Jenseits der Einstellung

Sergej Eisenstein · 1949 · Sachbuch, Medienwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Jenseits der Einstellung
Autor(en): Sergej Eisenstein
Originaltitel: Film Form
Originalsprache: russisch
Erstveröffentlichung: 1949
Schlagwörter: Montage, Dialektik, Attraktion, Schnitt
Sachgebiete: Sachbuch, Medienwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 279 Seiten
ISBN: 9783518293874
Verweise


Jenseits der Einstellung versammelt Schriften Sergej Eisensteins zur Filmtheorie, im Englischen 1949 als Film Form gebündelt, deutsch in wechselnden Titeln, darunter auch Das dynamische Quadrat. Eisenstein denkt den Film nicht als Aufnahme einer Szene, sondern als Zusammenstoß von Einstellungen, aus dem ein dritter Sinn springt. Das Buch hat der Montage die Dialektik gegeben, an der sich das Jahrhundert geschult hat.

Inhalt

Eisenstein unterscheidet die Montage der Attraktionen – Schocks, die das Publikum stoßen – von der organischen Montage, die einen Gedanken baut, indem Bilder aufeinanderprallen. Die Treppe von Odessa in Panzerkreuzer Potemkin ist das Schulbeispiel: Kinderwagen, Stiefel, das steinerne Löwenhaupt, das sich erhebt. Kein Bild bedeutet für sich, was die Folge bedeutet. Gegen Vertovs Kinoki, die das Leben ungestellt fangen wollen, setzt Eisenstein die Berechnung des Schlags. Gegen Griffiths amerikanische Parallelmontage setzt er die intellektuelle Montage, die Begriffe kollidieren lässt.

Die Texte sind Vorlesung, Kampfschrift, Werkstatt. Eisenstein schreibt als Regisseur, der Theorie braucht, um zu schneiden, nicht als Ästhet, der Filme beschreibt. Japanische Schrift, Kabuki, der Goldene Schnitt, Hegel und Marx: Das Vokabular ist eklektisch und genau in der Pointe, dass Form Politik ist. Der Staat, dem er diente, hat ihn gefeiert und gegängelt; die Schriften tragen die Spuren beider. Wer nur den Potemkin sucht, findet hier die Begründung; wer nur die Begründung sucht, findet den Mann, der unter Stalin weiterdrehte und weiterdachte.

Arnheim hat die Einstellung als geformte Wahrnehmung gelesen; Eisenstein liest die Folge der Einstellungen als Satz. Bazin wird später den Schnitt verdächtigen, der die Welt zerlegt, statt sie in der Tiefe der Schärfe zu lassen. Deleuze wird die Montage als eine Weise des Bewegungs-Bildes wieder aufnehmen. Das Buch bleibt der Ort, an dem die sowjetische Filmtheorie sagt, warum der Schnitt nicht Handwerk ist, sondern Denken. Die deutsche Ausgabe hat aus Aufsätzen ein Werk gemacht, das so nie in einem russischen Jahr erschien – und gerade so kanonisch wurde.

Einordnung

Eisenstein hat der Filmtheorie die Montage als Dialektik hinterlassen, ohne die das 20. Jahrhundert den Film nicht dachte. Neben Vertovs Kinoki und Arnheims Formlehre steht dieses Buch als die Lehre vom Zusammenstoß. Hollywood hat die Schocks übernommen und die Begriffe gestrichen; die Seminare haben die Begriffe behalten und die Schocks als Kanon der Odessaer Treppe. Wer heute Schnitt sagt und Gedanken meint, spricht Eisenstein. Wer nur die Treppe meint, hat die Schriften nicht gelesen, in denen der Kinderwagen ein Argument ist.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.