Früchte des Zorns
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Früchte des Zorns |
| Autor(en): | John Steinbeck |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1939 |
| Seitenanzahl: | 544 Seiten |
| Originaltitel: | The Grapes of Wrath |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3423104740 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423104746 |
| Schlagwörter: | Staubsturm, Wanderung, Kalifornien, Armut |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Früchte des Zorns ist der Roman von John Steinbeck, 1939 in New York erschienen, der die Wanderung der entwurzelten Pächter aus Oklahoma nach Kalifornien in den Dürrejahren der dreißiger Jahre erzählt. Steinbeck hatte die Lager und Straßen selbst gesehen; das Buch ist Erkundung und Anklage. Der Titel zitiert die Schlachtgesangzeile vom Zorn, der Trauben tritt; die Früchte, die am Ende reifen, sind nicht Wohlstand. 1940 erhielt Steinbeck den Pulitzerpreis, 1962 den Nobelpreis; dieser Roman bleibt das Werk, für das man ihn in die Schule und in den Streit nimmt. In Oklahoma wollte man das Buch verbieten, in Kalifornien auch.
Inhalt
Tom Joad kommt aus dem Gefängnis auf Bewährung nach Hause auf die Pacht in Oklahoma und findet das Haus leer. Die Staubstürme, die Banken und die Traktoren haben die Familie von der Scholle getrieben; der alte Onkel John, die Eltern, die schwangeren Rose of Sharon, die Kinder, der ehemalige Prediger Jim Casy, der nicht mehr predigen will: Sie packen auf einen Lastwagen und fahren westwärts auf der Route 66, weil Handzettel Arbeiter in den Obstgärten Kaliforniens versprechen. Unterwegs sterben die Großeltern, das Auto hält, das Geld schwindet, andere Trecks teilen Wasser und Gerüchte. Steinbeck schiebt zwischen die Kapitel der Familie Joad chorische Stücke über die Straße, die Händler, die das Elend ausnehmen, die Landnahme der Großen. Die Fahrt ist keine Entdeckung; sie ist Vertreibung im Konvoi.
Kalifornien empfängt sie nicht als gelobtes Land. Die Obstgärten brauchen Menschen, solange die Ernte drängt, und jagen sie, sobald der Lohn gedrückt werden kann. Die Joads leben in Lagern, in Hütten, in einem staatlichen Platz, der kurz wie Ordnung wirkt. Casy versucht, die Arbeiter zum gemeinsamen Nein zu bewegen, und wird erschlagen. Tom, der schon einmal getötet hat, tötet den Mörder Casys und muss untertauchen. Die Mutter, Ma Joad, hält die Familie zusammen, solange Zusammenhalten möglich ist; der Vater bricht innerlich. Rose of Sharon bringt ein totes Kind zur Welt, dann kommt der Regen, die Flut läuft in die Hütte, die Arbeit ist weg. Der Zorn, den der Titel nennt, sitzt in denen, die noch gehen können, und in denen, die nicht mehr wollen.
Tom verabschiedet sich von der Mutter: Er werde dort sein, wo man schlägt und wo man hungert, unsichtbar in der Menge. Die Familie sucht Schutz in einer Scheune; darin liegt ein verhungernder Mann, neben ihm ein Junge. Rose of Sharon, die gerade das tote Kind verloren hat, stillt den Mann an der Brust. Steinbeck schließt auf diesem Bild, ohne eine Rede darüber zu halten. Die Früchte des Zorns sind diese Gabe und dieser Zorn zugleich. Es gibt keine Heimkehr auf die Pacht und keinen Sieg über die Besitzer. Es gibt die Straße, die Mutter, den flüchtigen Sohn und eine Frau, die dem Fremden gibt, was das eigene Kind nicht mehr braucht. Das ist der letzte Satz des Buches, ohne Satz.
Einordnung
Steinbeck hat den sozialen Roman der amerikanischen Krisenjahre geschrieben, episch und parteilich, mit der Bibel im Ohr und dem Blick der Erkundung. Die Joads sind eine Familie und ein Volk; die Zwischentexte heben sie ins Allgemeine, ohne die Namen zu löschen. Gegen Zolas Germinal ist die Gewalt hier weniger der Streik als das Verhungernlassen und das Brechen der Lager. Der Pulitzerpreis und der Skandal gehörten zusammen: Man warf Steinbeck Lüge, Hetze, Unflätigkeit vor; die Lager existierten. John Fords Verfilmung von 1940 mit Henry Fonda hat Tom Joad festgesetzt und den Schluss milder gezogen – die Stillszene fehlt im Film, eine Rede der Mutter tritt an ihre Stelle.
In der amerikanischen Literatur steht der Band neben den großen Texten der Wirtschaftskrise, in der Weltliteratur bei den Büchern, die Hunger nicht als Schicksal, sondern als Ordnung beschreiben. Die Kontroverse um Wahrheit und Hetze hat den Rang nicht geschmälert, nur bewiesen, dass Steinbeck getroffen hatte. Die Joads sind in die öffentliche Rede eingegangen, oft als Sinnbild, selten als die genaue Familie des Buchs. Wer nach Steinbeck über Wanderarbeit und Vertreibung spricht, spricht hinter den Joads; wer den Roman für eine bloße Familiengeschichte des Westens hält, hat Casy und die Scheune nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
