Exodus
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Exodus |
| Autor(en): | Leon Uris |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Heyne |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1958 |
| Seitenanzahl: | 848 Seiten |
| Originaltitel: | Exodus |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3453138341 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783453138346 |
| Schlagwörter: | Palästina, Flucht, Staatsgründung, Kibbuz |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Exodus ist der 1958 in New York erschienene Roman von Leon Uris über die Jahre vor und nach der Gründung des Staates Israel. Der Titel nennt das Flüchtlingsschiff Exodus 1947 und den biblischen Auszug; Uris, selbst jüdisch-amerikanischer Veteran, hatte in Israel recherchiert und das Manuskript von israelischen Diplomaten gegenlesen lassen. Der Band wurde in Dutzende Sprachen übersetzt, in der DDR lange nicht gedruckt und 1960 von Otto Preminger mit Paul Newman verfilmt. Historisch hält er sich an den groben Verlauf – Zypern, Hagana, Irgun, den Krieg von 1948 – und nimmt sich in den Figuren große Freiheit. Es ist ein Epos der Staatsgründung, kein Augenzeugenbericht.
Inhalt
Im November 1946 liegen jüdische Flüchtlinge in britischen Lagern auf Zypern. Ari Ben Kanaan, in einem Kibbuz der Chulaebene aufgewachsen, Offizier der Jüdischen Brigade, organisiert für die Hagana die Überfahrt möglichst vieler, darunter Waisenkinder, ins Mandatsgebiet Palästina. Die amerikanische Krankenschwester Kitty Fremont, frisch verwitwet, begegnet ihm dort und der jungen Karen Hansen-Clement, die als Kind aus Köln nach Dänemark geschickt wurde und fast die ganze Familie in den Lagern verloren hat. Dov Landau, Überlebender des Warschauer Ghettos und von Auschwitz, Fälscher und Sprengkenner, schließt sich später der Irgun an, im Roman Makkabäer genannt, die Aris Onkel Akiba führt. Uris schiebt Rückblicke ein: Pogrome im russischen Schtetl, aus denen Aris Vater Barak und Akiba zu Fuß nach Palästina flohen; Dänemark unter deutscher Besatzung; Auschwitz, wo Dov das Sonderkommando überlebt. Die Briten, vertreten durch den antisemitisch gefärbten Major Caldwell und den zwiespältigen Brigadier Sutherland, sollen die Quote halten. Ari beschafft das Schiff Exodus und bringt die Flüchtlinge gegen den Widerstand der Bewacher nach Palästina.
In Palästina verschränken sich Aufbau und Gewalt. Der Jugendkibbuz Gan Dafna, der arabische Nachbarort Abu Yesha, dessen Muktar Taha mit Ari aufgewachsen ist, die Spannung zwischen Hagana und Irgun: Barak verhandelt auf der diplomatischen Bahn, Akiba lässt das King-David-Hotel sprengen, wird gefasst und stirbt nach der Befreiung aus dem Gefängnis von Akko. Dov liebt Karen, kann aber kaum noch fühlen, was nicht Kampf ist. Kitty bleibt, zuerst wegen Karen, dann wegen Ari, der Zärtlichkeit schuldig bleibt, weil der Auftrag keine hat. Uris erzählt den 29. November 1947, die Proklamation vom 14. Mai 1948 und den folgenden Krieg als Folge von Familiengeschichten, die alle auf dasselbe Land zulaufen. Taha gerät auf die arabische Seite; sein Dorf wird genommen und zerstört, er selbst getötet. Die Jugendfreundschaft trägt den Krieg nicht.
Karen findet ihren Vater in einer Anstalt wieder, gebrochen, ohne sie zu erkennen. Der Roman schließt die privaten Linien nicht ins Glück: Dov und Karen bleiben beschädigt, Ari bleibt Soldat, Kitty bleibt, ohne dass aus der Verbindung eine ruhige Ehe würde. Uris hat die arabische Sicht dünn gehalten; Palästinenser erscheinen als Nachbarn, die umkippen, selten als Erzähler ihres eigenen Rechts. Das Buch will die Dringlichkeit der Staatsgründung fühlbar machen und tut das mit den Mitteln des großen Unterhaltungsromans: Helden, Opfer, eine Krankenschwester aus der Ferne, ein Schiff, das den Titel trägt. Die historische Exodus 1947 endete anders als bei Uris; Ruth Gruber hat den wirklichen Törn als Zeugin beschrieben. Der Roman braucht das Schiff als Sinnbild, nicht als Protokoll.
Einordnung
Exodus hat eine Generation von Lesern, vor allem in den Vereinigten Staaten, das Bild Israels geliefert, bevor sie das Land sahen: tapfer, belagert, moralisch im Recht. Das ist Wirkung und Grenze zugleich. Uris sprach mit der Hagana, nicht mit den Vertriebenen von Abu Yesha; die literarische Freiheit lag auf einer Seite. In Osteuropa stand das Buch auf dem Index, im Westen wurde es zum Bestseller und zum Film, der die Gesichter Newman und Eva Marie Saint über die Politik legte. Neben den nüchternen Berichten der Displaced Persons wirkt der Roman opernhaft. Er hat trotzdem Namen, Orte und den Streit zwischen Hagana und Irgun ins allgemeine Gedächtnis gehoben, die sonst Fachbüchern geblieben wären.
Premingers Film von 1960, an dessen Drehbuch Uris mitwirkte, streicht und glättet, behält aber die Melodie: das Schiff, der Kibbuz, der Krieg. Wer nach 1958 über die Gründung Israels als Familienepos sprach, sprach hinter diesem Band; wer ihn für eine Chronik hält, hat Uris’ eigene Ankündigung der Freiheit überlesen. Der Heyne-Band bleibt die greifbare deutsche Taschenbuchausgabe eines Buches, das Politik als Abenteuer erzählt und Abenteuer als Politik meint. Die Bibel im Titel verpflichtet zu mehr, als ein Roman einlösen kann; genau diese Übergröße hat ihn berühmt gemacht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
