Grundlagen der Musikgeschichte
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Grundlagen der Musikgeschichte |
| Autor(en): | Carl Dahlhaus |
| Originaltitel: | Grundlagen der Musikgeschichte |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1977 |
| Schlagwörter: | Historie, Werk, Rezeption, Idee |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Hans Gerig
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| Umfang dieser Ausgabe: | 186 Seiten |
| ISBN: | 9783874490207 |
| Verweise | |
Grundlagen der Musikgeschichte ist die 1977 erschienene Methodenschrift Carl Dahlhauss, mit der die deutsche Musikwissenschaft nach Adler neu begründet wurde, ohne in die Sozialgeschichte aufzugehen oder in die Werkfrömmigkeit zurückzufallen. Dahlhaus fragt, was an der Musik geschichtlich ist: das Werk, die Gattung, die Rezeption, die Idee, die ein Satz von sich selbst hat. Das Buch hat dem Fach das Selbstbewusstsein gegeben, Historie zu sein, nicht nur Analyse.
Inhalt
Dahlhaus zersetzt die Selbstverständlichkeiten. Eine Geschichte der Werke ist nicht dasselbe wie eine Geschichte des Hörens; eine Geschichte der Komponisten nicht dasselbe wie eine Geschichte der Gattungen. Die Idee der absoluten Musik, die das 19. Jahrhundert als Wesen ausgab, wird als geschichtliche These lesbar. Gegen die marxistische Forderung, Musik aus Klassenlagen abzuleiten, setzt er die Eigengesetzlichkeit der Form, ohne die Gesellschaft zu streichen; gegen die immanente Analyse setzt er die Tatsache, dass Werke Schicksale haben, in denen sich ihr Sinn verschiebt.
Adler hatte Stil als Epochenbegriff gesetzt; Dahlhaus hält den Stil für zu geschlossen und holt das einzelne Werk zurück, ohne Schenkers Natur der Tonalität zu übernehmen. Riemanns System wird historisiert: Funktionen gelten, wo eine Tonsprache sie trägt, nicht als Ewigkeit. Die Rezeptionsgeschichte, die Jauß der Literatur gab, erhält hier ihr musikalisches Organon – knapper, skeptischer, berlinerisch. Das Buch ist ein Essay in Kapiteln, kein Handbuch, und gerade darum kanonisch: Es lehrt Fragen, nicht Daten.
Die Grenzen liegen in der Enge des Kanons, den Dahlhaus voraussetzt: die abendländische Kunstmusik, Beethoven als Schwelle, die Populärmusik als Rand. Richard Taruskin hat später denselben Kanon als Machtgeschichte erzählt und Dahlhaus für zu deutsch, zu werkimmanent gehalten. Wer nur die Grundlagen sucht, findet ein schmales Buch, das eine Bibliothek voraussetzt. Wer die Bibliothek sucht, findet in Dahlhaus den Kompass, ohne den sie unlesbar bleibt. Die Idee der absoluten Musik und die Wagner-Studien liegen daneben; hier steht die Methode.
Einordnung
Dahlhaus hat der deutschsprachigen Musikwissenschaft nach 1945 das philosophische Gewissen gegeben, das Adorno in der Philosophie der neuen Musik als Kritik der Werke vorgeführt und hier als Kritik der Historie fortgesetzt wird – ohne Adornos Verdikt über den Fortschritt. Neben Adler, Riemann, Schenker und Rosen steht dieser Band als die deutsche Wende: nicht Stil, nicht Funktion, nicht Ursatz, nicht Ironie, sondern die Frage, was Geschichte an der Musik sei. Wer heute Musikgeschichte schreibt und Rezeption sagt, spricht Dahlhaus, auch wo er Taruskin folgt. Die Grundlagen bleiben unbequem, weil sie das Fach an sich selbst verweisen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
