Lexikon der Geschichtsirrtümer. Von Alpenüberquerung bis Zonengrenze
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Lexikon der Geschichtsirrtümer. Von Alpenüberquerung bis Zonengrenze |
| Autor(en): | Jörg Meidenbauer
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2004 |
| Schlagwörter: | Irrtum, Weltgeschichte, Legende, Politik |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Eichborn
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| Umfang dieser Ausgabe: | 359 Seiten |
| ISBN: | 9783821839363 |
| Verweise | |
Lexikon der Geschichtsirrtümer. Von Alpenüberquerung bis Zonengrenze ist das 2004 bei Eichborn erschienene Sachbuch von Jörg Meidenbauer. Der Historiker, 1959 geboren, legt rund zweihundert alphabetische Artikel vor, die Sätze der Schul- und Stammtischgeschichte berichtigen: Hannibal und die Alpen, die Zonengrenze als Ende einer Erzählung, Bismarck als eiserner Kanzler, Wilhelm Tell und der Apfel, der Doge als Herr Venedigs. Der Band gehört in die Eichborn-Reihe der Irrtumslexika nach Krämer und Trenkler, nimmt aber die Vergangenheit als eigenes Fach. Die Kritik hat ihn sogleich an der wissenschaftlichen Messlatte gemessen und oft zu leicht befunden.
Inhalt
Meidenbauer schreibt gegen die schöne Geschichte, die das Schulbuch und die Festrede brauchen. Die Nationalsozialisten gewannen frühe Wahlen nicht, weil die verzweifelten Arbeitslosen geschlossen für sie stimmten, sondern weil bisherige Nichtwähler und ein bürgerliches Lager sich verschoben. Die Türken wurden nicht von alters her Teetrinker; Atatürk hat den Tee nach dem Kaffeemangel der zwanziger Jahre zur Nationalsitte gemacht. Der Attentäter von Sarajevo war Bosnier kroatischer Herkunft, nicht einfach »der Serbe« der Kriegslegende. Der Doge war Repräsentant, nicht unumschränkter Herr. Der Apfelschuss stammt aus älteren nordischen Stoffen, bevor er Tell zugeschrieben wurde. Bismarck, das nervöse Wrack mit Aberglauben, trägt den Beinamen, den die Nachwelt braucht. Die Artikel sind knapp, oft ohne die Quelle im Text, mit Literatur am Rand des Bandes.
Die Sammlung will Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte in einem Alphabet, und genau das hat Markus Völkel im Perlentaucher als Mangel gelesen: es fehle die Bestimmung, was ein historischer Irrtum sei, wie man ihn erkenne und beseitige; statt Wissenschaftsgeschichte setze Meidenbauer »abgestandene Zweifel« vor und zitiere käufliche Handbücher, nicht zeitnahe Quellen. Gegenposition ist jede Mythenforschung, die die Legende als wirkende Kraft nimmt, auch wo sie falsch ist, und jede Fachgeschichte, die denselben Stoff in Aufsätzen kärt. Meidenbauer bleibt Popularisierer. Niemand hat Kolumbus ausgelacht. Fälschungen und Legenden der Geschichte richtiggestellt hatte dasselbe Geschäft 1966 strenger und früher begonnen; Hertslets Treppenwitz noch früher.
Unsicher wird der Band, wo die Richtigstellung selbst zur Anekdote wird und wo nationale Vorlieben entscheiden, welche Mythen fallen dürfen. Wer nur die Entlarvung will, verfehlt, dass Meidenbauer die große Geschichte voraussetzt, deren Zitate er kürzt. Wer ein Handbuch der Methode sucht, findet ein Lesebuch. Die Zonengrenze im Untertitel meint den deutschen Horizont: der Band endet, wo die Bundesrepublik ihre Erzählung zu schließen glaubte, und öffnet sie als Irrtum. Eichborn hat damit das Irrtumslexikon um die Historie ergänzt, ohne das Fach zu verschieben.
Einordnung
Meidenbauer steht in der Nachfolge der populären Irrtumskunde, nicht in der der Geschichtsschreibung, die das Fach verändert hätte. Der Band hat die öffentliche Rede über Schulweisheiten bedient, als Eichborn das Alphabet noch als Ware der gebildeten Mitte verkaufen konnte. Wer nach diesem Lexikon eine Legende hört, darf zweifeln; er muss die Quelle woanders suchen. Die scharfe Kritik hat den Verkauf nicht verhindert und die Gattung nicht beendet.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
