Geschichte des jüdischen Krieges

Flavius Josephus · um 75 · Sachbuch, Geschichte
Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Geschichte des jüdischen Krieges
Autor(en): Flavius Josephus
Originaltitel: Περὶ τοῦ Ἰουδαϊκοῦ πολέμου
Originalsprache: griechisch
Erstveröffentlichung: um 75
Schlagwörter: Judäa, Jerusalem, Tempel, Flavier
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: C.H. Beck


Umfang dieser Ausgabe: 612 Seiten
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Verweise


Geschichte des jüdischen Krieges ist der Bericht des Flavius Josephus über den Aufstand in Judäa gegen Rom von 66 bis 73, geschrieben in Rom nach der Zerstörung des Tempels, zuerst aramäisch für den Osten, dann griechisch für die Welt der Sieger. Sieben Bücher führen von den Hasmonäern bis zum Fall von Masada. Josephus hatte Galiläa verteidigt, sich in Jotapata ergeben und Vespasian den Kaiserthron geweissagt; er schreibt als Freigelassener der Flavier und als Priestersohn aus Jerusalem.

Inhalt

Josephus setzt nicht mit dem Jahr 66 ein, sondern mit der Vorgeschichte, die den Krieg erklärbar machen soll: die Hasmonäer, Herodes, die römischen Prokuratoren, die Zeloten und die Spaltung der jüdischen Parteien. Der Aufstand erscheint nicht als ein Wille, sondern als eine Kette von Demütigungen, Steuerlast, Tempelverletzung und innerer Feindschaft, in der Sicarier, Zeloten, Priesteradel und das Volk einander ebenso bekämpfen wie die Römer. In Galiläa tritt der Autor selbst auf: als Befehlshaber, der Festungen baut, Verrat fürchtet, Jotapata hält und sich nach dem Fall der Stadt den Siegern ergibt. Die Weissagung an Vespasian, er werde Kaiser, ist die Scharnierstelle des Lebens und des Buches: fortan spricht der Besiegte im Haus der Flavier.

Der zweite große Block gilt Jerusalem. Titus schließt die Stadt ein; Hunger, Straßenkämpfe der Parteien und die Brandstiftung am Tempel werden in einer Genauigkeit erzählt, die den Leser in die Gassen zwingt und zugleich die Verantwortung verteilt. Josephus legt den Zeloten die Schuld am Untergang zu, den Römern die Größe der Schonung, die sie nicht durchhielten, und sich selbst die Rolle des Mahners auf den Mauern, der zur Übergabe riet. Speeches nach dem Muster des Thukydides unterbrechen die Erzählung: Eleasar auf Masada, die Klage über die Stadt, die Rechtfertigung Roms. Masada, der letzte Felsen, endet im Massenselbstmord der Verteidiger; ob Josephus ihn so gehört oder so gebraucht hat, bleibt die offene Wunde der Quelle.

Unsicher ist alles, was der Autor von sich selbst braucht. Die Zahlen der Toten sind übertrieben, die Reden erfunden, die Flavier geschont, die Rivalen in Jerusalem geschwärzt. Dennoch ist das Buch die einzige zusammenhängende antike Erzählung dieses Krieges, und ohne sie blieben Münzen, Schutt und das Schweigen der rabbinischen Texte. Josephus schreibt Griechisch für ein Publikum, das Juden als Aufrührer kannte, und er schreibt als Jude, der den Tempel verloren hat und ihn nicht als Strafgericht des eigenen Gottes preisgeben will, ohne die Zeloten zu verurteilen. Die Geschichte des jüdischen Krieges ist Siegesbericht, Trauerarbeit und Selbstrettung in einem. Wer nur den Verräter von Jotapata sucht, unterschlägt die Genauigkeit der Belagerung; wer nur den Chronisten rettet, unterschlägt den Auftraggeber auf dem Palatin.

Einordnung

Neben der Geschichte des Peloponnesischen Krieges steht dieses Buch als Kriegserzählung eines Beteiligten, der die eigene Niederlage erklären muss; neben Josephus’ späterer Verteidigung Über die Ursprünglichkeit des Judentums als der Text, der das Volk noch im Kampf zeigt, nicht nur im Gesetz. Die Christen lasen die Zerstörung Jerusalems als Erfüllung, die neuere Forschung als Parteischrift eines römischen Bürgers. Geblieben ist die Zumutung, den jüdischen Krieg nicht ohne den Mann zu lesen, der ihn verloren und aufgeschrieben hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.