Geschichte des Qorans

Theodor Nöldeke · 1860 · Sachbuch, Theologie


Das Werk
Deutscher Titel: Geschichte des Qorans
Autor(en): Theodor Nöldeke


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1860
Schlagwörter: Koran, Sure, Offenbarung, Philologie
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Greifbare Ausgabe
Verlag:
Umfang dieser Ausgabe: 420 Seiten
ISBN:
Verweise


Die Geschichte des Qorans ist die 1860 erschienene Preisschrift Theodor Nöldekes, später von Friedrich Schwally und anderen erweitert. Nöldeke ordnet die Suren in Perioden der Offenbarung: frühmekkanisch, mittel-, spätmekkanisch, medinensisch. Das Buch ist das Organon der europäischen Koranphilologie – die Frage, wie aus Rezitation ein Buch mit fester Folge wurde.

Inhalt

Nöldeke nimmt die traditionelle Sammlung unter Uthman als historischen Vorgang, nicht als Wunder. Vorher Varianten, nachher ein Konsonantentext, der gilt. Die innere Chronologie der Suren erschließt er aus Stil, Länge, Thema: kurze Schwüre und Gericht früh, Recht und Gemeinde später. Gegen die kanonische Reihenfolge nach Länge setzt er die vermutete Folge der Eingebung. Das eine Buch bekommt eine Biographie.

Der Ton ist der der deutschen Orientalistik des 19. Jahrhunderts: gelehrt, sicher, von einer Distanz, die den Text als Gegenstand nimmt. Die muslimische Wissenschaft der Offenbarungsanlässe (asbab al-nuzul) wird benutzt und überstimmt. Unsicher bleiben viele Datierungen; die spätere Forschung hat Perioden verschoben, medinensische Einsprengsel in mekkanischen Suren angenommen, die Schließung später oder früher angesetzt. Qumran analog – Koranhandschriften von Sanaa – hat Varianten gezeigt, ohne den Uthman-Text als Durchsetzung zu streichen.

Wer nur den Kolonialblick kennt, hat die Sorgfalt der Surenordnung nicht gelesen. Wer nur die Sorgfalt rettet, unterschlägt, dass dasselbe Buch den Islam nicht als Gespräch, sondern als Akte behandelt. Wellhausen hat zur selben Zeit die Tora zerlegt; Nöldeke den Koran periodisiert. Beide zeigen Kanonisierung als Arbeit.

Einordnung

Neben dem Koran selbst und der Hadith-Sammlung, die nach der Schließung des Textes das zweite Corpus aufmacht, ist Nöldeke die europäische Geschichte dieser Schließung. Assmann denkt Kanon allgemein; Nöldeke denkt diesen einen. Wer nach 1860 über die Entstehung des Korans spricht, in der westlichen Philologie, spricht hinter diesem Buch oder gegen es. Die Bookpedia braucht den Titel, weil Schließung sonst nur Theologie der Gemeinde wäre, nicht auch Geschichte des Textes.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Der Koran und die Schließung (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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