Gott, Christus, Kirche

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Gott, Christus, Kirche
Autor(en): Marjorie Hewitt Suchocki
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Crossroad
Serie:
Erscheinungsjahr: 1989
Seitenanzahl: 263 Seiten
Originaltitel: God Christ Church. A Practical Guide to Process Theology
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 0824509706
ISBN-13/

EAN-Code:

9780824509705
Schlagwörter: Prozess, Gott, Christus, Kirche
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Rezensionen
Umschlag

Gott, Christus, Kirche (englisch God Christ Church. A Practical Guide to Process Theology) ist die 1982 erschienene und 1989 überarbeitete Einführung in die Prozesstheologie der amerikanischen Methodistin Marjorie Hewitt Suchocki. Der Band entstand für Studierende am Pittsburgh Theological Seminary und für die kirchliche Erwachsenenbildung der Presbyterianer; die Neubearbeitung fällt in ihre Zeit am Wesley Theological Seminary in Washington. Eine deutsche Ausgabe liegt nicht vor. Suchocki übersetzt die Metaphysik Alfred North Whiteheads in die klassischen Loci der Dogmatik: Gotteslehre, Christologie, Lehre von der Kirche, Eschatologie. John B. Cobb nannte die erste Auflage im später gestrichenen Vorwort eine Miniatur-Summe der Prozesstheologie.

Inhalt

Suchocki schreibt gegen den klassischen Theismus, der Gott als allmächtigen, unbewegten Herrscher denkt, und gegen eine Prozesstheologie, die im Seminar bleibt und die Gemeinde nicht erreicht. Die moderne Welt, sagt sie, nötigt dazu, den christlichen Glauben im relationalen Modell zu erfahren: nichts besteht für sich, alles wird in Beziehungen. Sünde ist in dieser Welt nicht der Bruch eines Befehls von oben, sondern die Zustimmung zum Dämonischen – zu den angesammelten Taten, die vom Wohlsein abkehren, die Zukunft verschließen und die Lüge über die Wirklichkeit legen. Gott ist das Wesen, das alle Möglichkeiten ohne Sünde erschaut, der Welt Möglichkeit anbietet, die Antworten empfängt und sie in einem unaufhörlichen Vorgang der Umwandlung integriert. Allmacht heißt hier nicht Zwang, sondern Lockung: Gott nötigt nicht, Gott wirbt um die beste Möglichkeit jedes Ereignisses.

Die mittleren Teile buchstabieren das an Christus, Kirche und Reich. Jesus ist nicht die einmalige mystische Vereinigung zweier Naturen, sondern der Mensch, der den göttlichen Zielen ohne Vorbehalt entsprochen hat; Gott ist in vielen Leben gegenwärtig, in diesem Leben vollständig. Kreuz und Auferstehung werden als Geschehen der Beziehung gelesen: das Leiden geht in Gott ein, die Auferstehung bezeugt, dass dieses Leben in Gott gehalten bleibt. Die Kirche ist die Gemeinschaft derer, deren Identität sich im Glauben formt, in Antwort auf Christus, und die das Evangelium in Wort und Tat weitersagen. Apostolizität ist das ständige Zeugnis der Auferstehung, Einheit eine Qualität der Zukunft, Heiligkeit die gegenwärtige Dynamik von Liebe und Gerechtigkeit. Die Sakramente verdichten, was die Relationalität ohnehin ist. Das Reich Gottes, Kern der Verkündigung Jesu, heißt: in diesem Leben tief und reich zu leben, durch persönliche und soziale Ordnungen der Liebe, und für immer am Leben Gottes teilzunehmen. Vergebung und Umkehrung der Werte sind die Mittel, Dämonen draußen und im eigenen Inneren zu lösen.

Unsicher wird der Leitfaden, wo die Verständlichkeit die Härte der Metaphysik dämpft. Der Anhang der zweiten Auflage lagert Whiteheads Kategorien aus, die in der ersten noch im Eingang standen; das erleichtert den kirchlichen Kurs und lässt die Ontologie als Nachtrag erscheinen. Gegner halten die Überredungskraft Gottes für zu schwach gegenüber dem Bösen, Freunde für den einzigen Ausweg aus der Theodizee der Allmacht. Suchocki illustriert mit Alltagserfahrungen, und der Stil selbst will die Dynamik des Glaubens verkörpern. Die Gegenposition ist die kirchliche Lehre von der Allmacht und der einzigartigen Inkarnation; sie wird nicht karikiert, aber umgebaut, bis vom Zwang wenig übrig ist. Ob diese Theologie feministisch ist, ohne immer feministische Themen zu verhandeln, haben Rezensentinnen als Vorzug gelesen: Frauen denken hier die ganze Dogmatik, nicht nur das Kapitel Geschlecht.

Einordnung

Das Buch hat eine Generation amerikanischer Pfarramtsstudierender in die Prozesstheologie eingeführt, neben Cobbs und David Ray Griffins älterer Exposition und nach Charles Hartshornes Lehre vom doppelpoligen Gott. Es steht auf Whiteheads Prozess und Realität, ohne deren Schwierigkeit zu wiederholen, und reicht weiter in Ekklesiologie, Gebet und Eschatologie, als die philosophische Kosmologie allein trägt. Suchocki wurde später Professorin in Claremont und Mitleiterin des dortigen Zentrums für Prozessstudien; The End of Evil und The Fall to Violence führen Sünde und Eschatologie strenger aus. Im deutschsprachigen Raum blieb der Band selbst unübersetzt, während die Prozesstheologie über Whitehead, über Catherine Keller und über neuere Einführungen ankam.

Geblieben ist die Zumutung, dass Gott die Welt wirklich empfängt und dass die Kirche ihre Noten – eine, heilig, apostolisch – als Zeiten des Lebens Christi lesen kann, nicht als Besitzstände. Wer Prozesstheologie nur als Lösung der Allmachtsfrage kennt, findet hier die praktische Probe: ob sich Gebet, Sakrament und Gemeinde führen lassen, wenn Gott nicht zwingt. Die deutschsprachige Theodizeedebatte führt diese Kritik an der Allmacht oft ohne den Band. Die Crossroad-Ausgabe der Neubearbeitung hat den Lehrtext festgesetzt; Cobb-Vorwort und Danksagung der Erstauflage fehlen, der Anhang auf Whitehead ist der Preis der Zugänglichkeit.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.