Faust. Der Tragödie zweiter Teil


Das Werk
Deutscher Titel: Faust. Der Tragödie zweiter Teil
Autor(en): Johann Wolfgang von Goethe
Originaltitel: Faust. Der Tragödie zweiter Teil
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1832
Schlagwörter: Papiergeld, Helena, Landgewinnung, Erlösung
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 220 Seiten
ISBN: 9783150000021
Verweise


Faust. Der Tragödie zweiter Teil ist die Fortsetzung der Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe, 1832, wenige Monate nach seinem Tod, erschienen. Der erste Teil, in der Bookpedia unter Faust geführt, hatte die Wette und Gretchen gegeben; der zweite führt den Geretteten durch Kaiserhof, Antike und Landgewinnung, bis der verbotene Augenblick fällt und die Gnade ihn trotzdem holt. Goethe hat das Werk sein Hauptgeschäft genannt und sechzig Jahre daran gelassen.

Inhalt

Elfen singen den an Gretchen schuldigen Faust in den Schlaf; er erwacht und will wieder nach dem höchsten Dasein. Am Kaiserhof fehlt das Geld. Mephisto, als neuer Narr, schöpft Papiergeld auf den Kredit ungehobener Schätze; der Hof prasst, der Staat atmet auf, und niemand fragt, was eine Unterschrift wert ist, die das Gold erst noch finden muss. Im Mummenschanz zieht Faust als Plutus auf, der Kaiser als Pan, und ein Feuer frisst die Masken. Der reich gemachte Herrscher will nun unterhalten sein: Helena und Paris sollen erscheinen. Faust steigt zu den Müttern, holt den Dreifuß, beschwört die Urbilder – und greift nach der Erscheinung, als wäre Kunst ein Besitz. Der Spuk zerreißt, Faust stürzt hin.

Wagner hat im gotischen Laboratorium den Homunculus gemacht, ein Licht in der Phiole, Geist ohne Leib. Das Wesen liest Fausts Traum, erkennt Helena und treibt die Reise zur klassischen Walpurgisnacht auf die pharsalischen Felder. Mephisto, nordischer Teufel unter griechischen Ungeheuern, leiht sich Auge und Zahn der Phorkyaden; Faust sucht bei Chiron und Manto den Weg in die Unterwelt. Homunculus, zwischen Thales und Anaxagoras, zwischen Wasser und Feuer, zerschellt am Muschelwagen der Galatee und wird, im Meeresleuchten, zum Leben, das er noch nicht hatte. Im dritten Akt steht Helena vor dem Palast zu Sparta, flieht mit dem Chor vor Menelas in Fausts mittelalterliche Burg, lernt den Reim und gebiert Euphorion, das Kind aus Antike und neuer Zeit. Der Knabe fliegt zu hoch, stürzt, ruft die Mutter; Helena folgt ihm in den Hades und lässt Faust den Schleier, der trägt, aber nicht hält.

Faust will dem Meer Land abgewinnen, nicht mehr Frau und nicht mehr Krone. Mephisto und die drei Gewaltigen helfen dem Kaiser gegen den Gegenkaiser; der Sieger verleiht Faust den Strand. Als alter Herr des neuen Landes stört ihn das Glöckchen der Kapelle, unter der Philemon und Baucis wohnen, die letzten Linden, der Fleck, der ihm nicht gehört. Er befiehlt, sie beiseite zu schaffen; Mephistos Leute bringen Gewalt, Feuer, drei Tote. Vier graue Weiber treten auf – Mangel, Schuld, Not, Sorge; nur die Sorge kommt durch und bläst ihm das Licht aus den Augen. Blind hört der Hundertjährige graben, hält das Grab für den Deich und sieht im Geist Millionen auf freiem Grund. Zu diesem vorgestellten Glück darf er sagen, was der Pakt verboten hat: Verweile doch, du bist so schön. Er fällt. Mephisto fordert die Seele; Engel streuen Rosen, der Teufel gerät in Begierde, Faustens Unsterbliches entwischt. In den Bergschluchten trägt die eine der Büßenden, Gretchen, ihn weiter. Das Ewig-Weibliche zieht hinan – nicht als Lohn für den Deich, als Erbarmen mit dem, der nicht aufhörte zu streben.

Einordnung

Der zweite Teil ist kein Nachtrag zum ersten, er ist die andere Hälfte der Wette. Wo der Faust das Ich und das Gretchenzimmer gab, gibt dieser die Welt als Baustelle: Geld, das auf nichts steht, Schönheit, die sich nicht halten lässt, Land, das den Nachbarn verbrennt. Goethe hat die Klassik in Helena noch einmal geheiratet und in Euphorion begraben; die Moderne beginnt, wo Philemon und Baucis dem Plan weichen. Neben den Wahlverwandtschaften und den Lehrjahren steht das Stück als Summe des späten Goethe – ironischer, allegorienreicher, undankbarer als der Schulkanon des ersten Teils. Die Bühne hat ihn selten ganz bewältigt; die Philologie hat ihn nicht losgelassen. Ohne diesen zweiten Teil bleibt Mephistos Anspruch offen, und die Stimme, die Gretchen lossprach, hätte nichts, worein sie den Strebenden aufnehmen könnte.

Ideen

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Hybris (wichtig)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.