Historia animalium

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Historia animalium
Autor(en): Aristoteles
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: de Gruyter
Serie:
Erscheinungsjahr:
Seitenanzahl: 609 Seiten
Originaltitel: Περὶ τὰ ζῷα ἱστορίαι
Originalsprache: altgriechisch
ISBN-10: 3110617706
ISBN-13/

EAN-Code:

9783110617702
Schlagwörter: Tiere, Unterschied, Beobachtung, Einteilung
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Historia animalium (griechisch Peri ta zoa historiai, deutsch oft Tierkunde) ist die im 4. Jahrhundert v. Chr. entstandene zoologische Hauptschrift von Aristoteles. Sie will das empirische Wissen von den Tieren aufnehmen, bevor nach Ursachen gefragt wird. Der Mensch steht nicht außerhalb der Untersuchung, sondern als die am besten bekannte Art mitten darin. Zehn Bücher sind überliefert; die ursprüngliche Folge und die Echtheit der späteren Teile sind umstritten, die Kernbücher gelten als aristotelisch. Die deutsche kommentierte Ausgabe im Rahmen der Berliner Akademieübersetzung bei de Gruyter macht den Bestand wieder als Forschungsbuch lesbar.

Inhalt

Aristoteles schreibt gegen eine Zoologie, die Arten in ein lückenloses Schema pressen und den Menschen aus der Natur herausnehmen will. Er beginnt bei den Körperteilen: nicht nur Gliedmaßen und Organe, sondern Fleisch, Fett und Blut. Gleichteilige Stoffe wie Fleisch und Knochen bauen ungleichteilige Werkzeuge wie die Hand auf. Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen den Arten betreffen Ausstattung, Bewegung und Fortpflanzung. Ein umfassendes Ordnungsschema, das die gesamte Tierwelt restlos einfängt, hält er für unmöglich, weil Sonderfälle sich nicht fügen. Die Wissenschaft beginnt beim Sichtbaren und schreitet zum Schwererkennbaren fort; ihr erstes Geschäft ist die Herausarbeitung der Unterschiede, nicht die Rangordnung der Gattungen.

An Hunderten von Arten entfaltet sich die Behauptung. Aristoteles teilt die Tiere in Bluttiere mit Wirbelsäule und blutlose Wesen. Unter den Bluttieren stehen lebendgebärende Säugetiere, Vögel und Fische; Wale und Delphine ordnet er den Fischen zu, obwohl er Luftatmung, Gebärmutter und Milch erkannt hat. Die blutlosen Tiere gliedert er in Weichtiere, Krustentiere, Kerbtiere und Schaltiere. Von 549 erwähnten Wirbeltierarten sind über dreihundert so genau beschrieben, dass sie sich heute bestimmen lassen. Der Mensch wird mitverglichen, weil an ihm das Bekannte zuerst liegt. Fortpflanzung, Ernährung, Sozialverhalten, Lebensraum und der Wechsel der Jahreszeiten füllen die späteren Bücher. Das Ziel ist nicht ein Ideal der Art, sondern die Mannigfaltigkeit dessen, was vorkommt.

Unsicher wird das Buch, wo Übernahme und Augenschein ineinanderlaufen. Aristoteles behauptet, die Eintagsfliege habe vier Beine, und Männer hätten mehr Zähne als Frauen. Manche Angaben stammen aus Berichten über fremde Gegenden, die er nicht prüfen konnte; bei den Eintagsfliegen trägt die Haltung der Vorderbeine den Irrtum. Bücher VII, IX und vor allem X gelten ganz oder teilweise als unecht oder später aufgefüllt. Die Klassifikation behandelt er, als wäre sie schon fest, obwohl er ihr Urheber zu sein scheint; eine ausdrückliche Hierarchie der großen Gruppen liefert er nicht. Die Historia animalium ist Bestandsaufnahme, nicht Ursachenlehre: die Bücher über Teile und Entstehung der Tiere sollen nachfolgen. Wer sie als fertiges System der Natur liest, verfehlt den Einschnitt, an dem Aristoteles die Frage nach dem Warum noch offenlässt.

Einordnung

Nach Aristoteles’ Tod haben die Schüler das zoologische Programm fast liegenlassen; Theophrastos schrieb über Tiere, die Schriften sind größtenteils verloren. Die Antike kommentierte das Werk nicht; Galenos zitierte zustimmend und ablehnend, forschte aber nicht im selben Sinn weiter. Über eine arabische Sammlung, das Kitāb al-hayawān, kam der Text zu Michael Scotus ins Lateinische; Wilhelm von Moerbeke übersetzte später aus dem Griechischen. Albertus Magnus baute die Stoffmasse in De animalibus aus. Theodorus Gaza schuf nach 1450 die lateinische Standardübersetzung; Aldus Manutius druckte 1497 den griechischen Text.

Gleichnamige neuzeitliche Werke von Conrad Gessner und Ulisse Aldrovandi haben den Titel aufgenommen und die bekannte Tierwelt des 16. Jahrhunderts auf Tausenden von Seiten beschrieben. Sie sind Enzyklopädien ihrer Zeit, nicht Fortsetzungen der aristotelischen Ursachenfrage. Neben der Metaphysik und der Politik bleibt die Historia animalium das Buch, in dem Aristoteles die Natur nicht denkt, sondern mustert. Wer über Beobachtung, Artunterschied und die Stellung des Menschen unter den Lebewesen spricht, hat hier die älteste große Spezialenzyklopädie der Zoologie vor sich – mit ihren Irrtümern, die den Blick nicht widerlegen, sondern begrenzen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.