie an den Rand der Tragödie gelegt: ein Beinahe-Tod, eine beinahe vergewaltigte Novizin, ein Statthalter, der das Gesetz ist, bis es ihn gelüstet. Neben Der Kaufmann von Venedig steht das Stück als die andere Gerichtsverhandlung, in der Gnade geredet und Macht ausgeübt wird; dort fällt sie gegen Shylock, hier für Angelo. Hamlet fragt, ob man töten darf; Maß für Maß fragt, wer messen darf. Die Bühne hat Isabella oft zur Heiligen oder zur Prüden gemacht. Der Text gibt ihr die Härte, den Bruder nicht zu kaufen, und die Fürbitte für den Mann, der sie kaufen wollte. Nathan der Weise traut der Parabel; hier traut der Herzog der Inszenierung. Warten auf Godot hat keine Instanz mehr, die am Schluss die Paare ordnet.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.