Autor:Laurence Sterne
Laurence Sterne (1713–1768) war ein englischer Geistlicher und schrieb den Roman, der die Regeln des Romans außer Kraft setzte, ehe sie recht galten. Leben und Ansichten von Tristram Shandy erzählt ein Leben, indem es beständig danebengreift, abschweift und den Leser anspricht.
Leben
Geboren in Clonmel in Irland als Sohn eines Fähnrichs, Studium in Cambridge, dann Pfarrer in Yorkshire. Erst mit sechsundvierzig, aus einem Kirchenstreit heraus, begann er zu schreiben; die ersten Bände des Tristram Shandy machten ihn 1760 über Nacht zur Berühmtheit Londons. Die Schwindsucht trieb ihn nach Frankreich und Italien, was die Empfindsame Reise ergab. Er starb in London, verarmt und gefeiert.
Wirkung
Sterne hat den Roman als Gespräch aufgefasst, nicht als Bericht. Die Handlung kommt kaum vom Fleck, weil jeder Anlass eine Abschweifung wert ist; leere, schwarze und marmorierte Seiten stehen mitten im Text. Was wie Willkür aussieht, ist ein Verfahren: Erzählen folgt nicht der Uhr, sondern dem Kopf, der springt. Die Moderne von James Joyce bis in die Postmoderne hat sich auf ihn berufen; der Formulierung nach ist er ihr allen voraus.
Die Nachwelt hat ihn zum Vorläufer gemacht und damit verkleinert. Der Witz ist keine Theorie, sondern Laune mit System. Wer nur die Kunstgriffe zählt, überliest die Zärtlichkeit für Onkel Toby und dessen Steckenpferd. Neben Henry Fielding steht Sterne als der andere Anfang des englischen Romans: nicht der ordnende, sondern der, der die Ordnung befragt.
Werke
- Leben und Ansichten von Tristram Shandy (1759–1767)
In Auswahl außerdem: Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 4.8, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.