Es muß nicht immer Kaviar sein
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Es muß nicht immer Kaviar sein |
| Autor(en): | Johannes Mario Simmel |
| Originaltitel: | Es muß nicht immer Kaviar sein |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1960 |
| Schlagwörter: | Agent, Kochen, Krieg, Europa |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Knaur
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| Umfang dieser Ausgabe: | 752 Seiten |
| ISBN: | 9783426449011 |
| Verweise | |
Es muß nicht immer Kaviar sein ist der 1960 bei Zürich erschienene Roman von Johannes Mario Simmel, mit dem Untertitel von den Abenteuern und Kochrezepten des Geheimagenten wider Willen Thomas Lieven. Ein deutscher Bankier in London, Pazifist und Meisterkoch, wird 1939 von einem Dienst nach dem anderen angeworben und rettet, so oft er kann, Menschen, indem er kocht, lügt und die Seiten wechselt. Simmel, der Unterhaltung nicht für gering hielt, hat dem Kalten Krieg ein Buch gegeben, das Rezepte abdruckt und den Agentenroman belächelt, ohne die Toten zu vergessen. Es wurde eines seiner meistgelesenen Werke; aus den Gerichten erschien später ein eigenes Kochbuch.
Inhalt
Thomas Lieven lebt 1939 als Bankier in London, spricht Deutsch, Englisch und Französisch ohne Beiklang und will mit dem Krieg nichts zu tun haben. Eine Reise nach Deutschland, die er hasst, endet mit der Verhaftung durch die Gestapo; der Preis der Freilassung ist die Arbeit für die Abwehr. Er willigt zum Schein ein, um das Land zu verlassen. In London gilt er nun als deutscher Agent; der britische Dienst lässt ihn nicht ein, es sei denn als Doppelten. Lieven lehnt ab und geht nach Frankreich, wo das Deuxième Bureau ihn holt. Von da an wechselt er die Auftraggeber, nicht aus Ehrgeiz, sondern weil jeder Dienst ihn besitzt, sobald der vorige ihn gezeichnet hat. Er reist durch Frankreich, Spanien, Portugal, kurz nach Italien, zurück nach Deutschland, immer mit dem Vorsatz, möglichst wenige umzubringen und möglichst viele durch Speise und List am Leben zu lassen.
Die Frauen, die er trifft, verführt er am Herd; heikle Lagen entschärft er mit Königsberger Klopsen, Lachsbrötchen, Bœuf Stroganoff, Champagnerkraut. Die Rezepte stehen im Text, keine Zierde, sondern Werkzeug. Lieven begegnet Gestalten der Zeit: Jacques Cousteau, Josephine Baker, Wilhelm Canaris, Heinrich Himmler, J. Edgar Hoover. Der Pazifist wird zur Last jeder Behörde, weil er die eigene Intelligenz für die eigenen Ziele einsetzt, nicht für die Front. Gegen Ende überredet Hoover ihn zu einem letzten Auftrag, der sowjetische Spion Abel zu fassen; Lieven willigt ein unter der Bedingung, danach »endlich sterben« zu dürfen. Der Tod wird inszeniert, Lieven darf leben, ohne Dienst.
Simmel montiert Abenteuer, Rezept und Zeitgeschichte so, dass der Ernst nicht durch Pathos, sondern durch Hunger und Angst kommt. Lieven ist schön, charmant und unbrauchbar für den Heldenkult: Er will Bankier bleiben und wird Koch in der Katastrophe. Die Sätze sind lang, gefällig, manchmal zu glatt; darunter liegt der Satz, dass man im Krieg nicht sauber bleibt, aber kochen kann. Der Titel ist keine Lebensweisheit aus dem Feuilleton, sondern die Abwehr des Luxus, den die Dienste als Köder werfen. Kaviar ist das Falsche; Klopse reichen, wenn man damit jemanden durch den Winter bringt.
Einordnung
Simmel gehörte zu den Autoren, die in der Bundesrepublik Millionen lasen und die Literaturkritik oft nur von der Seite nannte. Marcel Reich-Ranicki konzedierte ihm den Blick für Stoffe; andere hörten nur Unterhaltung. Es muß nicht immer Kaviar sein hält beides aus: Es ist ein Agentenroman, der den Agenten nicht ernst nimmt, und ein Kochbuch, das den Krieg nicht zum Festessen macht. Gegen Ian Flemings Bond, der zur selben Zeit die Welt als Spielzeug braucht, steht hier ein Mann, der die Welt loswerden will. Die Rezepte haben das Buch über die erste Lesung hinausgetragen; wer sie nachkocht, hält ein Stück der Handlung in der Hand.
1961 kamen zwei Kinofilme mit O. W. Fischer, die sich lose an den Stoff hielten; 1977 eine Fernsehserie mit Siegfried Rauch in dreizehn Teilen, jedes mit einem Gericht. Die Bilder haben Lieven zum Bonvivant gemacht, der Roman gibt ihm mehr Furcht. Simmel, selbst aus Wien, später in Zürich, hat den Kontinent als Fluchtlinie geschrieben, nicht als Schlachtordnung. Wer nach 1960 einen deutschen Agenten wollte, der kein Held der Abwehr und kein Traum der Nato war, fand ihn hier: am Herd, wider Willen, und am Ende totgesagt, damit er Ruhe hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
