Frontalangriff und taktisches Training

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Luigi Cadorna · 1915 · Sachbuch, Militärwesen
Das Werk
Deutscher Titel: Frontalangriff und taktisches Training
Autor(en): Luigi Cadorna
Originaltitel: Attacco frontale ed ammaestramento tattico
Originalsprache: italienisch
Erstveröffentlichung: 1915
Schlagwörter: Angriff, Infanterie, Stellungskrieg, Generalstab
Sachgebiete: Sachbuch, Militärwesen
Greifbare Ausgabe
Verlag:
Umfang dieser Ausgabe: 62 Seiten
ISBN:
Verweise


Frontalangriff und taktisches Training (italienisch Attacco frontale ed ammaestramento tattico) ist die im Februar 1915 erschienene militärtheoretische Schrift des italienischen Generalstabschefs Luigi Cadorna. Als Rundschreiben Nr. 191 vom 25. Februar 1915 bei La Speranza in Rom gedruckt, ersetzte sie den Erlass über die taktische Handlung vom August 1914 und ging in hoher Auflage an die Kommandeure bis zur Regimentsebene. Das Heft im Taschenformat trug einen roten Einband und wurde als libretto rosso, rotes Büchlein, bekannt. Es sollte die Grundregeln für Infanterieverbände zusammenfassen und Erkenntnisse der europäischen Fronten weitergeben, drei Monate vor Italiens Eintritt in den Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg galt es als Muster einer verfehlten Taktik mit extrem hohen Menschenopfern.

Inhalt

Cadorna schreibt gegen Zögern, gegen die Defensive als Haltung und gegen die Unerfahrenheit eines Offizierskorps, das den Stellungskrieg noch nicht als neue Norm begriffen hatte. Die Wahl des Mittels ist der Frontalangriff, bis hin zum Bajonett gegen Schützengräben. Obwohl Cadorna als Verfasser gilt, hat vermutlich sein enger Mitarbeiter Giuseppe Pennella, Leiter des Sekretariats im Generalstab, den Text gefasst und Aufsätze Cadornas gebündelt. Das Büchlein hat drei Kapitel: Kriterien der Offensive, die Offensive nach den Merkmalen des Geländes, taktisches Training. Der erste, längste Teil füllt siebenunddreißig der zweiundsechzig Seiten. Es ist Befehlsliteratur, keine Abhandlung für das Publikum: der Ton ist der des Rundschreibens, das Gehorsam und Einheitlichkeit erzeugen soll.

Die Behauptung entfaltet sich als Lehre vom Angriff um jeden Preis. Wer das Gelände liest, liest es auf Durchbruch hin; wer übt, übt den Stoß, nicht das Überleben im Graben. Die Schrift nimmt wahr, dass an den europäischen Fronten bereits gekämpft wird, und glaubt, die Lehre daraus sei Entschlossenheit, nicht Anpassung an Maschinengewehr und Artillerie. Infanterie bleibt die Entscheidungswaffe; andere Waffengattungen dienen ihr. Cadorna wollte unerfahrenen Offizieren einen Leitfaden geben und spätere Vorwürfe mit dem Hinweis parieren, es seien die damaligen Erkenntnisse verarbeitet worden. Er räumte ein, dass über die östlichen Kriegsschauplätze in Italien wenig bekannt gewesen sei. Das Büchlein ist kurz, damit es in der Tasche bleibt und zitiert werden kann.

Unsicher und tödlich wird die Lehre, wo sie auf den Isonzo und die Alpenfront trifft. Aldo Valori nannte das Büchlein furchteinflößend; Giulio Douhet hielt die Taktik für wirklichkeitsfremd. Die Gegenposition ist jede Militärtheorie, die Feuerkraft, Gelände und die Schonung der Truppe vor den Willen zum Frontalstoß setzt. Cadorna verteidigte sich in den Pagine polemiche: das Heft habe Funktion gehabt, keine Prophetie. Die Forschung hat die Autorschaft Pennellas betont, ohne Cadorna aus der Verantwortung zu nehmen, denn der Generalstabschef zeichnete und verteilte. Das Missverhältnis zwischen Anspruch, aus dem Krieg gelernt zu haben, und der Weigerung, den Grabenkrieg als Grenze des Angriffs anzuerkennen, ist der innere Riss der Schrift.

Einordnung

Nach 1918 wurde das rote Büchlein zum Symbol der italienischen Opfer an der Gebirgsfront und der starren Führung Cadornas. Es steht in einer europäischen Reihe von Offensivdoktrinen vor und zu Beginn des Weltkriegs, die den Willen über die Technik stellten. Marco Mondinis Darstellung des Feldherrn im großen Krieg hat den Text wieder in die deutsche Forschung geholt, ohne ihn zu entschuldigen. Eine deutsche Übersetzung der Schrift selbst fehlt; sie wirkt durch militärgeschichtliche Zitate, nicht durch eine Lesergemeinde. Nachbarschaft hat sie zu anderen kurzen Kriegslehren, die Befehl und Theorie vermischen.

Das Missverständnis ist, hier nur ein persönliches Versagen oder nur ein zeittypisches Dokument zu sehen. Es ist beides: die Verdichtung einer Angriffsgläubigkeit, die 1915 noch als Lernen ausgegeben werden konnte, und die Unterschrift eines Mannes, der sie bis in die Niederlagen festhielt. Geblieben ist der Befund, dass taktische Merkblätter Leben kosten, wenn sie die Waffenlage leugnen. Wer über den italienischen Kriegseintritt, den Isonzo oder die Verantwortung der Generalstäbe spricht, findet in diesen zweiundsechzig Seiten die Doktrin, an der die Kritik sich abgearbeitet hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.