Geschichte des Antisemitismus

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Léon Poliakov · 1955 · Sachbuch, Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Geschichte des Antisemitismus
Autor(en): Léon Poliakov
Originaltitel: Histoire de l'antisémitisme
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1955
Schlagwörter: Antisemitismus, Christenheit, Moderne, Hass
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
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Umfang dieser Ausgabe: 0 Seiten
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Verweise


Die Geschichte des Antisemitismus (französisch Histoire de l'antisémitisme) erschien ab 1955 in Bänden, die von der Antike bis in die Moderne reichen. Léon Poliakov erzählt den Judenhaß nicht als Natur und nicht als Episode, sondern als christliche und dann säkulare Tradition, die sich wandelt, ohne zu enden: Kirchenväter, mittelalterliche Legenden, die spanische Reinheit des Blutes, die Aufklärung, die den Juden als Gegenbild braucht, der Rassenwahn. Das Buch hat der jüdischen Geschichte das Organon des Hasses gegeben, neben Arendts Elementen und Hilbergs Behörde.

Inhalt

Poliakov, aus Sankt Petersburg, in Frankreich überlebend, schreibt gegen die Legende, der moderne Rassenantisemitismus habe mit der Theologie nichts mehr zu tun. Die Kontinuität ist keine Identität: Der Kirchenvater, der die Synagoge blind malt, ist nicht der Beamte von 1942; aber die Bilder wandern, und wer sie nicht kennt, hält 1933 für einen Betriebsunfall. Gegen Arendt, die den Antisemitismus als Element der totalen Herrschaft isoliert, setzt er die lange Dauer vor dem 19. Jahrhundert. Gegen Hilberg, der den Mord als Vorgang zählt, setzt er die Vorgeschichte des Blicks, der den Mord vorbereitet, ohne ihn zu befehlen. Gegen Graetz’ Leiden als Form des Volkes setzt er den Blick der anderen, der das Leiden erzeugt. Assmann wird später den Monotheismus als Distinktion lesen; Poliakov liest den Haß, der Distinktion zur Verfolgung macht.

Wer nur das 20. Jahrhundert sucht, hat die Bände über das Mittelalter nicht gelesen. Wer nur Frankreich sucht, unterschlägt, dass Poliakov Europa als einen Raum des Hasses kartographiert, nicht als Nationalgeschichte. Die Grenzen liegen in einer Kontinuität, die Unterschiede einebnen kann, und in einem Werk, das Bände braucht, die niemand mehr als Ganzes liest. Das Fach liest die These. Yerushalmi wird das jüdische Gedächtnis gegen die Historie kehren; Poliakov bleibt der Historiker des Blicks, der das Gedächtnis der Täter nährt.

Die Wirkung ist die eines Standardwerks, das Seminare füllte und das Wort Antisemitismus historisierte, statt es als Natur zu lassen. Nach 1955 ist Unschuld in der Rede vom »alten Hass« schwerer geworden, weil Poliakov zeigte, wie alt und wie neu er jeweils war.

Einordnung

Poliakov hat der jüdischen Geschichte die Historie des Antisemitismus hinterlassen. Neben Arendt, Hilberg und Graetz steht dieser Band als die Behauptung, dass der Haß Tradition hat, nicht nur Ausbruch. Die Wirkung reicht in jede Darstellung nach 1955. Wer seither Antisemitismus sagt und nur Hitler meint, hat Poliakov nicht gelesen; wer nur die Kirchenväter meint, unterschlägt die Rasse. Assmanns Moses steht daneben als Theorie der Unterscheidung; hier steht die Unterscheidung als Verfolgung.

Ideen

Antisemitismus

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.