Imre Kertész, in Budapest geboren, hat dem Lagerroman die Stimme eines Jungen gegeben, der Auschwitz als Schule des Glücks missversteht, weil er noch keine andere Sprache hat. Roman eines Schicksallosen erschien 1975 in Ungarn fast ungehört; 2002 erhielt Kertész den Nobelpreis.
Leben
Bürgerliches jüdisches Haus, 1944 Auschwitz und Buchenwald, Rückkehr nach Budapest, Journalismus, Übersetzen aus dem Deutschen, Jahrzehnte ohne Ruhm. Der Umweg ist diese Verspätung: Das Buch war geschrieben, die Öffentlichkeit wollte Helden, nicht den Jungen, der sich anpasst. Nach 1989 Berlin, die Essays, der Streit mit Ungarn. Er starb in Budapest.
Wirkung
Kertész hat die Zeugenschaft von der Moral auf die Sprache umgestellt. Köves György erzählt Vernichtung, als wäre sie ein Praktikum; das Entsetzen sitzt in der Normalität des Satzes. Gegen die große Anklage und gegen die Tränenprosa steht hier die Genauigkeit eines Unmündigen. Celan und Jean Améry sind Nachbarn, nicht Vorlagen; Kertész hat deutsch gelesen und ungarisch geschrieben.
Man hat ihn zum Nobelpreisträger des Holocaust gemacht und das Buch zur Pflichtlektüre. Es bleibt unbequemer: Es verweigert die Würde als Fertigware. Wer nur die Botschaft sucht, unterschlägt den Ton. Wer nur den Ton sucht, unterschlägt Buchenwald. Die Fortsetzungen – Fiasko, Kaddisch für ein nicht geborenes Kind – haben denselben Kern enger geführt.
Werke
- Roman eines Schicksallosen (1975)
In Auswahl außerdem: Fiasko, Kaddisch für ein nicht geborenes Kind, Galeerentagebuch.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.