Ferdydurke
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Ferdydurke |
| Autor(en): | Witold Gombrowicz |
| Originaltitel: | Ferdydurke |
| Originalsprache: | polnisch |
| Erstveröffentlichung: | 1937 |
| Schlagwörter: | Unreife, Schule, Form, Groteske |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Hanser
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| Umfang dieser Ausgabe: | 336 Seiten |
| ISBN: | 9783446241008 |
| Verweise | |
Ferdydurke ist der Roman von Witold Gombrowicz, 1937 in Warschau erschienen. Der dreißigjährige Josef wird von einem Lehrer zurück in die Schule gezerrt, als wäre Reife eine Form, die andere einem aufzwingen. Popo, Schule, Landgut: die Groteske einer Knechtschaft, die Nation, Klasse und Geschmack heißt. 1939 verschlug es Gombrowicz nach Argentinien; das Buch blieb die Waffe der Unreife.
Inhalt
Josef Kowalski, Autor eines misslungenen Buches, liegt im Bett und denkt an die eigene Unfertigkeit, da holt ihn Professor Pimko ab und steckt ihn unter Gymnasiasten. Die Klasse ist ein Kampf um Form: die Jungen wollen kindisch oder modern sein, der Lehrer will Bildung, Josef will erwachsen bleiben und wird zum Schüler gemacht, weil die anderen ihn so sehen. Gombrowicz nennt das die Form, die von außen kommt und den Menschen fertig macht, indem sie ihn festlegt.
Die Schule steigert sich zur Farce: Duelle der Reife, eine entführte Unschuld, der Lehrerhaushalt mit der modernen Tochter, die Josef erniedrigt. Dann das Landgut der Tante und des Onkels, die Bauern, die Magd, der Vetter, der die Volksnähe spielen will. Jede Sphäre – Stadt, Schule, Gut – zwingt eine Haltung auf. Josef flieht, raubt, kehrt um, bleibt unfertig. Der Titel Ferdydurke ist ein Nonsenswort; er bedeutet, dass Bedeutung selbst eine Falle ist.
Der Schluss entlässt niemanden in die Reife. Wer eine Satire auf das Gymnasium sucht, findet sie und verfehlt das Programm. Wer nur die Theorie der Form sucht, unterschlägt das Lachen. Die Popo – der Hintern als Schicksalsorgan der polnischen Demütigung – ist komisch und grausam. Gombrowicz hat später in den Tagebüchern dasselbe in der Ich-Form geschrieben; Ferdydurke bleibt die Erfindung.
Einordnung
Gombrowicz hat gezeigt, dass Form – Nation, Klasse, Reife – den Menschen knechtet, indem sie ihn fertig macht. Neben Bruno Schulz und Witkacy steht er als der Dritte der polnischen Moderne, der am längsten gebraucht hat, um kanonisch zu werden. Polen hat ihn spät genommen; die Welt hat das Buch oft als Vorläufer gelesen, ohne die Beleidigung zu hören.
Man hat ihn zum Meister der Unreife und zum Exilantenmythos gemacht. Wer nur die Groteske sucht, unterschlägt die Schule, die tötet. Wer nur die Theorie sucht, unterschlägt den Vetter auf dem Gut. Hanser hat die deutsche Adresse gehalten. Nach Ferdydurke ist Erwachsenwerden keine Erlösung, sondern eine der Formen, die man einem aufzwingt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
