Illuminatus!
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Illuminatus! |
| Autor(en): | Robert Shea und Robert Anton Wilson |
| Originaltitel: | The Illuminatus! Trilogy |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1975 |
| Schlagwörter: | Verschwörung, Anarchie, Illuminaten, Satire |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1049 Seiten |
| ISBN: | 9783499256547 |
| Verweise | |
Illuminatus! ist die Romantrilogie von Robert Shea und Robert Anton Wilson, 1969 bis 1971 geschrieben, ab 1975 bei Dell in drei Bänden erschienen: Das Auge in der Pyramide, Der goldene Apfel, Leviathan. Die Autoren, damals in der Playboy-Redaktion für Leserbriefe zuständig, gingen von der Annahme aus, jede Verschwörung, über die die Einsender klagten, existiere wirklich. Herausgekommen ist eine Satire, die Diskordianismus, Sex, Drogen, den bayerischen Illuminatenorden und den Kalten Krieg zu einer Jagd ohne ruhenden Erzähler vermengt. 1986 kam der Prometheus Hall of Fame Award; die deutsche Gesamtausgabe hält Rowohlt.
Inhalt
Die New Yorker Polizisten Saul Goodman und Barney Muldoon untersuchen 1976 einen Anschlag auf die linke Zeitschrift Confrontation und das Verschwinden des Herausgebers Joe Malik. Die Spur führt zu den Morden an den Kennedy-Brüdern und an Martin Luther King und von da in ein Netz einander widersprechender Geheimbünde. Der Reporter George Dorn sitzt in Texas wegen Drogen ein, wird von Anarchisten befreit und auf das goldene U-Boot des Hagbard Celine gebracht, dessen Rechner täglich die Wahrscheinlichkeit des Weltkriegs würfelt. Hagbard kämpft gegen die Illuminaten, finanziert aus Atlantis-Gold, mit Hilfe sprechender Tümmler. Die Diskordianer, Anhänger der Göttin Eris, halten Unordnung für heilsamer als jede Weltordnung.
Die Schauplätze springen: Las Vegas und ein Milzbrandstamm, Chicago und ein Dillinger, Ingolstadt und die Gründung des historischen Ordens, die Insel Fernando Poo als Krisenherd der Großmächte, dazu Wesen aus H. P. Lovecrafts Mythos. Der Plan der Illuminaten, das Ende der Welt herbeizuführen oder ein Paradies auf Erden zu erzwingen, gipfelt in einem Massenopfer beim Rockfestival von Ingolstadt am 1. Mai 1976, genau zweihundert Jahre nach der Ordensgründung; Nazis schlafen im Totenkopfsee. Die Göttin Eris erscheint übermannsgroß und vereitelt das Vorhaben. Der Leviathan, ein pyramidenförmiger Einzeller, bedroht das Boot und bekommt den Rechner als Gesprächspartner. Zwischendurch fragen Figuren, ob sie selbst nur Sätze in einem Roman sind, und werden vom Ungeheuer unterbrochen.
Hagbard entpuppt sich als fünfter der Illuminati Primi: er hat beide Seiten gegeneinander ausgespielt, im Dienst eines noch geheimeren Bundes, dessen Lehre lautet, jeder könne tun, was er will. Die Erzählung wechselt Stimmen mitten im Satz, widerspricht sich, zitiert sich selbst und behauptet, acht Anhänge seien aus Papiermangel gestrichen. Fnords, Wörter, die Panik auslösen und verdrängt werden, stehen als Bild für die Lenkung durch Angst. Das Gesetz der Fünf und die Zahl Dreiundzwanzig organisieren Zufälle, bis der Leser sie überall sieht – genau dieser Trick ist die Lehre. Shea und Wilson haben den Postkorb der Verschwörungsbriefe ernst genommen, um ihn auszulachen, und das Lachen bleibt unheimlich.
Einordnung
Wilson nannte das Verfahren Guerilla-Ontologie: Behauptungen aufstellen, einreißen, durch andere ersetzen, bis der Leser beweglich oder starr wird. Timothy Leary stellte die Trilogie über Joyce; das Buch selbst macht sich über solche Sätze lustig. Ken Campbell brachte sie auf die Bühne. Der Einfluss auf populäre Kultur, Spiele und spätere Verschwörungsliteratur ist groß; Dan Brown hat den Ernst, Umberto Eco in Das Foucaultsche Pendel die Gelehrsamkeit, Shea und Wilson den Witz, der keine Theorie stehen lässt. Die Zahl 23 ist seither ein Scherz, den das Buch dem Leser als Wahrnehmungsschule hinterlassen hat.
Deutsch zuerst 1977 im Sphinx Verlag, dann bei Rowohlt in einem Band. Wer das Buch als Enthüllung der Illuminaten liest, ist hereingefallen; wer es nur als Ulk liest, unterschätzt die Übung an der eigenen Wahrnehmung. Die Trilogie bleibt das Grundbuch der literarischen Verschwörung, geschrieben von zwei Redakteuren, die den Postkorb ernst nahmen, um ihn zu zersetzen. Eris hat das letzte Wort, nicht Adam Weishaupt. Ingolstadt, wo der historische Orden gegründet wurde, ist im Roman Festivalgelände und Schlachtfeld zugleich.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
