Grande Sertão
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Grande Sertão |
| Autor(en): | João Guimarães Rosa |
| Originaltitel: | Grande Sertão: Veredas |
| Originalsprache: | portugiesisch |
| Erstveröffentlichung: | 1956 |
| Schlagwörter: | Sertão, Jagunços, Teufel, Minas Gerais |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Kiepenheuer & Witsch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 608 Seiten |
| ISBN: | 9783462015317 |
| Verweise | |
Grande Sertão ist der 1956 erschienene Roman von João Guimarães Rosa, im Original mit dem Untertitel Veredas, den Pfaden. Riobaldo, alter Fazendeiro am Urucuia in Minas Gerais, erzählt einem stummen Zuhörer aus der Stadt sein Leben als Jagunço, als Reiter in den Bandenkriegen des Hinterlands. In der Mitte steht Diadorim, der Gefährte, den Riobaldo liebt, ohne den Körper zu verstehen, und der Teufel, mit dem er vielleicht einen Pakt geschlossen hat. Curt Meyer-Clasons deutsche Übersetzung erschien 1964 bei Kiepenheuer & Witsch und hat dem Buch im Deutschen den kürzeren Titel gegeben. Rosa, Arzt, Diplomat, Kenner der Dialekte, hat aus dem Sertão eine Sprache gemacht, die das Portugiesische verbiegt, bis es die Weite trägt.
Inhalt
Riobaldo redet. Der Zuhörer, ein Gebildeter von der Küste, sagt fast nichts; die Rede ist ein Fluss, der sich verzweigt wie die Veredas, die Wasserläufe im trockenen Land. Als Junge trifft Riobaldo den Reiter Reinaldo, später Diadorim genannt, und die Zuneigung sitzt tiefer als Kameradschaft. Beide geraten zu den Jagunços des Joca Ramiro, ziehen gegen rivalisierende Banden, gegen Hermógenes, den Verräter, der den Anführer mordet. Der Sertão ist nicht Kulisse: Er ist Gericht, Hunger, Hinterhalt, Nachtlager, der Ort, an dem Gott und Teufel dieselben Steine bewohnen. Riobaldo zweifelt, ob das Böse eine Person hat. Er sucht den Pakt, um Hermógenes zu besiegen, und weiß hinterher nicht, ob der Teufel gekommen ist oder nur der eigene Ehrgeiz.
Diadorim bleibt nah und unnahbar, kämpft härter als andere, duldet keine Zärtlichkeit, die den Körper meint. Riobaldo wird selbst Anführer, nimmt Otacília zur Frau auf der Fazenda, kehrt in den Krieg zurück. Die Sprache wechselt Register: Recht, Gebet, Prahlerei, Zärtlichkeit, die Namen der Pflanzen und der Gewehre. Rosa erfindet Wörter, bricht Sätze, lässt Riobaldo fragen, ob der Sertão der Teufel sei oder nur so groß, dass der Mensch darin den Teufel braucht. Der Kampf gegen Hermógenes kommt. Diadorim besteht darauf, den Verräter selbst zu töten.
Diadorim fällt. Erst die Totenwaschung zeigt, was Riobaldo nicht sehen durfte: Diadorim ist eine Frau, Maria Deodorina, Tochter Joca Ramiros, die als Mann unter den Reitern lebte, um den Vater zu rächen. Die Liebe, die Riobaldo vor sich als Sünde und Rätsel trug, hatte ein Geschlecht, das die Bande nicht erlaubt hätte. Der Roman endet nicht mit dieser Enthüllung als Trick. Er endet mit dem alten Mann, der erzählt, weil das Geschehene sonst keinen Zeugen hat, und mit der Frage, die er dem Städter und sich selbst stellt: ob der Pakt galt. Der Sertão bleibt. Otacília bleibt. Die Rede bleibt das einzige, was aus den Pfaden eine Ordnung macht.
Einordnung
Rosa hat den brasilianischen Roman aus dem Salon der Küste in das Innere getrieben und ihm eine Sprache gegeben, die sich nicht ins Glatte übersetzen lässt. Meyer-Clason hat das Deutsche so weit gebogen, wie es ging; jede spätere Lektüre merkt die Naht. Neben Machado de Assis' urbaner Ironie steht der Sertão als die andere Gründung: nicht der tote Erzähler in Rio, sondern der lebende, der nicht aufhören kann zu reden. Wer das Buch nur als Abenteuer der Jagunços liest, hat Diadorim nicht verstanden. Wer es nur als Geschlechterrätsel liest, hat den Teufel und das Land nicht gehört. In der Weltliteratur steht Grande Sertão neben den großen Redeflüssen des zwanzigsten Jahrhunderts, ländlicher und theologisch unruhiger als sie.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
