Lexikon der Sexirrtümer. 500 intime Richtigstellungen von Aufklärung bis Zungenkuss
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Lexikon der Sexirrtümer. 500 intime Richtigstellungen von Aufklärung bis Zungenkuss |
| Autor(en): | Jürgen Brater
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2003 |
| Schlagwörter: | Sexualität, Irrtum, Aufklärung, Körper |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Psychologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Eichborn
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| Umfang dieser Ausgabe: | 480 Seiten |
| ISBN: | 9783821839356 |
| Verweise | |
Lexikon der Sexirrtümer. 500 intime Richtigstellungen von Aufklärung bis Zungenkuss ist das 2003 bei Eichborn erschienene Sachbuch von Jürgen Brater. Ein Jahr nach dem Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge. Von Alkoholrausch bis Zähneknirschen nimmt der Arzt das Fach, über das »meist hinter vorgehaltener Hand« Ammenmärchen umlaufen: Orgasmus und Samenerguss, G-Punkt, Empfängnis in der Regelblutung, Jungfernhäutchen, die angeblich nur männliche Eichel, die Brust des Mannes. Der Anlass, den der Klappentext nennt, ist eine Krankenkassenzeitschrift, die den Deutschen eine ungestörte Sexualität bescheinigte; Brater hielt das für falsch. Ullstein hat später das Taschenbuch gehalten.
Inhalt
Brater schreibt gegen das Intimwissen, das Aufklärung heißen will und Vorurteil bleibt. Der männliche Orgasmus ist nicht an den Samenerguss gebunden; die Frau hat nicht »den« einen Punkt, den die Illustrierte verkauft; das Hymen ist keine Plombe und kein Beweis; Männer haben Brustgewebe; Blondinen sind keine eigene Lustklasse. Fünfhundert Einträge von Aufklärung bis Zungenkuss sollen entkrampfen, indem sie berichtigen. Die Form ist die des Körperlexikons: Frage, Physiologie, Pointe, ohne das Pathos der sexuellen Befreiung, das die sechziger Jahre noch hatten. Brater spricht als Mediziner, der die Scham für ein Hygieneproblem der Auskunft hält.
Die Süddeutsche Zeitung hat den Band 2003 als altbacken, nassforsch und ironiefrei gelesen: Brater erneuere Pseudo-Vorurteile, die Frauenzeitschriften längst abgehandelt hätten, und tauge nicht zum Berater, weil er um Entkrampfung zu verkrampft bemüht sei. Gegenposition ist jede Sexualwissenschaft, die denselben Stoff als Geschichte von Macht und Geschlecht nimmt, und jede Pornoindustrie, die den Irrtum als Ware braucht. Brater bleibt Aufklärer der Anatomie. Wer nur die Richtigstellung der Stammtischwitze sucht, findet sie. Wer die gesellschaftliche Form der Lust sucht, findet Physiologie. Das ist die Grenze des Verfahrens, das beim Körpervorgang überzeugend war und beim Sex die Kultur unterschlägt.
Unsicher wird der Band, wo fünfhundert Einträge die Wiederholung zur Methode machen und die Intimität zur Lexikonware. 2003 war nicht 1968 und nicht 2020; was als Irrtum galt, hat sich verschoben, ohne dass ein Alphabet das einholt. Wer das Buch als Anleitung liest, verwechselt Berichtigung mit Begehren. Wer es nur als Witzkiste liest, unterschlägt, dass hinter manchem Eintrag eine Angst steht, die die Klinik kennt. Neben den anderen Brater-Bänden bleibt dies der umstrittenste, weil er das Intime im Ton des Hausarztes abfertigt.
Einordnung
Das Sexirrtumslexikon gehört in die Eichborn-Reihe, die nach Sprache, Körper und Medizin jedes Fach als Irrtumskunde verkaufen wollte. Es steht neben einer älteren Aufklärungsliteratur, die das Begehren politisch nahm, und neben Illustrierten, die denselben Stoff wöchentlich umwälzen. Brater hat eine Lücke gesehen, die der Markt vielleicht schon geschlossen hatte; die scharfe Kritik hat das getroffen. Wer nach diesem Band über Sex spricht, als wäre er eine Liste zum Pauken, hat die Scham nicht verstanden und die Kultur nicht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
