Autor:Guido Ruggiero

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Guido Ruggiero (geb. 1944), in Danbury in Connecticut geboren, hat die venezianische Renaissance aus den Gerichtsakten gelesen, nicht aus den Fürstenspiegeln. Bindende Leidenschaften erzählt fünf Fälle der Inquisition: Magie, Ehe, Macht am Ende des sechzehnten Jahrhunderts.

Leben

Studium in Colorado und an der University of California in Los Angeles, Lehre an amerikanischen Universitäten, lange an der University of Miami. Der Umweg sind die venezianischen Archive: Ruggiero hat Kriminalakten, das Heilige Offizium und die Literatur derselben Jahre zusammengelesen, um Geschlecht, Gewalt, Magie und Alltag der frühen Neuzeit als gelebte Ordnung zu zeigen, nicht als Fußnote zur Hochkultur. Mit Edward Muir hat er Aufsätze aus Quaderni storici für die englische Leserschaft zugänglich gemacht. Er lebt im Ruhestand.

Wirkung

Ruggiero hat Leidenschaften als das beschrieben, was eine Gesellschaft bindet und wovon sie sich bedroht sieht. Nach dem Konzil von Trient nimmt die Kirche das Fleisch unter Aufsicht; Liebeszauber, heimliche Ehe, die Macht älterer Frauen über jüngere Männer werden in den Akten sichtbar, weil sie vor Gericht kommen. Neben der italienischen Mikrogeschichte Carlo Ginzburgs und Giovanni Levis steht hier die amerikanische Arbeit an denselben Quellen, erzählend und archivfest. Natalie Zemon Davis ist die Widmung und die Nachbarschaft.

Kanonisiert in der Frühneuzeitforschung, auf Deutsch ohne eigene Ausgabe, also weniger gelesen, als der Gegenstand verdiente. Wer ihn nur als Historiker der Sexualität führt, unterschlägt die Magie und die Ehe als Herrschaft. Wer nur die fünf Geschichten nimmt, unterschlägt, dass jede Erzählung an die Akte gebunden bleibt. Die Renaissance wird hier nicht erhellt, indem man sie von unten herzlicher macht, sondern indem man sieht, wer wen binden durfte.

Werke

In Auswahl außerdem: The Boundaries of Eros, Machiavelli in Love, Violence in Early Renaissance Venice.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.