Männerphantasien
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Männerphantasien |
| Autor(en): | Klaus Theweleit
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1977 |
| Schlagwörter: | Faschismus, Männlichkeit, Freikorps, Körper |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Matthes & Seitz
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1278 Seiten |
| ISBN: | 9783957577597 |
| Verweise | |
Männerphantasien ist die 1977 und 1978 in zwei Bänden erschienene Untersuchung von Klaus Theweleit, zuerst im Verlag Roter Stern in Frankfurt am Main. Der erste Band heißt Frauen, Fluten, Körper, Geschichte, der zweite Männerkörper – zur Psychoanalyse des weißen Terrors. Theweleit liest Romane, Erinnerungen und Tagebücher von Freikorpsoffizieren aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und fragt, welche Ängste vor Frauen, vor dem eigenen Körper und vor allem Lebendigen diese Männer zur Gewalt trieben. Das Buch, als Dissertation entstanden, wurde zu einem Grundtext der Faschismus- und der Männlichkeitsforschung.
Inhalt
Theweleits Quellen sind die Schriften jener Soldaten, die nach 1918 in den Freikorps gegen Spartakisten, gegen die Rote Ruhrarmee und im Baltikum kämpften und von denen viele später in SA und SS aufstiegen. Statt ihre Texte nur als Ideologie zu behandeln, nimmt er ihre Bilder wörtlich. Dabei stößt er auf ein festes Muster in der Darstellung von Frauen. Die „weiße“ Frau, Mutter, Schwester oder Krankenschwester, erscheint rein, fern und ohne Körper. Die „rote“ Frau, die kommunistische Arbeiterin oder das „Flintenweib“, erscheint als sexuell bedrohlich und wird in den Texten immer wieder ausführlich getötet. Beide Bilder dienen nach Theweleit dazu, die Frau als lebendiges, begehrendes Gegenüber auszulöschen.
Bedrohlich ist für diese Männer alles, was fließt: Flut, Schlamm, Blut, die revolutionäre Masse auf der Straße, die eigene Sexualität. Dagegen setzen sie den „Körperpanzer“, die Härte des soldatischen Leibes, der nichts hereinlassen und nichts herauslassen soll. Theweleit greift dafür auf Wilhelm Reich, auf die Psychoanalytikerin Margaret Mahler und auf den Anti-Ödipus von Gilles Deleuze und Félix Guattari zurück. Er beschreibt diese Männer als „nicht zu Ende geboren“: als Menschen, deren Ich sich nie von innen gefestigt hat und das deshalb Halt in äußeren Ordnungen sucht, im Drill der Kadettenanstalt, in Uniform und Formation.
Der zweite Band untersucht, wie dieser gepanzerte Körper sich in der Truppe verlängert. Die geordnete Kolonne, die Truppe als geschlossenes Ganzes, schützt vor dem Zerfließen; der Kampf wird zur Gelegenheit, die bedrohliche Masse in Blut aufzulösen. Theweleit widerspricht damit der Deutung, faschistische Gewalt sei ausgelebte, enthemmte Triebhaftigkeit. Sie diene vielmehr der Abwehr des eigenen Begehrens. Das Buch ist lang, mit zahlreichen Abbildungen aus Zeitschriften, Plakaten und Bildgeschichten durchsetzt und in einem bewusst unakademischen, assoziativen Ton geschrieben.
Einordnung
Kaum ein germanistisches Buch der siebziger Jahre hat so weit über das Fach hinaus gewirkt. Es wurde in der Studentenbewegung und in der Frauenbewegung breit gelesen und erreichte mit der amerikanischen Übersetzung Male Fantasies ab 1987 auch die englischsprachige Kulturwissenschaft. Begriffe wie „Körperpanzer“ sind in die Geschlechterforschung und in die Diskussion über männliche Gewalt eingegangen; neuere Debatten über rechtsextreme Attentäter greifen immer wieder auf Theweleit zurück. Die Kritik warf ihm einen sorglosen Umgang mit den Quellen und eine zu weitgehende psychoanalytische Verallgemeinerung vor. Zudem trete der Antisemitismus, der für den Nationalsozialismus zentral war, hinter der Frauenangst auffällig zurück. Seit 2019 liegt das Werk in einer Neuausgabe bei Matthes & Seitz vor.
Ideen
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Affekt (wichtig)
Essays
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1968 in zehn Büchern (Lesepfad) · Affekttheorie in acht Büchern (Lesepfad) · Queere Theorie nach Butler (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text durchgesehen (Claude Opus 5.5, Anthropic). Es durfte Fakten, Zitate, Links und Formulierungen ändern; was sich geändert hat, zeigt die Versionsgeschichte.
