Geschichtliche Grundbegriffe

- · 1972 · Sachbuch, Geschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Geschichtliche Grundbegriffe
Autor(en):
Herausgeber: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck
Originaltitel: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1972
Schlagwörter: Begriff, Sattelzeit, Politik, Lexikon
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Klett-Cotta


Umfang dieser Ausgabe: 9000 Seiten
ISBN: 9783129038505
Verweise


Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland ist das von 1972 bis 1997 in acht Bänden erschienene Gemeinschaftswerk, herausgegeben von Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck. Es untersucht, wie Wörter wie Staat, Bürger, Geschichte, Revolution, Klasse zwischen etwa 1750 und 1850 ihre moderne Bedeutung gewannen. Das Lexikon ist das Handwerkszeug der Begriffsgeschichte, nicht Kosellecks zweites Buch: Er steht in dieser Reihe mit der Vergangenen Zukunft; hier gilt das Sammelwerk.

Inhalt

Jeder Artikel verfolgt einen Grundbegriff durch die Quellen, oft vom Mittelalter bis in die Gegenwart, mit dem Schwerpunkt auf der Sattelzeit, in der Erfahrungsraum und Erwartungshorizont auseinandertreten. Geschichte im Singular, der Staat als Anstalt, der Bürger als Subjekt von Rechten: Was selbstverständlich klingt, wird datierbar. Die Artikel sind Monographien, nicht Definitionen; sie zitieren Juristen, Pamphlete, Lexika, die politische Rede. Brunners Alteuropa, Conzes Strukturgeschichte, Kosellecks Semantik der Zeiten liegen übereinander, nicht immer spannungsfrei. Das Werk will keine Philosophie der Sprache, sondern die politische Sprache Deutschlands als Geschichte.

Die Anlage ist deutsch, mit Seitenblicken auf Frankreich und England. Genau darin liegt die Stärke und die Grenze: Die Grundbegriffe sind die einer bestimmten Gesellschaft, nicht Weltwörter. Die Kritik hat Eurozentrismus, Kanon der großen Texte, Vernachlässigung der gesprochenen Sprache, die Last der Herausgeberschaft Brunners genannt. Geblieben ist der Zwang, politische Rede historisch zu nehmen. Wer nach 1972 über Volk, Staat oder Fortschritt spricht, als wären die Wörter naturwüchsig, hat das Lexikon gegen sich, auch ohne es aufzuschlagen.

Acht Bände, Register, ein Unternehmen der Nachkriegsuniversität, das eine Generation von Historikern gebunden hat. Conze organisierte, Koselleck theoretisierte, Brunner gab die alteuropäische Folie. Die Cambridge School arbeitet an ähnlichen Sprachen ohne Lexikonform; Blumenbergs Metaphorologie an Bildern, die Begriffe tragen. Das Sammelwerk bleibt die deutsche Adresse der Begriffsgeschichte, sichtbarer als jeder einzelne Aufsatz Kosellecks – und gerade deshalb in diesem Essay nicht als sein zweiter Slot.

Einordnung

Die Grundbegriffe haben die öffentliche Rede über Politik in Deutschland um die Auskunft ergänzt, dass ihre Wörter eine Herkunft haben. Neben Land und Herrschaft und der Vergangenen Zukunft sind sie das dritte Bein: das Nachschlagewerk, das die These lexikalisch macht. Die Geschichtswissenschaft hat sie kanonisiert und oft nur die Einleitung gelesen. Wer Begriffsgeschichte nur als Methode kennt, hat die acht Bände nicht als Buch genommen – ein Buch, das viele schrieben und das trotzdem eine Schule ist.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.