L’Éducation sentimentale
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | L’Éducation sentimentale |
| Autor(en): | Gustave Flaubert |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1869 |
| Seitenanzahl: | 556 Seiten |
| Originaltitel: | L’Éducation sentimentale |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3596902460 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596902460 |
| Schlagwörter: | Paris, Illusion, 1848, Passivität |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
L’Éducation sentimentale ist der 1869 erschienene Roman von Gustave Flaubert, die Geschichte eines jungen Mannes. Unter den deutschen Titeln ist Lehrjahre des Herzens einer der geläufigen; andere Übersetzungen sagen Die Erziehung der Gefühle oder, in Elisabeth Edls Fassung, Lehrjahre der Männlichkeit. Frédéric Moreau kommt aus der Provinz nach Paris, verliebt sich auf einem Dampfer in die verheiratete Madame Arnoux und verfehlt Beruf, Vermögen und Revolution. Nach Madame Bovary ist dies Flauberts zweites großes Buch der Ernüchterung: nicht die Provinz tötet die Träume, sondern die Hauptstadt, in der alles irgendwie weitergeht. Der Roman gilt als eines der modernen Bücher des neunzehnten Jahrhunderts, gerade weil wenig »geschieht«.
Inhalt
1840 fährt der achtzehnjährige Frédéric nach Hause, als er auf der Seine Marie Arnoux sieht, Frau des Kunsthändlers Jacques Arnoux. Die Liebe sitzt sofort und lebenslänglich; sie bleibt weitgehend unvollzogen. In Paris studiert Frédéric nachlässig die Rechte, verkehrt mit dem Freund Deslauriers, der Karriere und Umsturz will, und mit Künstlern, Journalisten, Lebemännern, die 1848 vorbereiten, ohne es zu wissen. Er erbt, spekuliert, hält sich, verliert. Rosanette, die Geliebte, der man den Namen Marschallin gibt, tröstet ihn körperlich; Madame Dambreuse bietet Stand; Louise Roque, das Mädchen aus der Heimat, bietet eine Ehe, die er nicht will. Madame Arnoux bleibt das Bild, an dem Frédéric jede Entscheidung misst und deshalb viele unterlässt.
Die Revolution von 1848 fällt in denselben Takt wie Frédérics Schwäche. Er ist dabei und nicht dabei, auf den Barrikaden und im Salon, begeistert und bald gelangweilt. Flaubert führt die Menge, die Klubs, den Umschlag in die Reaktion, ohne Frédéric zum Helden oder zum Verräter zu machen; er ist der junge Mann, dem die Geschichte geschieht, während er auf eine Einladung von Madame Arnoux wartet. Arnoux ruiniert sich, Deslauriers benutzt Frédéric, die Freunde zerstreiten sich über Geld und Frauen. Der Roman zählt Möbel, Schulden, Toiletten und politische Phrasen mit derselben Genauigkeit. Wer Handlung als Tatenfolge will, findet Verzögerung; die Verzögerung ist der Gegenstand.
Jahre später, 1867, besucht Madame Arnoux den gealterten Frédéric. Sie redet, sie lässt das Haar nieder, sie geht, bevor aus der alten Liebe ein spätes Abenteuer wird. Frédéric und Deslauriers, gescheitert und versöhnt, erinnern sich an einen Bordellbesuch ihrer Jugend, den sie abgebrochen haben: Das sei das Beste gewesen, was sie erlebt hätten. Der Schluss ist berühmt, weil er die Lehrjahre als Verlustrechnung schließt, ohne tragischen Knall. Flaubert enthält sich des Urteils im Satz und fällt es in der Komposition: Ein Leben aus Aufschub, eine Revolution, die denselben Aufschub im Großen wiederholt.
Einordnung
Flaubert hat nach dem Skandal um Emma Bovary den männlichen Gegenentwurf geschrieben: nicht Ehebruch als Ausbruch, sondern Schwärmerei als Lebensform. Gegen Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre steht eine Erziehung, die nicht bildet, sondern abschleift; der Titel ironisiert das Genre. Die Zeitgenossen fanden das Buch kalt und formlos; die Moderne hat genau das als Leistung gelesen – den Roman, der die Langeweile und das historische Gewühl in einer Tonlage hält. Edls Neuübersetzung betont die Ironie des Wortes Männlichkeit; ältere deutsche Titel mit Herz und Gefühl treffen denselben Hohn anders.
Verfilmungen bleiben selten, weil der Stoff die Sensation verweigert. Wer Madame Bovary als Flauberts einziges Buch kennt, verfehlt den Paris-Roman, in dem 1848 nicht siegt und nicht singt. Wer Frédéric nur für einen Schwächling hält, hat recht und hat die Gesellschaft unterschätzt, die Schwächlinge hervorbringt und belohnt, solange sie erben. Nach diesem Buch ist die sentimentale Erziehung keine Vorbereitung auf das Leben, sondern das Leben selbst: ein langes Verfehlen, genau erzählt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
